Studium ohne Abitur | Auf Community Colleges in den USA möglich!

Abitur in den USA

Abitur in den USAStudieren ohne Abitur – das ist in Deutschland kaum möglich. Wer über einen Realschulabschluss verfügt und seine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, kann höchstens unmittelbar im Anschluss daran ein Studium in den Vereinigten Staaten beginnen. Entsprechende Möglichkeiten bieten die sogenannten Community Colleges.

Die Bildungseinrichtungen der Community Colleges gibt es in allen Bundesstaaten der USA. Die landesweit rund 1.200 Community Colleges werden auch „Junior“ oder „Two-Year Colleges” genannt und sind vorwiegend in öffentlicher Hand. Während man in Deutschland in der Regel mindestens die Fachhochschulreife nachweisen muss, um die Voraussetzungen für ein Studium zu erfüllen, ermöglichen die Community Colleges auch den Menschen Ihr Studium, die ihre Karrierechancen verbessern möchten und den Zugang zu einer akademischen Ausbildung benötigen; auch ganz ohne Abi.

Bachelor-Abschluss in den USA machen

[sws_blue_box box_size=”730″]Community Colleges bieten sogenannte „Associate Degree Programme“ an. Sie werden nach 24 Monaten mit einem „Associate of Arts“ (A.A.) oder „Associate of Science (A.S.)“ abgeschlossen. Da die meisten Community Colleges entsprechende Verträge mit Hochschulen („Transfer Agreements“) haben, ist in der Regel ein Wechsel in das dritte Studienjahr eines Bachelor-Studiengangs problemlos möglich. [/sws_blue_box]



Der Associate Degree (-Link öffnet PDF-) gilt übrigens bisher in Deutschland nicht als Studienabschluss. Daher sollten Absolventen eines 2-jährigen Studiums an einem Community College unbedingt die Chance nutzen weitere zwei Jahre in den USA zu bleiben um ihren Bachelor zu machen. Dieser Abschluss wird in der Bundesrepublik dann auf jeden Fall als akademischer Abschluss anerkannt. Er ist die Voraussetzung um ein Master-Studium zu beginnen, das meist wiederum die Voraussetzung für die Übernahme anspruchsvoller Führungsaufgaben ist. Zudem kann man mit einem Masterabschluss promovieren und eine wissenschaftliche Karriere beginnen. Auch der Einstieg in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines Unternehmens ist möglich.

Niedrige Studiengebühren, einfaches Aufnahmeverfahren

Ein weiterer Vorteil der Community Colleges besteht in den geringen Studiengebühren und auch das Bewerbungsverfahren ist meist unproblematisch. Aufgrund der „open-door admissions policy“, einem offenen, nicht zulassungsbeschränkten Aufnahmeverfahren, werden in der Regel alle Bewerber angenommen, die die Anforderungen erfüllen.

Hierbei ist zu beachten, dass sich die Studienvoraussetzungen von College zu College unterscheiden können. Fachleute wie die von College Contact können aber bei dem Auslandsstudium helfen, denn einige dieser Bildungseinrichtungen akzeptieren Bewerber mit einem Realschulabschluss und zehn Schuljahren, bei einigen ist dagegen ein 12-jähriger Schulbesuch die Voraussetzung. Wer wo und wie studieren kann ist also die Frage, die oftmals nur Agenturen beantworten können; man selbst findet das nur mit Mühe raus. In jedem Fall muss aber ein vollständig ausgefülltes Bewerbungsformular eingereicht werden. Außerdem müssen Bewerber aus dem Ausland Englischkenntnisse nachweisen und die Finanzierbarkeit des Studienaufenthalts belegen.

ZDF reporter – Mehr Tempo beim Studium

Beispiel: IT-Forensik studieren

StudierenAn den Community Colleges gibt es unter anderem eine Vielzahl an Studienangeboten aus dem technischen Bereich. Ein Beispiel hierfür ist IT-Forensik. Diese Absolventen gelten als Spezialisten, um digitale Spuren zu analysieren und auswerten zu können. Nach einer entsprechenden Ausbildung sind sie in der Lage verdächtige Vorfälle im Zusammenhang mit Systemen der Informationsverarbeitung zu untersuchen und die Kriminalbehörden bei ihrer Ermittlungsarbeit zu unterstützen.

