MyVideo bald besser als YouTube?

MyVideo bald besser? MyVideo bald besser?
MyVideo bald besser?

MyVideo bald besser?

Googles Aushängeschild YouTube gilt nach wie vor als die Messlatte für alle Videoportale. Doch Deutschlands größte Video-Community „MyVideo-“ ist mittlerweile auf dem Vormarsch. Die Inszenierung des neuartigen MyVideo TV Angebots soll dem Giganten Einhalt gebieten. MyVideo vs Youtube Runde 1: Die Mediadaten

“Sie sind stark. Verdammt stark!” Statistiker und Internetexperten belächeln ja gerne einmal die Ankündigungen externer Videoportale, vor allem wenn es darum geht, den weltweiten Marktführer in diesem Segment in die Schranken zu weisen. Allein die immer wieder aktualisierten Mediadaten vom Vorzeigeprojekt YouTube sind unerreicht.

Mit über 100 Millionen Besuchern am Tag, mittlerweile 72 Stunden Videomaterial, dass pro Minute neu hochgeladen wird und über 2 Milliarden Klicks pro Tag, hält das 2005 durch die drei ehemaligen PayPal Mitarbeiter Chad Hurley Steve Chen und Jawed Karim gegründete Unternehmen seinen Vorsprung aufrecht. Das amerikanische Unternehmen Ellacoya Networks geht in einer selbst durchgeführten Studie sogar davon aus, dass das Unternehmen rund 10% des gesamten Internetverkehrs ausmacht. Die Zahlen des 35 Mitarbeiter starken MyVideo Unternehmens wirken dagegen geradezu verschwindend gering:

• über 120 Millionen Video-Views im Monat

• 10 Millionen Besucher/Seitenaufrufe im Monat

• über 9000 Video Uploads pro Tag

• über 3,8 Millionen verfügbare Videos

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MyVideo vs Youtube Runde 2: Entertainmentprogramm rund um die Uhr
Fazit [/sws_yellow_box]

MyVideo vs Youtube Runde 2: Entertainmentprogramm rund um die Uhr

Woher kommt sie dann also? Die versteckte Kampfansage von MyVideo an YouTube? Hat MyVideo vielleicht seine Programmstruktur entscheidend verändert? Aus Sicht der User gibt es bei beiden Portalen keine wesentlichen Unterschiede. Im Gegenteil. Viele Punkte stimmen sogar überein. So kann man als User sowohl bei MyVideo als auch bei YouTube

• Unterhaltungsvideos aller Art (Politische Diskussionen; Sportevents; Comedy, regional sowie bundesweite und internationale interessante Videos usw.)

• Musikvideos aller Musikrichtungen (wobei YouTube von den Beschränkungen der Gema Lizenzierung stärker betroffen ist) kostenlos ansehen

• Videokanäle von anderen abonnieren

• selbst Videokanäle als individuelle Website mit der Veröffentlichung persönlicher Playlisten erstellen

• eigene Videos in verschiedenen Formaten (AVI; MPEG; Quick Time usw.) kostenlos ansehen

• Filme und Ausschnitte aus TV-Serien/Shows kostenlos ansehen

• erotische Filmaufnahmen (speziell bei MyVideo) kostenlos betrachten

• seine persönlich erstellten Videos über soziale Netzwerke Teilen oder in eigene Webseiten einbinden

Rewind YouTube Style 2012


Das durch MyVideo Gründerin Anca Alina Seghedi geradezu perfekt erschaffene Ebenbild von YouTube, dürfte demzufolge also keine außergewöhnlichen Wettbewerbsvorteile gegenüber seinem Mittbewerber haben. Wie so oft steckt der Teufel jedoch im Detail. Denn vielleicht sollte man gar nicht davon ausgehen, dass MyVideo sich zum Ziel gesetzt hat, Youtube von seiner statistischen Spitzenposition zu verdrängen.

In den 25 Ländern, in denen YouTube bereits uneingeschränktes Vertrauen genießt, wird MyVideo nicht im Eilverfahren dieselben Zugriffsraten erreichen können. Deshalb hat die qualitative Verbesserung ihres Videoangebots oberste Priorität für MyVideo. Und MyVideo hat dabei einen wesentlichen Vorteil. Schon kurz nach Unternehmensgründung arbeitet MyVideo mit bekannten Fernsehsendern (Pro7Sat 1 Gmbh) zusammen. Die Medien haben das Potential, dass in solchen Portalen steckt erkannt und wollen es für sich nutzen!” heißt es dazu in Fachkreisen. Im Vergleich zu YouTube mit deren internationaler Ausrichtung spricht MyVideo also gezielt das deutsche Publikum an.

Mit der Neuauflage von MyVideo TV- einem Kanal, bei dem die User bekannte TV Serien wie Germanys Next Topmodel oder Vampire Diaries in voller Länge sehen können, versucht MyVideo also klare Akzente zu setzen. Das scheibchenweise Betrachten von Film- und Fernsehausschnitten (aufgrund der bislang geltenden Videoabspieldauer von max. 10 bis 11 Minuten) gehört damit also der Vergangenheit an. Für diese Entwicklung ist MyVideo natürlich nicht im Alleingang verantwortlich.

Das Zusammenspiel vieler Firmen ist notwendig, um das Angebot so professionell wie nötig dem Konsumenten nahezubringen. Während das riesige Medienimperium (Pro7Sat1 GmbH) hinter dem über MyVideo TV zur Verfügung gestellten Angebot steckt und somit uneingeschränkten Film- und Fernsehgenuss ohne zu befürchtende Zensur und Copyrightverletzungen bietet, ist für die Vermarktung von MyVideo (TV) ausschließlich die Seven One Media GmbH (Tochterfirma der Pro7Sat1 GmbH) zuständig. Die Berliner Agentur Magic Internet GmbH betreut den Auftritt von MyVideo. Und unabhängige, nicht kommerzielle Organisationen wie die IVW erfassen die grundlegendsten Daten, die für die Vermarktung von Medien als Onlineträger notwendig sind.

Fazit

Letztendlich ist MyVideo trotz seiner vergleichsweise geringen Zugriffsraten längst auf Augenhöhe mit Konkurrenz YouTube angekommen. Durch die immer größer werdende Bedeutung des Internets und die damit verbundene Verlagerung von TV-Inhalten in dieses neue Medium hat MyVideo (TV) großes Zukunftspotential.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Michael De Laet