Nachhaltigkeit, Zubereitung & Geschmack – Der große Kaffee-Guide

Kaffee | © PantherMedia / AlekseyPatsyuk

Die Menschen in Deutschland lieben ihren Kaffee. Im Ranking der beliebtesten Getränke haben sie ihn sogar noch vor Wasser und Bier auf Platz 1 gewählt. Doch was macht Kaffee eigentlich so beliebt? Wie nachhaltig kann Kaffee wirklich sein? Welche Unterschiede gibt es bezüglich der verschiedenen Sorten, was sagt der Röstgrad über den Geschmack aus und welche Methode der Zubereitung ist die beste? Wir haben im Folgenden für euch alle Fakten über Kaffee, die ihr schon immer mal wissen wolltet.

Wie nachhaltig ist Kaffee?

Neun von zehn Deutschen sind Kaffeetrinker. Viele von ihnen möchten mehr Nachhaltigkeit in ihren Alltag integrieren und fragen sich: Wie nachhaltig ist Kaffeetrinken heutzutage überhaupt noch? Das kommt darauf an, wo der Kaffee herkommt, unter welchen Bedingungen er angebaut und wie er zubereitet wird. Die Kaffeebohnen müssen immer importiert werden, da sie in Deutschland nicht wachsen. Das verursacht in Kombination mit dem Anbau einen hohen CO2-Ausstoß. Eine Tasse Kaffee kann bis zu 101,35 g CO2 verursachen. Die gute Nachricht: Wir zuhause haben einen großen Einfluss darauf. Unsere Methode der Zubereitung kann nämlich einen deutlichen Unterschied auf die CO2-Bilanz machen. Maschinen zur Kaffeezubereitung, die mehr Abfall als den reinen Kaffeesatz verursachen, könnten zum Problem für die Umwelt werden. Damit sind insbesondere Pad- und Kapselmaschinen gemeint. Viele dieser Einweg-Kapseln können nur schwer recycelt, geschweige denn wiederverwendet werden.

Auch der Stromverbrauch spielt bei der Klimabilanz des Kaffees eine Rolle. Statt eines stromgetriebenen Vollautomaten, der die ganze Zeit auf Abruf steht, könnt ihr zum sogenannten „Slow Coffee“ greifen. Dabei wird der Kaffee frisch von Hand aufgebrüht. Das schmeckt nicht nur besser, sondern ist auch noch eine gute Tat für die Umwelt. Ihr möchtet euren Kaffee komplett „Zero-Waste“ zubereiten? Kein Problem! Der Kaffeesatz lässt sich nach der Zubereitung hervorragend als Dünger für den Garten oder Zimmerpflanzen verwenden.

Ganze Bohne oder gemahlen kaufen?

Kaffeepulver oder ganze Bohne | © PantherMedia / gioiak2

Wer anfängt, sich intensiver mit Kaffee und seiner Zubereitung auseinanderzusetzen, der steht schnell vor der Frage: Ganze Bohne oder fertig gemahlen – was schmeckt besser? Beide Varianten der Kaffeebohne haben ihre individuellen Vor- und Nachteile. Die Vorzüge des vorgemahlenen Kaffees liegen auf der Hand. Es ist äußerst praktisch, da man zur Zubereitung nicht extra eine Kaffeemühle kaufen muss. Oftmals ist der vorgemahlene Kaffee im Vergleich zu den ganzen Bohnen auch günstiger. Das Kaffeepulver ist allerdings auch um einiges anfälliger für Luftfeuchtigkeit, Licht und Temperatur. Wer größere Mengen Kaffeepulver kauft, muss also mit einem potenziellen Geschmacksverlust rechnen. Kaffeepulver sollte demnach immer dunkel, luftdicht, kühl und trocken gelagert werden.

Kaffeekenner schwören auf den Geschmack der frisch gemahlenen Kaffeebohnen. Dafür müsst ihr jedoch auch tiefer in die Tasche greifen, denn bei ganzen Bohnen wird besonders stark auf die Qualität, Beschaffenheit und den perfekten Röstgrad geachtet. Zudem müssen sie vorsichtiger transportiert werden, um die Bohne vorm Brechen zu schützen. Die Zubereitung einer Tasse Kaffee mit ganzen Bohnen dauert zwar länger, ist aufwendiger und ein bisschen teurer, dafür werdet ihr aber auch mit einem intensiveren und vollmundigeren Geschmack belohnt.

Was sagt der Röstgrad über den Geschmack aus?

Kaffee trinken | © PantherMedia / AllaSerebrina

Nicht selten steht der frischgebackene Kaffee-Liebhaber vor dem Supermarktregal und fragt sich: Was sagt der Röstgrad eigentlich über den Geschmack des Kaffees aus? Kaffeebohnen sind von Natur aus grün und müssen erst geröstet werden, bevor sie ihr intensives Aroma entfalten können. Der Röstgrad von Kaffee wird unterschieden in helle, mittlere und starke/kräftige Röstung. Je länger die Bohnen geröstet werden, desto intensiver wird auch ihr Geschmack. Wie lange und bei welchen Temperaturen geröstet wird, hängt ganz davon ab, welche natürlich vorkommenden individuellen Noten des Kaffees durch die Röstung hervorgehoben werden sollen. Je dunkler der Kaffee geröstet wird, desto weniger schmeckt er fruchtig-säuerlich. Dunkel geröstete Kaffeebohnen entfalten einen intensiven, schokoladigen Geschmack. Anstelle einer Säuerlichkeit, wie sie bei den hell gerösteten Bohnen zum Vorschein tritt, verfügt die starke Röstung über mehr Bitterstoffe.

Fazit

Kaffeegenuss | © PantherMedia / ArturVerkhovetskiy

Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Das wissen wir nun. Nicht nur der Röstgrad, sondern auch die Art der Zubereitung kann geschmacklich eine Menge ausmachen. Doch jeder Geschmack ist unterschiedlich. Während die einen ein fruchtig-frisches Aroma bevorzugen, setzen andere auf eine schokoladige Wärme mit feiner Bitternote. Während es für die einen am Morgen einfach nur schnell gehen soll, zelebrieren wieder andere die Zubereitung des kostbaren Getränks ausgiebig. Wer in seinem Alltag mehr auf die Umwelt achten möchte, der verzichtet lieber auf Kapsel- und Pad-Maschinen und steigt auf eine der zahlreichen Zubereitungsmöglichkeiten ohne zusätzlichen Müll um. Nicht nur die Umwelt, sondern auch eure Geschmacksknospen werden es euch danken.