Neue Besen kehren gut… was ist dran an diesem Sprichwort?

„Neue Besen kehren gut“ – dieser alte Spruch hat gerade in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen. In vielen Bereichen hält man nicht mehr am Altbewährten fest, sondern tauscht dieses gerne gegen Neues aus – in der Hoffnung auf Vorteile irgendwelcher Art.

Dies ist beispielsweise im Berufsleben so. Viele ältere und langjährige Mitarbeiter werden – aus Kostengründen – wegrationalisiert und durch jüngere ersetzt. Von diesen erwartet man höhere Leistung, Motivation, Durchhaltevermögen etc. Die neuen Mitarbeiter werden natürlich alles tun, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden; zum einen aus Angst um ihren Arbeitsplatz, zum anderen weil sie ja wirklich noch frisch und fit (und nicht abgestumpft) sind. In diesem Kontext könnte man also sagen, dass das Sprichwort stimmt.

Auch im sportlichen Bereich scheint es in letzter Zeit eine wahre Schwemme von neuen „Besen“ (=jungen, neuen Talenten) zu geben. Schauen wir nur auf die Fußballbundesliga: Spieler wie Poldi, Schweinsteiger und Neuer zählen mit Mitte 20 schon zu den „alten Hasen“, weil ihre neuen, talentierten Mannschaftskollegen teilweise noch im Teenie-Alter sind (Götze, Ter Stegen, Draxler). Das Durchschnittsalter der Bundesligamannschaften wird von Jahr zu Jahr geringer – vor Jahrzehnten waren so junge Spieler eine absolute Seltenheit, siehe die Fohlenelf. Aufgrund der herausragenden Leistungen, die diese Sportler bringen, haben es die älteren logischerweise schwer, ihren Stammplatz zu behaupten, zumal ganz Fußballdeutschland inklusive Jogi Löw von den „jungen Wilden“ schwärmt…

Doch auch auf dem privaten Sektor sind wir in unserer schnelllebigen Zeit ständig auf der Suche nach etwas Neuem – die Zahl der Trennungen und Scheidungen bestätigt dies. Wenn man – egal ob als Normalbürger oder als Promi – dann eine neue Beziehung eingeht, so tut man dies natürlich mit den allerbesten Absichten und Vorsätzen, es „diesmal besser zu machen“. Man gibt sich große Mühe, seine Fehler zu verbergen. Dies Verhalten führt dazu, dass die neuen Partner (zumindest anfänglich) das Gefühl haben, nun das große Los gezogen zu haben – eben berühmten „neuen Besen“ gefunden zu haben, der gut kehrt.



Vergangene Woche habe ich eine kleine Abart dieses Sprichwortes gehört, welche mich dazu veranlasst hat, diesen Artikel zu schreiben: „Neue Besen kehren gut, aber die alten kennen alle Ecken“. Ebenso wie das ursprüngliche Sprichwort ist auch dieses auf diverse Lebensbereiche anwendbar.

Ältere, erfahrene Mitarbeiter sind vielleicht ausgebrannter und können nicht mehr so motiviert sein wie neu eingestellte, dafür sind ihnen sämtliche Kniffe und Tricks bekannt – als Teamkollegen sind sie daher von unschätzbarem Wert. Erfahrungen, die man im Laufe seines Berufslebens gesammelt hat, sind unsagbar wichtig und sollten keinesfalls unterschätzt werden.

Ebenso verhält es sich auf dem sportlichen Sektor. Natürlich ist es eine Freude, die jungen Wilden voller Energie und Enthusiasmus losstürmen zu sehen. Gelegentlich kommen sie aber mit ihrer Sturm-und-Drang-Taktik nicht weiter und benötigen „alte Hasen“ wie beispielsweise Klose oder Lala, um erfolgreich zu sein. Auch hierbei zeigt es sich, dass jahre- beziehungsweise jahrzehntelange Erfahrung, verbunden mit allen erdenklichen Tricks, die ein junger Spieler noch gar nicht kennen kann, unersetzlich ist.

Kommen wir zum privaten Bereich: wir haben jetzt also einen neuen Partner, das Kribbeln im Bauch ist auch da, beide nehmen sich extrem zusammen, es wird nicht gerülpst oder gefurzt, man fragt sich, wie es dem anderen geht… und doch gibt es tagtäglich Momente, in denen die Harmonie noch nicht so gegeben ist wie mit dem Ex, vor allem in Alltagsdingen. Der Neue weiß nicht, wie Ihr Euren Kaffee trinkt; er weiß nicht, dass Ihr keine Butter esst und keine Tomaten mögt; er fragt Euch beim Sex „magst du es so?“ und an der Tanke, welches Benzin Euer Wagen braucht… Alles Kleinigkeiten, die aber in ihrer Summe anstrengend sind. Die  Vertraulichkeit, die sich im Laufe des Zusammensein zwischen Euch und Eurem Ex entwickelt hat, kann im Anfangsstadium der Beziehung mit dem Neuen noch gar nicht vorhanden sein und muss auch erst wachsen. Doch bis es so weit ist, werdet Ihr bestimmt so manches Mal wehmütig an den alten Besen denken, der alle Ecken kannte…

Neue Besen kehren gut… was ist dran an diesem Sprichwort?
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„Neue Besen kehren gut“ – dieser alte Spruch hat gerade in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen. In vielen Bereichen hält man nicht mehr am Altbewährten fest, sondern tauscht dieses gerne gegen Neues aus – in der Hoffnung auf Vorteile irgendwelcher Art.

