NAS Server Test 2014

NAS Server

NAS ServerDie Flut der Daten nimmt immer mehr zu und die Festplatten passen sich dementsprechend auch an. Viele Endgeräte greifen heute zudem auf ein gemeinsames Archiv zu. Hierbei handelt es sich um Server, welche im Netzwerk allen Benutzern im gleichen Maße Daten zur Verfügung stellen. Die Technologie wird NAS (Network Attached Storage) genannt.

NAS ist bei aktuellen Router-Modellen bereits Standard. In der Regel reicht bereits eine externe Festplatte, die mit dem Router verbunden wird und schon hat man einen „kleinen“ NAS. Doch es geht noch mehr. Wer gewaltige Mengen an Daten zu speichern hat, Festplatten auch im vollen Betrieb wechseln möchte und unzählige verschiedene Gerätetypen verwendet, für den empfiehlt sich ein echter NAS Server.

Auch in diesem Jahr soll wieder in der Zusammenarbeit mit www.nastest.net der NAS Server Test 2014 die aktuellsten Modelle präsentieren, um so ihre Vor- und Nachteile herauszuarbeiten. Denn NAS Server ist nicht gleich NAS Server, wie wir auch schon im NAS Server Test 2013 festgestellt haben.

NAS Server Test 2014 und die Konnektivität

An dieser Stelle sollen bereits die Grundkriterien erwähnt werden, welche heute für einen jeden NAS Server unabdingbar sind. So müssen NAS-Systeme heute mit einer Vielzahl von Kommunikationsstandards umgehen können. Hierzu zählen insbesondere W-Lan, Bluetooth, Ethernet und natürlich auch die Anbindung per USB. Die hier vorgestellten Geräte stammen von Synology, Netgear und D-Link. Netgear ist dabei seit Jahren für seine professionellen Netzwerklösungen bekannt.

Sicherlich erscheint es von Vorteil, einen NAS Server mit Prozessor zu kaufen. Allerdings stellt sich in diesem Zusammenhang auch immer die Frage, ob die Rechenleistung wirklich benötigt wird. Abgesehen davon gehen NAS Server mit Prozessoren und Lüfter sehr ins Geld, da ihr Stromverbrauch um einiges höher liegt und die potenziell anfälliger sind. So sollte man sich überlegen, ob man im privaten Bereich ein Highend-Model verwenden möchte oder ob es ein guter alternativer NAS auch tun würde.

NAS Server Test 2014

Gerät  Synology Disk Station DS411slim  NETGEAR ReadyNAS 102 RN10200 – NAS – RN10200-100EUS  D-Link DNS-320 Sharecenter Pulse 2-Bay NAS 
Kapazität 
  1. 4 TB, 2,5″

 

  1. 8 TB, 2,5″/3,5″

 

  1. 4TB, 3,5″

 

Prozessor  1,6 GHz  Marvell ARMADA 370 1.2 GHz  – 
RAM  256 MB DDR3  512 MB  – 
DLNA  JA  JA  NEIN 
USB  2 x USB 3  1 x USB 23 X USB 3

 

USB 2.0 
LAN  1x Ethernet 10Base-T/100Base-TX/1000Base-T – RJ-45  2 x Ethernet 10Base-T/100Base-TX/1000Base-T – RJ-45 
  • 10/100/1000 Mbit/s Gigabit Ethernet

 

Energieverbrauch  (im Betrieb) 16.8 Watt  31,8 Watt im Vollbetrieb 

15,7 Watt im Vollbetrieb

Synology Disk Station DS411 slim

Synology war schon im letzten Jahr ganz vorne mit dabei und auch diesmal hat es das Unternehmen wieder in die Liste geschafft. Die Disk Station DS411 slim unterstützt von Haus aus 4 TB. Wie ihr Name schon sagt, wird sie mit Slim-Laufwerken, also 2,5″ Festplatten bestückt. Von diesen Festplatten können insgesamt vier Stück installiert werden.

Bestückt ist der Server mit einen 1,6 GHz Prozessor und 256 MB DDR3 RAM. Ein Raidcontroller ist im System bereits integriert und er unterstützt die Raidlevel RAID 0, RAID 1, RAID 5, RAID 6, RAID 10, JBOD, RAID und 5 Hot Spare.

Als sehr gut zu bewerten ist die Datenübertragungsrate von 300 MB pro Sekunde. Mit dieser Geschwindigkeit lassen große Dateien sehr schnell zwischen den einzelnen Systemen verteilen. Der installierte Ethernetcontroller unterstützt zudem bis zu einem Gigabit an Traffic. Mehr als ausreichend.

In diesem Zusammenhang ist es sehr von Vorteil, dass die Disk Station über 2 Highspeed USB 3 Anschlüsse verfügt. Noch dazu wurde ein externer eSata-Anschluss verbaut. Im Gehäuse befindet sich ein integrierter Lüfter. Das gesamte System benötigt im Betrieb nur 16,8 Watt. Als Betriebssystem fungiert übrigens der Synology DiskStation Manager 2.3.

