Digitale Kontaktlinsen von Google messen Diabetes

Was die neuen Kontaktlinsen wirklich können

Kontaktlinse von Google Kontaktlinse von Google | Symbolbild

Regelmäßige Überprüfung des Blutzuckers zählt für Millionen von Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, zum routinemäßigen Tagesablauf. Insulin pflichtige Patienten mit der Zuckerkrankheit müssen bis siebenmal täglich ihren Blutzucker messen. Ein Stich in die Fingerkuppe setzt den Check in Gang, bevor ein Tropfen Blut für die Messung entnommen werden kann. Ein Team aus Forschern des Google X Forschungslabors präsentierten im Januar 2014 ihre neue Forschung smart contact lens project.

Kontaktlinse von Google

Kontaktlinse von Google | Symbolbild

Digitale Kontaktlinsen von Google

Bereits Anfang diesen Jahres veröffentlichte Googles heimliche Forschungsabteilung ihre neueste Erfindung. Es handelt sich dabei um eine elektronische Kontaktlinse für Diabetiker, die zur Kontrolle von Blutzuckerwerten eingesetzt wird. Auch deutsche Forschungslabore beschäftigen sich mit einem gleichartigen Vorhaben. Unfassbar!

Google möchte eine elektronische Kontaktlinse für Diabetiker auf den Markt bringen, die den Wert des Blutzuckers messen und auch bei Aufs und Abs Warnsignale senden kann.



Das Forschungslabor Google X und seine Mitarbeiter testeten bereits das Muster einer Kontaktlinse, in denen sich innerhalb zwei Schichten ein Sensor und ein Funkchip in Miniaturform befindet.

Die Zuckerwerte in der Tränenflüssigkeit werden jede Sekunde durch die Linse gemessen. Das Muster ist bereits bei einigen Kliniken im Forschungsstudium getestet worden; allerdings sind keine Resultate bisher öffentlich bekannt.

Kontaktlinsen von Google messen Diabetes

Mittels Kontaktlinse soll die Datenansammlung an eine Smartphone-App weitergegeben werden. Chip und Sensor sind so klein wie ein Elementarteilchen und die Antenne ist dünner als das Haar eines Menschen. Es wird auch darüber nachgedacht, eine Mikro-LED für Alarmsignale direkt in die Linse einzubauen.

Digitale Kontaktlinsen bald marktreif?

Es gibt allerdings noch viel zu tun, bis die digitale Kontaktlinse als einsatzfähiges Produkt auf dem Markt angeboten wird, versicherte Google. Die Firma hatte Mitte diesen Jahres einen kompetenten Partner für die weitere Zusammenarbeit gefunden. Das Projekt leitete der Forscher Babak Parviz bis Juli diesen Jahres, der bereits die Datenbrille Google Glass mit entwickelt hat. Im Jahr 2009 zeigte er bereits auf, wie Kontaktlinsen mit LED ausgestattet werden können.

Forscher in Deutschland sind mit einem gleichartigen Projekt beschäftigt. Man möchte mit der neuen Kontaktlinse erreichen, dass das herkömmliche Blutzucker messen entfällt, da dies immerhin noch ziemlich aufwändig ist, wie man auf der Fachseite zuckerkrank.de auch nachlesen kann. Mit dem niederländischen Unternehmen Noviosense entwickelte das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und System (IMS) im nordrhein-westfälischen Duisburg zusammen einen marginalen Biosensor, der Glukosewerte in Flüssigkeiten aus Schweiß oder Tränen bestimmen soll. Sie beabsichtigen die Markteinführung eines Gerätes in ein bis zwei Jahren, wenn möglich vor Google.

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Reaktionen und Zukunftsaussichten

Selbst die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist von dem Google Plan begeistert. Die Idee ist gut und gerade Google mit seiner technologischen Leistungsfähigkeit ist ein ideales Unternehmen, die den Antrieb der Entwicklung in diesem Areal beschleunigen kann. Es muss jedoch noch unter anderem überprüft werden, ob es möglich ist, unvermittelt auftretende Unterzuckerung durch die Tränenflüssigkeit erfassen zu können.

Die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Diabetes Gesellschaft möchte Google bei ihrem Projekt hilfreich zur Seite stehen, denn zwischen Muster und fertigem Produkt für den täglichen Einsatz beträgt der Zeitraum oft mehrere Jahre. Zum jetzigen Zeitpunkt ist auch völlig unklar, wie die Bestimmungen des Datenschutzes aussehen werden.

Studienauswertungen

Als erstes müsse durch Studienauswertungen geprüft werden, ob die Kontaktlinse eine echte Alternative zu den bereits bestehenden Messungen des Blutzuckers darstellen kann. Auch bei einem erfolgreichen Abschluss der Studien durch positiven Nutzen und wenig Nebenwirkungen ist es oft ein langer Weg, die Verhandlungen mit den Krankenkassen zu führen.

Auch die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DPG) zeigte sich zuversichtlich bezüglich der Tendenz. Zwar ist der Alltag noch weit entfernt, aber die Richtung stimmt. Für die Betroffenen kann dies eine bequeme Alternative werden. Diabetiker sind zwar empfänglicher gegen Infektionen, aber es gibt generell keinen hinderlichen Grund, Kontaktlinsen zu benutzen. Es gibt wie bei anderen Personen auch maßgeschneiderte Unterschiede. Das Messen der Glukose durch die Tränenflüssigkeit des Auges ist keine selbstverständliche Aufgabe.

Die Tränenflüssigkeit beinhaltet circa 50 Mal weniger Konzentration von Blutzucker als bei den herkömmlichen Tests. Darüber hinaus machen sich Änderungen mit einer Zeitverzögerung ab sieben Minuten erst bemerkbar. Die neue technische Gegebenheit wird begrüßt, aber gleichzeitig ist auch Pessimismus vor der Euphorie gegeben.

Seit diesem Sommer hat Google für seine digitale Kontaktlinse, die für Diabetiker die Werte des Blutzuckers anzeigen soll, einen Beteiligten in der Medizinindustrie bekommen. Novartis, ein Unternehmen aus der Schweiz erhielt die Befugnis, unter lizenzierter Technik die Produkte zu konzipieren. Damit ist ein sehr weiter Schritt für die Markteinführung gemacht. Das Tochterunternehmen Alcon ist ein Spezialist auf dem Gebiet der Augenmedizin und wird dadurch eigene Artikel konzipieren und dem Markt zugänglich machen.

Fazit

Medizinern ist bereits seit längerem bekannt, dass eine Messung des Blutzuckerspiegels durch die Tränenflüssigkeit möglich ist. Bereits im September 2011 entwickelten Wissenschaftler der Universität von Michigan unter Zusammenarbeit von Microsoft und dem deutschen Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme eine ähnliche Messmethode, bei dem ein nadelförmiger Chip für das Auge zum Einsatz kommen soll.

Die Sicherheit der Methode wurde bereits durch erste Tests an Hasen positiv bestätigt. Die digitalen Kontaktlinsen von Google könnten eine logische Weiterentwicklung der Erfindung sein und es sogar bis zur Marktreife schaffen. Wir sind gespannt!

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Rüdiger Rebmann



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