Parallels Desktop 9 (Parallels Business Solutions) im Test

Virtualisierung statt Dual-Boot-System

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Eigentlich bietet Apple mit Bootcamp seinen Nutzern bereits eine passable Lösung, um Windows-Betriebssysteme und damit auch Programme auf Macintosh-Computern auszuführen. Leider hat die Sache jedoch einen Haken, denn wer oft zwischen Programmen wechselt, muss zwischendurch immer wieder einen Neustart über sich ergehen lassen, der im schlimmsten Fall mehrere Minuten in Anspruch nimmt. Ganz anders bei der Softwarelösung von Parallels, die es mittlerweile in der neunten Generation gibt. Hier setzt man auf Virtualisierung statt des aufwändigen Dual-Boot-Systems.

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Unterschiede Bootcamp und Parallels Desktop 9

Der wohl größte Unterschied zwischen Apples Bootcamp und Parallels Desktop ist die Nutzung zweier völlig unterschiedlicher Systeme, denn mithilfe von Bootcamp wird eigentlich nur eine zweite Partition erstellt, auf der dann das Betriebssystem installiert werden kann.

Da sich Macintosh-Computer in puncto Architektur schon seit langem nicht mehr von x86-Systemen unterscheiden, laufen Treiber für die Hardware nativ und können problemlos verwendet werden.



Eine Virtualisierung hingegen funktioniert wesentlich komplizierter. Hier gibt es drei verschiedene Systeme, die Hardware-Emulation, die Hardware-Virtualisierung oder die Paravirtualisierung, welche im Kern jedoch gleich funktionieren, nämlich dem auf sogenannten “virtuellen Maschinen” installierten Betriebssystem, eine andere Hardware vorzugaukeln. Dies ist auch bei Parallels Desktop der Fall, weswegen sich nicht nur Windows-Betriebssysteme, sondern auch Android, Ubuntu (Linux) oder Chrome OS nutzen lassen.

Das heutige, auf Softwarelösungen zur Virtualisierung spezialisierte Unternehmen, Parallels Inc., wurde übrigens im Jahre 1999 im US-amerikanischen Renton gegründet und hatte bis zum Umzug im Jahre 2006 seinen Hauptsitz in Herndon, Virginia. Neben verschiedener Virtualisierungs-Lösungen, unter anderem Parallels Desktop for Mac, bietet das Unternehmen vor allem Offboard- und Cloud-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen an. Parallels arbeitet mit verschiedenen Service-Providern zusammen und hat deswegen den “Application Packaging Standard” (APS) entwickelt, eine Art Schnittstelle zwischen Softwarelösungen und Cloud-Diensten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 900 Mitarbeiter. Parallels Desktop hat sich bereits etwa vier Millionen Mal verkauft und richtet sich in erster Line an mittelständische Betriebe und Agenturen, wie man auch hier sehen kann: http:///www.parallels.com/de/mac-im-unternehmen

Parallels Desktop – Installation und Konfiguration

Der Download und die Installation der Software klappen überraschend einfach. War man es noch von virtuellen Maschinen unter Windows gewohnt, dass gleich mehrere Fenster geöffnet werden, die wiederum Lizenzschlüssel und/oder angeforderte Tokens verlangten, kann man sich bei Parallels Desktop ganz gemütlich zurücklehnen, denn der Installations-Assistent übernimmt alle wichtigen Aufgaben. Das gilt übrigens auch für das erstmalige Ausführen.

Über den “Parallels Wizard” lassen sich mit wenigen Klicks virtuelle Maschinen anlegen, die entweder direkt von CD (oder USB-Stick) oder als Preview-Versionen aus dem Internet geladen werden können. Wer noch kein Windows Betriebssystem besitzt, kann es sich hier über Chip.de herunterladen und 1 Monat lang testen. Vorbildlich sind übrigens vor allem die Wartezeiten. So dauert die gesamte Installation nur wenige Minuten (auf SSD) und das System selbst bootet pfeilschnell. Eine virtuelle Maschine mit Windows 8.1, erschienen im Oktober 2013, braucht nur etwa 20 Sekunden bis zur Systembereitschaft.

Parallels Desktop – Unterstützung und Performance

Der größte Nachteil virtueller Maschinen war bisher immer die einigermaßen schlechte Performance, denn selbst auf modernsten Computern ist mit dem Emulieren von Hardware ein enormer Aufwand verbunden, der zunächst überwunden werden muss, bevor die CPU oder GPU sich der eigentlichen Berechnung widmen kann. Dies wurde in Parallels Desktop jedoch ordentlich gelöst und auch die Möglichkeit System Center 2012 Configuration Manager einzubinden, erweitert die eigenen Möglichkeiten enorm. Wer nicht weiß, was der Configuration Manager eigentlich ist, hier die Leistungsbeschreibung von Microsoft:

System Center 2012 Configuration Manager ermöglicht die Bereitstellung effektiver IT-Dienste durch sicheres und skalierbares Software-Deployment, die Verwaltung von Compliance-Einstellungen sowie eine umfassende Inventarverwaltung von Servern, Desktops, Laptops und mobilen Geräten. Quelle: http://technet.microsoft.com/de-de/systemcenter/bb507744.aspx

Wer die virtuelle Maschine nur für einzelne Applikationen oder Office-Programme einsetzt, wird wahrscheinlich kaum einen Unterschied zwischen OSX und dem virtuellen Windows bemerken. Erst bei komplexen Anwendungen, beispielsweise 3D-Spielen, wird das System in die Knie gezwungen. Trotzdem eignet sich Parallels Desktop begrenzt auch für Gamer, unterstützt sogar das halbwegs aktuelle DirectX 10 und von mir getestete Spiele wie “Sleeping Dogs” und “Hitman: Absolution” laufen zumindest auf mittleren Details und mit ausgeschalteten DirectX-11-Effekten flüssig. Trotz der Bewerbung einer “überragenden Grafikleistung” und der “optimaleren Umgebung für Computerspiele” bleibt Parallels Desktop also nur eine kleine Alternative zum entsprechend ausgestatteten Windows-PC; aber eben eine echte Alternative!

Coherence-Mode

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Windows-Programme über den Mac-Dock starten, ohne ein zweites Fenster der virtuellen Maschine und das auch direkt auf dem Desktop?

Genau diese Möglichkeit eröffnet der “Coherence-Mode”, eine Art virtuelle Maschine, die im Hintergrund läuft. Der Symbiose-Modus zwischen Mac OS und Windows ist ideal für Nutzer, die gerne zwischen Programmen wechseln, die beispielsweise mit iTunes Musik hören, während sie in Microsoft Office Tabellen und Texte erstellen.

Beeindruckend ist dabei vor allem die Performance, denn nutzt man gerade keine Windows-Applikation, läuft die virtuelle Maschine ressourcenschonend als Parallels Compressor weiter, defragmentiert und komprimiert nebenbei die Festplatte und wartet darauf, dass wieder ein Programm gestartet wird. Wer nicht genau darauf achtet wird auch hier keinen Unterschied zwischen dem Mac-OS-Normalbetrieb und dem Coherence-Mode erkennen. Alles läuft butterweich und ist, mit minimalen Abstrichen bei Windows-Programmen, blitzschnell geladen.

Parallels Desktop – Anschlüsse und Peripherie

Insbesondere Unternehmen dürfte die Unterstützung des “Cross-Feedings” von Parallels Desktop für Mac freuen, denn so ist es möglich, beinahe sämtliche Peripheriegeräte auch unter Windows zu betreiben. Besonders nützlich ist das bei mobilen Speichermedien wie USB-Sticks, externe Festplatten oder gar Kameras und Smartphones. Diese werden von der Softwarelösung nämlich wie ganz normale USB-Geräte eingebunden.

Der Clou dabei ist das sich automatisch öffnende Fenster, bei dem man sich entscheiden kann, ob das Gerät in Windows oder Mac OS eingebunden werden soll. Wenn dabei noch die ALT-Taste festgehalten wird, merkt sich das Programm die Entscheidung und übernimmt die Virtualisierung später automatisch. Unterstützt werden übrigens sowohl Firewire als auch Thunderbolt-Geräte, wobei Letztere rein gefühlt sogar keinerlei Geschwindigkeitseinbußen in Kauf nehmen müssen.

[Parallels Desktop 9] Windows Programme auf IOS / Anwendungen auf einem Mac installieren und ausführen

Fazit – Parallels Desktop ist wirklich echte Alternative zum Windows-Desktop

Wer bisher auf die Benutzung von Bootcamp verzichtet hat, weil zwar Interesse an Windows-Programmen besteht, die ständigen Neustarts des Dual-Boot-Systems jedoch nicht in Kauf nehmen wollte, der sollte sich die Softwarelösung von Parallels Desktop in jedem Fall einmal ansehen. Vor allem mit dem Coherence-Modus hat der amerikanische Softwarehersteller ein kleines Meisterwerk geschaffen. So lässt sich problemlos zwischen Windows- und Mac-Applikationen wechseln, während im Hintergrund die virtuelle Maschine ihre Arbeit verrichtet.

Prinzipiell lässt sich Parallels Desktop uneingeschränkt empfehlen, lediglich Gamer schauen ein kleines bisschen in die Röhre, denn das Spielen von einigermaßen modernen Games ist zwar ebenfalls möglich, aber entsprechend der beschriebenen Limitationen mit Einschränkungen verbunden. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass Videospieler wohl keinesfalls die Hauptzielgruppe für das Unternehmen darstellen dürften.

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Bildquellen
Eigene Screenshots & Parallels IP Holdings GmbH

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