Video Synology Disk Station DS411 slim

NETGEAR ReadyNAS 102 RN10200 – NAS – RN10200-100EUS

Netgear ist vor allem für seine Netzwerkarten bekannt. Mit dem ReadyNAS kommt nun ein NAS Server, welcher einen Funktionsumfang mit sich bringt, der sich wirklich sehen lassen kann.

Mit seinen 8 TB unterstützt er die doppelte Kapazität der Disk Station, verbraucht dafür mit 31 Watt im Vollbetrieb aber auch fast das zweifache an Strom. Als Prozessor wurde der Marvell ARMADA 370 mit 1.2 GHz verbaut, welcher auf 512 MB Arbeitsspeicher zurückgreifen kann. Dabei liegt die Rechengeschwindigkeit etwas höher als bei Synology. Der Raidcontroller ist integriert, unterstützt allerdings nur Raid 0 und Raid 1.

Die Konnektivität erstreckt sich über einen USB 2 Anschluss, 3 USB 3 Anschlüsse, 2 Ethernetports bis hin zu einem eSata-Anschluss. Als Transferprotokol wird grundsätzlich FTP verwendet. Als sehr vorteilhaft gestaltet sich die Hot-Swap-Funktion, welche es erlaubt Festplatten im vollen Betrieb zu wechseln. Zudem steht die Funktion Wake-on-Lan zur Verfügung.

Video NETGEAR ReadyNAS 102 RN10200 – NAS – RN10200-100EUS

Das D-Link Sharecenter ist eher ein Einsteigerpaket, bietet aber im Grunde alles, was ein vernünftiger NAS Server benötigt. Mit nur 15,7 Watt Stromverbrauch ist er zudem extrem sparsam und wird wohl vor allem Home-Nutzer ansprechen.

Auf eine DLNA-Unterstützung wurde zwar leider verzichtet, aber im Betriebssystem können bis zu 64 Benutzerkonten angelegt werden. Insgesamt können zwei Festplatten eingebaut werden; diese lassen sich durch die Hot-Swap-Technologie auch im vollen Betrieb tauschen. Zum Einsatz kommen 3,5″ Standardfestplatten, s dass diese praktisch auch aus einem Tower ausgebaut werden können.

Der Server verfügt zudem über einen Ethernet-Anschluss und einen USB 2.0 Port. Ein sehr schönes Feature ist der DHCP-Client, welcher jedem Benutzer eine eigene IP zuteilt. Eine aufwendige Konfiguration entfällt damit. Zwar verfügt das System über keinen eigenen Prozessor oder RAM, das Betriebssystem lässt sich dennoch einfach über den Browser ansteuern.

Alle drei Systeme können von jedem gängigen Betriebssystem aus verwendet werden. Die Konfiguration erfolgt entweder über den Browser oder es wird eine entsprechende Software vom Hersteller mitgeliefert. Allen ist übrigens gemeinsam, dass sie auch als Webserver genutzt werden können.

Video D-Link DNS-320 Sharecenter Pulse 2-Bay NAS

Fazit des NAS Server Tests 2014

Cloud-Computing, so heißt das System der Zukunft. Daten werden immer mehr auf externen System ausgelagert. So ist es nicht verwunderlich, dass auch im privaten Bereich die Anzahl der NAS Server immer weiter zunimmt.

Viele benutzen die NAS Server zum Beispiel als Mediaserver für ihren Fernseher, ihr Smartphone oder für ihren PC. Da Speicherplatz heute relativ günstig ist, unterstützen die aktuellen NAS Server auch sehr hohe Speicherdichten.

Zumindest kann man sagen, dass die hier aufgeführten Modelle ihren Zweck erfüllen. Der Netgear eignet sich wohl am besten für kleine bis mittlere Firmen, die eine Vielzahl von Rechnern oder mobilen Geräten betreiben. Er hat die umfangreichsten Funktionen und durch Hot-Swap lassen sich defekte oder fehlerhafte Festplatten auch ohne Abschalten wechseln.

Synology kann genau wie der D-Link als Heimserver Verwendung finden. Allerdings stellt der D-Link kein DLNA zur Verfügung, womit die Disk Station einen Vorteil hat. Zudem verfügt sie über einen leistungsstarken Prozessor und ist auch noch sehr niedrig im Energieverbrauch. Der D-Link kann für alle User empfohlen werden, die ihre Endgeräte eher per Kabel anschließen und kein hohes Datenaufkommen haben.

Man darf schon gespannt sein, was sich die Entwickler im nächsten Jahr einfallen lassen. Die Standards werden sich ändern und somit auch die Technologie der NAS Server. Natürlich werden wir an dieser Stelle wieder darüber berichten.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Amir Zukanovic