Technik der Messerherstellung in Deutschland

Technik der Messerherstellung

Erst vor kurzem habe ich eine Reportage über die Technik der Messerherstellung in Deutschland gesehen und fand das so interessant, dass ich hier einen kleinen Beitrag drüber schreiben wollte. Immerhin ist die Messerherstellung in Deutschland ein Stück Kulturgut und kann bereits als Traditionshandwerk angesehen werden.

Schon seit über 700 Jahren steht dabei der Name Solingen für hochwertige Messer und Bestecke.

Zwar hat sich die Technik in vielerlei Hinsicht geändert, die Qualität der Messer ist aber nach wie vor hervorragend. Während noch vor einigen Jahren zum Beispiel das Schleifen eine schweißtreibende Arbeit war, so haben computergestützte Werkzeuge in vielen Firmen die Tätigkeit übernommen. Werkzeugmacher mit guten Programmierkenntnissen arbeiten an den Geräten und digitalisieren Daten, welche zur Herstellung eines Messers erforderlich sind. Auch die Rohlinge werden mittlerweile häufig nicht mehr per Hand hergestellt, sondern mit technisch ausgereiften Maschinen aus einem großen Blech geschnitten. Ein Laser sorgt für den sauberen Schnitt und per Knopfdruck wird errechnet, wie die Rohstoffausnutzung am besten ist.



Solinger Messer sind weltweit bekannt

Solinger Messer

Im Jahr 1938 wurde das „Gesetz zum Schutz des Namens Solingen“ erlassen.

Die Stadt ist bis heute die einzige, deren Namen per Gesetz geschützt ist. Zwar hat sich die Bezeichnung im Jahr 1994 geändert und seitdem ist von der „Solingenverordnung“ die Rede, aber die Bestimmung ist geblieben.

Nur Messer, die in Solingen oder Haan gefertigt wurden, dürfen als Solinger Messer bezeichnet werden.

Möchten wir uns ein neues Messer kaufen, dann wissen wir häufig sehr genau, was wir von einem guten Messer erwarten. Es sollte gut in der Hand liegen und nicht bereits nach wenigen Schnitten stumpf sein.

Wir möchten damit sowohl Rindergulasch schneiden als auch hauchdünne Scheiben von einem geräucherten Schinkenstück abschneiden können. Und wenn wir schon verhältnismäßig viel Geld dafür ausgeben, dann erwarten wir, dass es praktisch ein Leben lang hält. Ein geschmiedetes Messer ist wohl das Beste, was man sich kaufen kann. Sie werden aus einem Stück gefertigt und das Material ist hochwertiger Stahl aus einer Zusammensetzung von Chrom und Molybdän.

Chrom garantiert dabei die Rostbeständigkeit und Molybdän bietet einen zusätzlichen Korrosionsschutz. Zum Herstellen dieser hochwertigen Schneidwerkzeuge sind über 40 Arbeitsgänge erforderlich. Nicht ganz so aufwendig gearbeitet aber mit einigen Raffinessen ausgestattet sind die speziellen Kochmesser einiger Hersteller. Die Klinge ist in mehrere Zonen eingeteilt und jede für sich kann zum Schneiden unterschiedlichen Schneidgutes genommen werden. Selbst kleine Knochen lassen sich damit zerhacken und sogar vor den Panzern der Schalentiere macht das Messer keinen Halt. Die Spitze ist speziell für das Zerkleinern von Pilzen oder Gemüse ausgearbeitet und der mittlere Teil kann zudem zum Wiegen von feinen Gewürzen gebraucht werden.

Bekannte Messerhersteller in Deutschland

Manufakturen aus Solingen

Die Firma Böker mit Sitz in Solingen gehört zu den bekannten Manufakturen aus Solingen. Sammler kennen den Namen wohl auch wegen der außergewöhnlichen Sammlermesser.

Aber auch die schlichten Küchenmesser von Böker sind etwas ganz Besonderes. Die gehörtete Klinge aus Chrom-Molybdänstahl mit einem Griff aus Kastanienholz, das hat schon was.

Der sehr dünne Flachschliff an der Klinge soll laut Hersteller eine überragende Schneidleistung garantieren. Dabei ist das edle Stück kaum teurer als die preiswerten Messer. Ein Kauf ist absolut empfehlenswert.

Die sogenannten Windmühlenmesser von der Firma Herder werden auch heute noch von Hand gefertigt. Großer Wert wird hier auf den Schliff gelegt, der nicht nur lange hält, sondern mit zwei Zügen über den Wetzstahl nachgeschliffen werden kann. Die Auswahl an Hölzern für die Griffe ist hier recht groß. Was man als Nachteil empfinden könnte, ist die Tatsache, dass diese Schneidwerkzeuge nicht in der Spülmaschine gereinigt werden können.

Woran erkennt man ein gutes Messer?

Eine gute Klinge erkennen

Ob die Klinge wirklich scharf ist, das kann man mit der „Nagelprobe“ testen. Dazu wird die Klinge mit sanftem Druck auf den Daumennagel gepresst.

Sieht man dabei, dass die Klinge sich leicht wölbt, dann ist sie sehr fein und dünn ausgeschliffen und das ist ein Zeichen vorzüglicher Schärfe.

Steht auf dem Messer, welches wir kaufen möchten, der Name Solingen, dann können wir eigentlich immer davon ausgehen, dass dies schon Beweis genug für ein sehr gutes Arbeitsmittel ist. Ob wir dabei Wert darauf legen, dass der Stahl rostfrei ist oder nicht, das liegt mit an unseren Gewohnheiten. Sicher, nicht rostender Stahl läuft nicht an und auch säurehaltige Zutaten können damit geschnitten werden, ohne dass die Klinge sich schwarz färbt. Ein Messerblock aus dem Zubehör, wie man auf dem verlinkten Shop finden kann, sollte dann aber bei so einem hochwertigen Messer auch zum Pflichtprogramm gehören.  Auf der anderen Seite kann der nicht rostfreie Stahl wesentlich feiner und so auch schärfer geschliffen werden. Der dabei verwendete Carbonstahl ist höher gehärtet und dadurch ist nicht nur die gute Schärfe, sondern auch das mühelose Nachschleifen möglich. Deine Entscheidung. 🙂

Hier noch ein Video über die Solinger Messer:

Hier noch was zum richtigen Schleifen:

Dieser Artikel stellt keine Rechts-, Lebens- oder Gesundheitsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Dieser Artikel stellt nur meine eigene Meinung dar!



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