Winterdepression – woher kommt sie und was kann man dagegen tun?

Alle, die wie ich bis vor kurzem noch gehofft hatten, dem Winter irgendwie entgehen zu können, haben in der vergangenen Woche einen mächtigen Dämpfer erhalten: Temperaturen bis – 20°C, Schnee, eisiger Wind – der erhoffte Frühling ist in weite Ferne gerückt. Schade. Nicht nur für Winterhasser wie mich, sondern vor allem für Menschen, die psychisch richtig unter der kalten und dunklen Jahreszeit leiden.

Rund 30% der Deutschen (36% der Frauen und 24 % der Männer) leiden unter der sogenannten „Winterdepression“. Insbesondere an grauen, verhangenen Tagen und/oder bei Nieselregen sinkt dann die Laune der für diese Befindlichkeit anfälligen Personen in den Keller. Dieses Stimmungstief kann sich in vielerlei Symptomen äußern:

  • Stimmungsschwankungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Augen können kaum offen gehalten werden
  • Antriebslosigkeit für Unternehmungen jeglicher Art
  • Heißhunger auf Süßes

Auslöser für diese Art der Beschwerden ist Lichtmangel. In der Dunkelheit produziert der Körper weniger stimmungsaufhellende Endorphine und nur geringe Mengen des Glückshormons Serotonin (hierfür benötigt man Tageslicht). Das alleine bedeutet schon nichts Gutes. Hinzu kommt aber noch, dass an dunklen Tagen mehr Melatonin produziert wird, welches nachts den Schlaf steuert und ansonsten müde und schlappmacht. Für die betroffenen Personen entsteht ein Teufelskreis: sie sind deprimiert, bleiben zuhause und igeln sich ein (Schotten dicht). Dadurch sehen sie noch weniger Tageslicht, der Körper produziert noch weniger Serotonin, die Betroffenen werden noch depressiver, …



Im Gegensatz zu „normalen“ Depressionen lässt sich die saisonal abhängige nicht medikamentös behandeln. Nicht einmal pflanzliche Stimmungsaufheller wie Johanniskraut, deren Einnahme ansonsten sehr empfehlenswert ist, erzielen irgendeine positive Wirkung. Viel erfolgversprechender ist es, eine halbe Stunde täglich raus zu gehen. Schwieriges Unterfangen für die Betroffenen, aber die Aufnahme von Licht und Sauerstoff ist die beste Möglichkeit, seine Winterdepression zu besiegen. Ein Solariumbesuch ist hierfür angeblich nicht geeignet, da die dortigen UV-Strahlen keine Serotonine hervorbringen. Das kann ich mir persönlich zwar nicht vorstellen (wenn ich aus dem Solarium komme, bin ich immer sehr glücklich!), aber die Wissenschaftler beharren auf ihrer These. Nun ja…

Ansonsten soll man viele magnesiumhaltige Speisen zu sich nehmen (Magnesium dient als Schutz gegen Stress), wie beispielsweise Milch, Vollkornprodukte und Bananen. Auch Gewürze wie Chili und Muskat sollen ebenfalls einen stimmungsaufhellenden Effekt haben. Sportliche Betätigungen tragen ebenfalls dazu bei, die Winterdepression zu besiegen. Viele Betroffene haben durch eine helle, freundliche Farbgebung ihrer Räume, Dekorationen und Kleidung ihr Befinden verbessern können.



Jeder muss für sich persönlich einen Weg finden, die ewig langen, grauen Tage zu überstehen. Und eines ist sicher: das nächste Frühjahr, und mit ihm Helligkeit, Sonne und Wärme, kommt bestimmt!

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