Xbox 720 als Nachfolger der Xbox 360?

Was hat es mit den Namen auf sich?

Xbox 720 als Nachfolger der Xbox 360

Als Anfang 2013 bekannt wurde, dass Microsoft bereits fleißig an einem Nachfolge-Modell zur erfolgreichen Gaming-Konsole Xbox 360 arbeitete, ging das große Rätselraten los. Unter anderem fragten sich die Fans und die Vertreter der Presse, welche technischen Spezifikationen die neue Konsole haben würde. Aber ebenso heiß wurde der mögliche Name der neuen Konsole diskutiert. Von den Medien wurde der Nachfolger der Xbox 360 schlicht „Xbox 720“ getauft. Aber wie leitet sich dieser Name eigentlich her und was wurde letztendlich aus der vermeintlichen Xbox 720 die als Nachfolger der Xbox 360 galt?

Xbox 720 als Nachfolger der Xbox 360

Das Verwirrspiel mit den Bezeichnungen der Konsolen von Microsoft begann eigentlich bereits Ende 2004, als die Fachpresse Nachrichten aufgriffen, nach denen Microsoft an einem Nachfolgemodell zur erfolgreichen Konsole Xbox arbeiten soll.

Die Presse nannte diese neue Konsole der Einfachheit halber „Xbox 2“, vereinzelt auch „Xbox Next“; von der Xbox 360 war zu dem Zeitpunkt aber noch nichts zu lesen.

Als die fertige Konsole dann 2005 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, trug sie bereits die offizielle Bezeichnung „Xbox 360“, was beim Publikum für Verwirrung sorgte. Über die Jahre haben sich verschiedene Theorien dazu entwickelt, warum Microsoft ausgerechnet diesen Namen gewählt hat. So ist eine weitverbreitete Annahme, dass sich der amerikanische Elektronik-Hersteller mit seinem Produkt vom japanischen Konkurrenten Sony mit deren Playstation-Konsolen abheben wollte.



Da Sony seine Konsolen bereits mit fortlaufenden Nummerierungen versah – also „Playstation“ (von Fans später häufig auch „PSX“ oder „PS1“ genannt), „Playstation 2“ und „Playstation 3“ – soll sich Microsoft eine besser unterscheidbare Bezeichnung für seine neue Konsole gesucht haben. Eine andere Theorie geht davon aus, dass die Bezifferung der zweiten Xbox sich an dem damals üblichen Videoformat von 360p orientierte. Zwar konnte die neue Xbox bereits Formate wie 480p unterstützen, allerdings fehlten oft die entsprechenden Spiele und Bildschirme, damit die Konsole in diesem Format glänzen konnte.

Microsoft selbst erklärte auf seiner offiziellen Seite dagegen, dass die Xbox das Zentrum des künftigen Entertainments sei und „360 Grad Begeisterung“ bieten sollte, weshalb die Konsole den Namen „Xbox 360“ bekam. Allerdings fanden viele Fans diese Erklärung für zu abgedroschen, um wahr sein zu können.

Zweite Runde im Zahlenraten

Nach dem Bekanntwerden der Entwicklungsarbeiten von Microsoft an einer Nachfolge-Konsole im Jahr 2013 gingen die Medien bei der Wahl einer vorläufigen Bezeichnung den einfachen Weg. Da die Xbox 360 sich als Marke über die Jahre etabliert hatte und die neue Konsole der direkte Nachfolger werden sollte, erhielt sie einfach den Namen „Xbox 720“. Denn die Konsole sollte die „zweite Generation“ der 360 sein und dementsprechend auch doppelt so viel Entertainment bieten.

Unter anderem wurde bekannt, dass die neue Konsole bereits eine Kinect-Steuerung integriert haben sollte, einen Prozessor mit 8 statt nur mit 3 Kernen benutzen würde und auf 8GB Arbeitsspeicher zugreifen könnte. Die Bezifferung 720 deutete aber auch an, dass die neue Xbox als Standart-Bildformat das mittlerweile verbreitete High Definition in 720p leisten könnte und die höheren Formate wie UltraHD auch.

Als sich die PR-Abteilung von Microsoft vor der Veröffentlichung der neuen Konsole mit der Suche einer offiziellen Bezeichnung beschäftigte, wurde das vorherige System allerdings wieder komplett umgeworfen, da man anscheinend die Herleitung von „Xbox 720“ noch unverständlicher fand als die Bezeichnung der Vorgänger-Konsole Xbox 360.
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Marketing der Xbox 720

Zur offiziellen Vorstellung der neuen Xbox wurde ein gänzlich neues Marketing-Konzept entwickelt. Denn die neue Konsole hatte sich nicht nur technisch weiterentwickelt, sondern auch sein Unterhaltungsangebot verlagert. Neben dem Gaming stand bei der neuen Xbox das Home-Entertainment in Form von eigenen Streaming-Plattformen und App-Anbindungen stärker im Vordergrund.

Die neue Xbox wurde als eine All-in-One-Plattform beworben, die es den Benutzern unter anderem ermöglichen sollte, Filme und Videos zu schauen, mit Freunden zu chatten oder Musik anzuhören, wenn man gerade keine Lust auf Gaming hatte. Diese Abwendung von der klassischen Spielkonsole hin zu einer Multimedia-Station sollte dabei auch durch den Namen wiedergegeben werden, den die neue Konsole tragen sollte. Darum wurde die neue Xbox von Microsoft offiziell „Xbox All-in-One“ getauft, was dann später auf „Xbox One“ verkürzt wurde.

Fazit

Die Konsolen von Microsoft haben – fast schon aus Tradition – seltsame Namen, welche sie von der Konkurrenz abheben sollen, für die Benutzer aber häufig nicht erschließbar sind. Die Xbox wurde in ihrer Weiterentwicklung nicht zur Xbox 2, sondern zur Xbox 360. Die Weiterentwicklung dieser Konsole bekam wiederum nicht den Namen Xbox 720 oder Xbox 360 Version 2, sondern wurde zur Xbox One. Und eine mögliche nächste Konsole trägt dann vielleicht eine Bezeichnung wie Xbox Ultimate oder dergleichen.

Es gibt keine nachfolgenden Bezeichnungen, nur das „Xbox“ bleibt gleich. Für Spieler dürfte es aber letztendlich uninteressant sein, ob ihre Konsole so oder so heißt. Wichtig ist nur, dass die neue Xbox besser als die Vorherige ist und mehr Spiel und Spaß bietet.



Bildquelle
Artikelbild: © panthermedia.net / Shane White

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