Sind USB-Sticks überholt? | Clouddienste auf dem Vormarsch

USB veraltet? USB veraltet?
USB veraltet?

USB veraltet?

Während vor einigen Jahren der USB-Stick noch das Mittel der Wahl war, um wichtige Daten abzuspeichern, hat sich in Zeiten von Breitbandverbindungen eine ganze Branche im Internet entwickelt, die Nutzern eine sichere Verwahrung ihrer persönlichen Dateien bietet – und das für Privatkunden oft sogar kostenlos.

Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Schneller Zugriff auf alle Daten, systemübergreifende Verfügbarkeit und Cloudcomputing sind die wichtigsten Stärken der neuen Technologie.

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Also ab in die Cloud?
„DropBox“ & Co.
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Also ab in die Cloud?

Im Grunde: Ja. Doch wo Licht ist, ist bekannterweise auch Schatten. Zum einen legt man all seine privaten, intimen oder finanziellen Aufzeichnungen in die Hände unbekannter Dritter. Diese garantieren zwar ohne Ausnahme einen verantwortungsbewussten und Privatsphäre achtenden Umgang mit den in ihre Obhut gegebenen Daten, in der Vergangenheit straften Skandale rund um den wohl bekanntesten Onlinecloudspeicherdienst „DropBox“ diese Versprechungen Lügen: So wurde im Mai 2011 öffentlich, dass sich über simpelste Googleabfragen Privatfotos, die dem Dienst anvertraut wurden, mitsamt zugehörigem Nutzernamen uneingeschränkt aufrufen lassen – obwohl die Bilder nicht als öffentlich deklariert waren. Auch auf Dokumente der Nutzer konnte man über Umwege zugreifen; zwar wurden die Sicherheitslücken zeitnah geschlossen, ein mulmiges Gefühl blieb aber bei den Anwendern.

Ein weiteres, ganz triviales Problem stellt der Fakt dar, dass Onlinecloudspeicher nun mal über das Internet fungieren. Während Textdokumente oder einzelne Bilder sich noch über jedermanns Internetflatrate recht schnell übertragen lassen, eignen sich derartige Dienste nur bedingt für größere Datenmengen: Laut einer aktuellen Akamai-Studie liegt die Durchschnittsbandbreite eines Deutschen bei 6,0 Mbits – eine für umfangreiche Cloudnutzung unzureichende Geschwindigkeit.

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„DropBox“ & Co.

Obwohl die Verkaufszahlen von USB-Sticks hierzulande weiterhin ansteigen, greifen immer mehr Internetnutzer zur praktischen Alternative aus dem Netz: Weit über 50 Millionen Menschen verwenden laut offiziellen Angaben „DropBox“, den wohl bekanntesten Clouddienst weltweit. Ein leicht zu bedienender Klient integriert den Onlinespeicher als einfachen, weiteren Ordner in die Verzeichnisstruktur des PCs oder Macs. Von dort aus kann jedermann problemlos auf die „DropBox“ zugreifen: Per Drag&Drop lassen sich intuitiv Daten sichern, ein automatischer Abgleich mit den Servern des Konzerns aktualisiert in Echtzeit Änderungen, die an Dateien in der Cloud vorgenommen wurden.

Auf den Erfolgszug des sowohl innovativen als auch revolutionären Systems aufspringend entwickelten große Internetunternehmen in Rekordzeit dem Dienst ebenbürtige Konkurrenz: Microsofts „Skydrive“, Amazons „Cloud Drive“ oder „Apples iCloud“ zielen auf gleiche Nutzergruppen ab wie „DropBox“ und beendeten eine Monopolstellung des jungen Unternehmens, bevor sich diese überhaupt klar herauskristallisieren konnte. Über viele nützliche Funktionen, wie die automatische Synchronisation von Ordnern oder partielle Freigaben von Dateien, die früher Datensicherungssoftware anbot, verfügen nun auch moderne Clouddienste. Darüber hinaus kann man auch von Tablets oder Smartphones unterwegs auf seine Daten zugreifen, ohne dass man den Umweg über einen PC nehmen muss.

Dass der Spaß dabei nicht durchgehend kostenlos bleibt, ist klar. Während die Unternehmen für Einsteiger bis zu fünf Gigabyte umsonst zur Verfügung stellen, muss man für umfassende Backups in die Tasche greifen: Für 9,99 US-Dollar im Monat erhält der Kunde 100 Gigabyte Speicherplatz, 500 Gigabyte lässt sich „DropBox“ mit sogar 49,99 US-Dollar vergüten.

Ob der Datenspeicher in der Cloud sich letzten Endes für den Endverbraucher rentiert oder nicht, hängt ganz von dessen Ansprüchen ab: Für kleinere Dateien, einzelne Bilder oder Dokumente trumpfen die Internetalternativen zum USB-Stick mit leichter Bedienung und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten auf. Zur Speicherung großer Datenmengen oder brisanter Informationen sollte man aber lieber weiterhin zum herkömmlichen USB-Stick greifen – das kommt nicht nur kostengünstiger, sondern man weiß seine Dateien auch in guten Händen.

Quellen:
http://www.heise.de/ct/artikel/Die-Cloud-im-Alltag-1203951.html
http://www.chip.de/news/Dropbox-Irres-Datenleck-gibt-Privatfotos-fuer-alle-frei_48777376.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Dropbox
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/151613/umfrage/absatz-von-usb-sticks-seit-2004-in-deutschland/
http://www.heise.de/ct/artikel/Hier-einwerfen-1586576.html

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Ronald Hudson