Warum die Gaming-Welt immer realistischer werden muss

Gaming vr | © PantherMedia /aa-w

Als 1958 Tennis for Two als erstes Computerspiel der Geschichte erschien, ahnte noch niemand, welchen Weg das virtuelle Gaming nehmen sollte. Im Verlauf der letzten Jahrzehnte erschien ein Highlight nach dem anderen. Insbesondere an einem Faktor lässt sich die beeindruckende Entwicklung einer Branche immer detaillierter ablesen: die Grafik. Heute geht es deshalb vor allem um eines: Die Spiele sollen so realistisch wie möglich aussehen.

Das größte Ziel ist fast unerreichbar

Wer in der Gaming-Industrie arbeitet, hat dieses eine Ziel, das sie oder ihn oft ein ganzes Leben lang verfolgt. Das zu entwickelnde Spiel soll so realistisch wie möglich sein, am besten nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sein. Hier besteht allerdings in der Umsetzung eine große Herausforderung. Selbst wenn die technischen Voraussetzungen immer besser wurden, ist es nicht möglich, mit Computern eine fotorealistische Spielewelt zu erschaffen, die das eigene Gehirn tatsächlich in die Annahme hineinversetzt, dass es sich dabei um die Realität handelt. Auch wenn Tim Sweeney von Epic Games vor Jahren bereits daran glaubte, dass diese Punkte um 2023 gelöst sein würden, warten wir auf eine solche Entwicklung aktuell noch vergeblich. Das liegt vor allem darin begründet, dass sämtliche Aktivitäten im Spiel per Hand programmiert werden müssen. Auch wenn die Automatisierung mittlerweile einige Dinge erleichtern kann, sind Feinheiten wie Gesten, Mimik und Co. noch nicht auf dem nötigen Niveau angelangt.

Ein Weg um diese Thematik herum zeigen zumindest Unternehmen mit Minispielen im Sortiment auf. Während die großen Produktionen nicht auf Live-Elemente zurückgreifen können, ist das bei Spielautomaten online anders. Sie können durch geringeren Aufwand nicht nur eine Vielzahl von Thematiken abdecken, sondern ebenfalls echte Dealer ins Spiel bringen. So sitzt einem im Klassiker Roulette schließlich eine reale Person gegenüber, per HD-Webcam zugeschaltet. So fühlt sich der Spieler fast schon wie in einem echten Casino. Weitere Spiele wählen einen anderen Weg und ersetzen Menschen gar komplett. Beispiele hierfür sind die zunehmend beliebten Rennspiel-Simulatoren, in denen dann neben dem Auto nur Strecke und Umgebung realistisch abgebildet werden müssen. Durch spezielle Scan-Technologien wurden hier bereits große Fortschritte gemacht, sodass jede kleine Erhebung im Asphalt auch im Spiel zu spüren ist.



Spiele schaffen ihre eigene Identität

VR Brille | © PantherMedia /leungchopan

Nicht immer ist es hilfreich, eine real existierende Welt zu kopieren. Manchmal hat es sogar viel Charme, eine eigene Realität zu schaffen, die sich nicht an die existierenden Regeln hält. Das Computergame Remember Me war ein solches Beispiel, das im Paris des Jahres 2084 spielt und vor allem beeindruckende Kulissen schuf, vor denen jeder Charakter im Spiel großartig aussehen musste. Die eine große Idee der realistischen Spielewelt muss bis heute als noch nicht gemeistert angesehen werden. Der virtuellen Realität wurde ein überaus hohes Potenzial nachgesagt, das bisher noch nicht optimal realisiert wurde.



Ob die VR in den nächsten Jahren die Chance bekommen wird, sich zu beweisen, ist noch nicht klar, schließlich soll die kommende PlayStation-Generation angeblich komplett auf VR verzichten. Cloudgaming und Raytracing ersetzten den Hype um die virtuelle Realität ebenso und konnten deutlich zuverlässiger liefern. Dennoch fallen die grundsätzlichen Marktprognosen noch immer positiv aus. Viel Potenzial steckt in der virtuellen Realität demnach noch immer.

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