Rechtsschutzversicherungen – Sinnvoller Schutz für den Ernstfall?

Rechtsschutzversicherung | © PantherMedia / IgorVetushko

Ein Rechtsstreit ist nicht nur umständlich und kompliziert – er kann auch ganz schön teuer werden. Immer mehr Menschen schließen aus diesem Grund eine Rechtsschutzversicherung ab. Doch wofür ist eine Rechtsschutzversicherung überhaupt gut und wann tritt sie in Kraft? Eine Rechtsschutzversicherung ermöglicht euch nicht nur einfacheren Zugang zu professioneller Rechtsberatung, auch bei alltäglichen Dingen wie beispielsweise dem Onlineshopping kann sie von Nutzen sein. Wir stellen euch im Folgenden die wichtigsten Leistungen einer Rechtsschutzversicherung vor.

Was macht eine Rechtsschutzversicherung?

Rechtsstreitigkeiten können schnell ganz schön ins Geld gehen. Eine Rechtsschutzversicherung gewährleistet im Fall eines Rechtsstreits finanzielle Unterstützung. Je nach Versicherung übernimmt sie die gesetzlichen Anwaltsgebühren, die Gerichtskosten, Zeugengelder sowie gerichtliche Sachverständigerhonorare. In manchen Fällen springt die Versicherung zudem auch dann ein, wenn der Versicherte vor Gericht verliert und die Kosten der Gegenseite übernehmen muss. Die Rechtsschutzversicherung ist keine Pflichtversicherung, der Abschluss einer solchen kann aber durchaus sinnvoll sein. Unter verschiedenen Tarifen wählt ihr die Variante aus, die am besten zu euch passt. So vermeidet ihr, dass ihr für Leistungen zahlen müsst, die niemals in Anspruch genommen werden. Hier lohnt es sich, die verschiedenen Tarife zu vergleichen und die Versicherung individuell für verschiedene Lebensreiche zu vereinbaren.

Je nach gewähltem Tarif kann die Rechtsschutzversicherung den Mietrechtsschutz, den Verkehrsrechtsschutz, den Privatrechtsschutz, den Berufsrechtsschutz und den Vermieterrechtsschutz abdecken. Konkret fallen Angelegenheiten wie beispielsweise Nachbarschaftsstreitigkeiten, Mietrechtsstreits, Durchsetzung von Schadensersatzforderungen, steuerrechtliche Angelegenheiten vor Gericht, Streitigkeiten im Arbeitsrecht oder Verkehrsunfälle in diese Kategorie. Doch auch für den Verbraucherschutz kann eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein.

Rechtsschutzversicherung beim Onlineshopping

Betrug beim Onlineshopping | © PantherMedia / Milkos

Ein Mietstreit passiert nicht alle Tage, was dafür häufiger vorkommt, sind Rechtsstreitigkeiten im Bereich des Onlinehandels. Heutzutage kaufen wir fast alle unsere Konsumgüter online. Bei der Masse an Paketen, Bestellungen und Überweisungen kann schon mal etwas schief gehen. Pakete gehen verloren, Retouren werden nicht überwiesen, der Onlinehändler ist nicht zu erreichen oder stellt sich am Ende als Betrüger heraus. In diesen Fällen kann eine Rechtsschutzversicherung helfen. Fernabsatzverträge, gesetzliches Widerrufsrecht, Rückgaberecht – da kann man schnell den Überblick verlieren. Die meisten Verbraucher sind sich ihrer Rechte gar nicht vollends bewusst. Eine Rechtsberatung über die Rechtsschutzversicherung räumt mit Unklarheiten auf und dient dem Verbraucherschutz.

Achtung: Wartezeiten

Bei den meisten Rechtsschutzversicherungen gibt es Wartezeiten. Diese Wartezeiten sind jedoch nicht einheitlich geregelt. Meistens liegt diese Wartezeit zwischen drei und sechs Monaten. Konkret bedeutet das, dass die meisten Leistungen der Rechtsschutzversicherung erst nach Ablauf der Wartezeit zur Verfügung stehen. Die Ursache für den Rechtsstreit darf erst nach Ablauf der Wartezeit eingetreten sein. Ansonsten zahlt die Versicherung nicht. Daher lohnt es sich auch, die Rechtsschutzversicherung vorbeugend abzuschließen und nicht erst dann, wenn der Rechtsstreit schon in vollem Gange ist.

Für wen ist die Rechtsschutzversicherung sinnvoll?

Rechtsberatung beim Anwalt | © PantherMedia / freedomtumz

Das Abschließen einer Rechtsschutzversicherung kann unter anderem dann sinnvoll sein, wenn ihr eine Mietwohnung bewohnt. Im Fall von Rechtsstreitigkeiten aufgrund von Mieterhöhung, Betriebskostenabrechnungen oder Reparaturen seid ihr rechtlich abgesichert. Auch Halter/Fahrer eines Kraftfahrzeuges, die mit diesem viel unterwegs sind, profitieren bei einem Unfall mit unklarem Unfallhergang von einer Rechtsberatung. Wer oft und gerne online einkauft, der weiß: Nicht alle Händler sind unbedingt so seriös, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Um bei Betrugsmaschen oder verloren gegangenen Retouren nicht auf seinem Geldverlust sitzen zu bleiben, solltet ihr euch schnellstmöglich um eine Rechtsschutzversicherung kümmern.

Allerdings gibt es auch einige Bereiche, die von einer Rechtsschutzversicherung nicht übernommen werden. Dazu gehören unter anderem Scheidungen, erbrechtliche Auseinandersetzungen und Streitigkeiten rund um das Thema Baurecht und Baufinanzierung. Auch Streitigkeiten rund um das Thema Geldanlagen oder die Abwehr von Schadensersatzansprüchen, die gegen euch gestellt werden, werden von der Rechtsschutzversicherung in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt abgedeckt.

Fazit

Sollte ich also eine Rechtsschutzversicherung abschließen? Das kommt darauf an, ob und wie viele der oben genannten Voraussetzungen auf euch zutreffen. Fakt ist: Mit dem Abschließen einer Rechtsschutzversicherung solltet ihr nicht zu lange warten. Ist die Ursache für den Rechtsstreit schon geschehen, übernimmt die Versicherung für diesen speziellen Fall keine Kosten mehr. Übrigens: Seid ihr Mitglied einer Gewerkschaft? Dann braucht ihr die Rechtsschutzversicherung nicht, da ihr den Rechtsschutz der Gewerkschaft nutzen und somit meist auch eine kostenlose Rechtsberatung in Anspruch nehmen könnt. Für alle anderen kann eine Rechtsschutzversicherung aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Repertoire der Versicherungen sein.