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Das können selbstreinigende Backöfen

Selbstreinigender Backofen | © panthermedia.net / Harald Richter Selbstreinigender Backofen | © panthermedia.net / Harald Richter

Der Zauberlehrling aus Goethes gleichnamigem Gedicht hatte ein Problem, das wir vermutlich alle kennen. Die Küche war dreckig, und er hatte keine Lust zu putzen. Einem Besen Leben einzuhauchen und ihn die unliebsame Aufgabe erledigen zu lassen, hat sich dabei bekanntermaßen als unzureichende Lösung herausgestellt.

Es musste ein besseres Verfahren gefunden werden, und zumindest für Backöfen ist das mittlerweile gelungen. Das wird viele freuen, handelt es sich bei Verschmutzungen des Ofens doch meist um sehr hartnäckige Rückstände, die sich nur mit großem Aufwand entfernen lassen. Modelle mit Selbstreinigungsfunktion ersparen uns also eine Menge Arbeit. Doch wie funktionieren diese Geister, die Sie garantiert nicht wieder loswerden wollen?

Drei verschiedene Technologien führen zum Ziel

Es gibt drei verschiedene Arten und Weisen, auf die sich Backöfen selbst reinigen können:

Pyrolyse: Reinigung erfolgt über sehr große Hitze
Katalyse: In die Seitenwände eingearbeitete Katalysatoren helfen beim Saubermachen
Hydrolyse: Verschmutzungen werden mit Hilfe von Flüssigkeit gelöst

Alle drei Verfahren führen zum gleichen Resultat, haben dabei aber jeweils ihre individuellen Vor- und Nachteile. Welche das sind, wird im folgenden Teil erklärt.

Die Pyrolyse

Das Wort setzt sich aus den altgriechischen Bestandteilen pyr (Feuer) und lysis (Auflösung) zusammen. Die Funktionsweise erklärt sich (fast) durch den Namen: Der Innenraum des Backofens wird auf ca. 500 Grad aufgeheizt, wodurch Essensreste und andere Rückstände zu Asche verfallen. Die wird nach dem Reinigen einfach aufgewischt, und schon glänzt der Backofen wie neu. Der Energieverbrauch ist bei dieser Technologie nicht so hoch, wie man vielleicht annehmen würde. Ein Pyrolyse-Vorgang schlägt mit knapp über einem Euro zu Buche. Viele Hersteller bieten überdies mehrere Abstufungen, so dass das Programm an den entsprechenden Verschmutzungsgrad angepasst werden kann. Weitere Informationen zum Stromverbrauch der selbstreinigenden Backöfen findet ihr auf der verlinkten Fachseite.

In Sachen Sicherheit muss man sich ebenfalls keine Gedanken machen, da die Tür ab einer bestimmten Temperatur automatisch verriegelt wird. Da der Ofen bei der Pyrolyse natürlich trotzdem viel Hitze abstrahlt, empfiehlt es sich, ihn im Sommer erst gegen Abend zu reinigen.

Vorteile

  • Sehr effektive und langlebige Technologie
  • Keine zusätzlichen Reinigungsmittel nötig
  • Hohe Sicherheit durch Verriegelung der Tür

Nachteile

  • Lohnt sich (ohne Abstufungen) erst bei starker Verschmutzung
  • Dauert sehr lange

Weitere Vor- und Nachteile findet ihr auf der verlinkten Fachseite.

Die Katalyse

Keine muehsame Backofenreinigung mehr | © panthermedia.net / photographee.eu

Keine muehsame Backofenreinigung mehr | © panthermedia.net / photographee.eu

Die Auflösung von Verschmutzungen erfolgt hier nicht über die Hitze, sondern mit Hilfe von Katalysatoren. Dabei handelt es sich um Metalloxide, die in die Beschichtung der Seitenwände eingearbeitet sind und die Zersetzung von Rückständen beschleunigen.

Die Reinigung wird bei der Katalyse nicht im Rahmen eines speziellen Programms durchgeführt, sondern findet jedes Mal statt, wenn der Ofen auf mehr als 200 Grad aufgeheizt wird. Sie ist also ein positiver Nebeneffekt beim Zubereiten von Speisen.
Dadurch werden allerdings die beschichteten Bleche so sehr beansprucht, dass sie nach 2-3 Jahren generell ausgetauscht werden müssen. Außerdem dürfen keine aggressiven Reiniger eingesetzt werden, da sie die Lebensdauer der Seitenwände zusätzlich verkürzen.

Vorteile

  • Energiesparend und umweltverträglich
  • Kein Mehraufwand, da Reinigung beim Backen stattfindet
  • Funktioniert ohne Reinigungsmittel

Nachteile

  • Nicht sehr langlebig

Die Hydrolyse

Reinigung durch Wasserdampf | © panthermedia.net / Dink101

Reinigung durch Wasserdampf | © panthermedia.net / Dink101

Bei dieser Technologie wird der Ofen mit Hilfe von Wasserdampf gereinigt, der Essensreste löst, so dass man sie am Ende einfach auswischen kann. Dazu wird ein wenig Flüssigkeit mit Spülmittel in die Fettpfanne des Backofens gegeben, bevor das Programm gestartet wird.

Der Innenraum wird dann so weit aufgeheizt, dass diese Flüssigkeit verdampft und so den Rückständen zu Leibe rückt. Sind die Verschmutzungen sehr stark, muss allerdings eventuell von Hand nachgebessert werden.

Vorteile

  • Geht sehr schnell

Nachteile

  • Reinigungsmittel erforderlich
  • Hinterlässt oft noch Reste

Fazit

Selbstreinigende Backöfen ersparen in jedem Fall viel Aufwand. Jeder, der einen stark verschmutzten Ofen schon mal per Hand gereinigt hat, kann ein Lied davon singen, wie zeitintensiv und mühsam das sein kann. Selbst mit dem nicht immer effektiven Hydrolyse-Programm spart man sich viel Arbeit. Die Empfehlung geht trotzdem in Richtung Pyrolyse, ganz einfach weil der Ofen dann wirklich sauber ist und solche Modelle länger halten als diejenigen, die auf Katalyse setzen.

Mehr Infos über selbstreinigende Backöfen gibt es im Ratgeber von Küchen Quelle.

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