Dies ist beispielsweise im Berufsleben so. Viele ältere und langjährige Mitarbeiter werden – aus Kostengründen – wegrationalisiert und durch jüngere ersetzt. Von diesen erwartet man höhere Leistung, Motivation, Durchhaltevermögen etc. Die neuen Mitarbeiter werden natürlich alles tun, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden; zum einen aus Angst um ihren Arbeitsplatz, zum anderen weil sie ja wirklich noch frisch und fit (und nicht abgestumpft) sind. In diesem Kontext könnte man also sagen, dass das Sprichwort stimmt.

Auch im sportlichen Bereich scheint es in letzter Zeit eine wahre Schwemme von neuen „Besen“ (=jungen, neuen Talenten) zu geben. Schauen wir nur auf die Fußballbundesliga: Spieler wie Poldi, Schweinsteiger und Neuer zählen mit Mitte 20 schon zu den „alten Hasen“, weil ihre neuen, talentierten Mannschaftskollegen teilweise noch im Teenie-Alter sind (Götze, Ter Stegen, Draxler). Das Durchschnittsalter der Bundesligamannschaften wird von Jahr zu Jahr geringer – vor Jahrzehnten waren so junge Spieler eine absolute Seltenheit, siehe die Fohlenelf. Aufgrund der herausragenden Leistungen, die diese Sportler bringen, haben es die älteren logischerweise schwer, ihren Stammplatz zu behaupten, zumal ganz Fußballdeutschland inklusive Jogi Löw von den „jungen Wilden“ schwärmt…

Doch auch auf dem privaten Sektor sind wir in unserer schnelllebigen Zeit ständig auf der Suche nach etwas Neuem – die Zahl der Trennungen und Scheidungen bestätigt dies. Wenn man – egal ob als Normalbürger oder als Promi – dann eine neue Beziehung eingeht, so tut man dies natürlich mit den allerbesten Absichten und Vorsätzen, es „diesmal besser zu machen“. Man gibt sich große Mühe, seine Fehler zu verbergen. Dies Verhalten führt dazu, dass die neuen Partner (zumindest anfänglich) das Gefühl haben, nun das große Los gezogen zu haben – eben berühmten „neuen Besen“ gefunden zu haben, der gut kehrt.

Vergangene Woche habe ich eine kleine Abart dieses Sprichwortes gehört, welche mich dazu veranlasst hat, diesen Artikel zu schreiben: „Neue Besen kehren gut, aber die alten kennen alle Ecken“. Ebenso wie das ursprüngliche Sprichwort ist auch dieses auf diverse Lebensbereiche anwendbar.

Ältere, erfahrene Mitarbeiter sind vielleicht ausgebrannter und können nicht mehr so motiviert sein wie neu eingestellte, dafür sind ihnen sämtliche Kniffe und Tricks bekannt – als Teamkollegen sind sie daher von unschätzbarem Wert. Erfahrungen, die man im Laufe seines Berufslebens gesammelt hat, sind unsagbar wichtig und sollten keinesfalls unterschätzt werden.

Ebenso verhält es sich auf dem sportlichen Sektor. Natürlich ist es eine Freude, die jungen Wilden voller Energie und Enthusiasmus losstürmen zu sehen. Gelegentlich kommen sie aber mit ihrer Sturm-und-Drang-Taktik nicht weiter und benötigen „alte Hasen“ wie beispielsweise Klose oder Lala, um erfolgreich zu sein. Auch hierbei zeigt es sich, dass jahre- beziehungsweise jahrzehntelange Erfahrung, verbunden mit allen erdenklichen Tricks, die ein junger Spieler noch gar nicht kennen kann, unersetzlich ist.



Kommen wir zum privaten Bereich: wir haben jetzt also einen neuen Partner, das Kribbeln im Bauch ist auch da, beide nehmen sich extrem zusammen, es wird nicht gerülpst oder gefurzt, man fragt sich, wie es dem anderen geht… und doch gibt es tagtäglich Momente, in denen die Harmonie noch nicht so gegeben ist wie mit dem Ex, vor allem in Alltagsdingen. Der Neue weiß nicht, wie Ihr Euren Kaffee trinkt; er weiß nicht, dass Ihr keine Butter esst und keine Tomaten mögt; er fragt Euch beim Sex „magst du es so?“ und an der Tanke, welches Benzin Euer Wagen braucht… Alles Kleinigkeiten, die aber in ihrer Summe anstrengend sind. Die  Vertraulichkeit, die sich im Laufe des Zusammensein zwischen Euch und Eurem Ex entwickelt hat, kann im Anfangsstadium der Beziehung mit dem Neuen noch gar nicht vorhanden sein und muss auch erst wachsen. Doch bis es so weit ist, werdet Ihr bestimmt so manches Mal wehmütig an den alten Besen denken, der alle Ecken kannte…

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