Die Experten der IT-Forensik sind auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt gefragt. Neben Jobs bei spezialisierten IT-Dienstleistern finden IT-Forensiker Beschäftigungsmöglichkeiten bei den Polizeibehörden. Laut Branchenverband Bitkom waren im Jahr 2013 bundesweit 39.000 Stellen für diese IT-Spezialisten unbesetzt. Hierzulande fehlen ausreichende Aus- und Weiterbildungsangebote.

Angeboten wird ein entsprechender Studiengang allerdings in den USA; beispielsweise am Edmonds Community College in Lynnwood – Washington. Das Studienangebot „Associate of Arts in Technical Information Security“ vermittelt die neuesten Technologien und Methoden. Das Curriculum umfasst etwa Systemsicherheit für Windows- und Linux-Server, die Risikoanalyse und -bewertung von IT-Systemen, Firewall-Implementierung und die Umsetzung eines mehrschichtigen Sicherheitsdesigns.

Zu den Dozenten gehören Experten für international anerkannte Methoden der Informationssicherheit. Voraussetzung für das Studium ist ein Englisch- sowie Mathe- Einstufungstests. Bewerber, die bereits über Vorkenntnisse und Erfahrungen im IT-Bereich verfügen, können auf einem fortgeschrittenen Level einsteigen. Ein wichtiges Qualitätskriterium für ein Studium an einem Community College sind die bestehenden Übereinkommen mit Universitäten und Hochschulen, die eine Fortsetzung des Studiums auf Bachelor-Niveau einfach macht.

Wer sich für das Edmonds Community College entscheidet, kann an eine ganze Reihe amerikanischer Universitäten wechseln. Transfer Agreements bestehen mit rund 50 Hochschulen. Darüber hinaus können die Absolventen an weitere amerikanische Unis wechseln, sofern sie einen bestimmten Notendurchschnitt erreicht haben.

Fazit: Studium ohne Abitur in den USA möglich

Studium in den USAIn den Vereinigten Staaten gelten Community Colleges inzwischen als fester Bestandteil der Hochschullandschaft, der vielen Menschen den Zugang zu „Higher Education“ ermöglicht. Mittlerweile beginnt fast die Hälfte aller Studierenden in den USA in diesen Bildungseinrichtungen ihr Studium. Welche Chancen die Community Colleges bieten, hat sich inzwischen auch im Ausland herumgesprochen: Seit einigen Jahren steigt die Zahl der internationalen Studierenden. Neben einer guten Betreuung haben Studierende aus dem Ausland die Chance, durch zusätzliche Englischkurse eventuell bestehende Defizite in der Fremdsprache effektiv auszugleichen.

Darüber hinaus gibt es spezielle Beratungsangebote, die ausländische Studierende die Integration in den USA erleichtern. Eine finanzielle Förderung für Studierende aus dem Ausland ist in den Vereinigten Staaten nur selten möglich, dennoch sollte man nachfragen und sich informieren. Nicht nur ein akademischer Abschluss, auch Auslandserfahrungen sind mittlerweile ein wichtiger Motor für die eigene Karriere. Eine Zeitlang im Ausland zu leben, stellt darüber hinaus immer eine bereichernde Lebenserfahrung dar. Es gibt also viele Gründe, warum man sich mit den Community Colleges näher beschäftigen sollte.

Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte sich vorab über jedes Community College, das den gewünschten Ausbildungsgang anbietet, informieren, da es durchaus Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Einrichtungen gibt. Auch die Frage, ob das gewünschte College Unterstützungsangebote für ausländische Studierende bereithält, sollten vor einer Bewerbung unbedingt geprüft werden.



Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Matthew Trommer
Mitte-Links: ©panthermedia.net Dmitriy Shironosov
Unten-Mitte: ©panthermedia.net Andres Rodriguez

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