Manche Insekten suchen sich ungewöhnliche Plätze für die Überwinterung

Es ist nicht mehr zu übersehen, dass wir uns der kalten Jahreszeit nähern. Jedes Lebewesen, das halbwegs seine Sinne beisammen hat, sucht sich ein warmes Plätzchen, um die Kälte so unbeschadet wir möglich zu überstehen. Vögel machen sich auf den Weg in den Süden (beispielsweise die Wildgänse, die in perfekter Formation am Himmel zu sehen sind), Insekten suchen Schlupflöcher in der Erde, in Keller- und Wohnräumen oder unter Baumrinden. Selbst die Zecken nutzen letztmalig meine Katzen als Transportmittel und lassen sich von ihnen ins warme Haus bringen. Alles nachvollziehbar und gut durchdacht, schließlich will ja niemand der Kälte zum Opfer fallen.

Doch die Wahl dieses Plätzchens sollte gut überlegt sein, nicht so wie bei einer wunderschön aussehenden, rötlichbraunen Spinne. Diese Spinne nämlich hat sich einen ganz besonders einzigartigen Unterschlupf gesucht: im Außenspiegel meines Autos. Bereits vor einigen Wochen fiel mir morgens auf, dass von besagtem Spiegel bis hin zu der Seitenscheibe ein großes Spinnennetz gespannt war. Ich entfernte es, doch als ich Feierabend hatte, war es wieder da.

Also entfernte ich es erneut mit dem Ergebnis, dass es sich am nächsten Morgen in alter Frische wieder an derselben Stelle befand. Dieses Procedere wiederholte sich mehrere Tage, bis ich an einem sonnigen Nachmittag erstmals meinen ungebetenen Gast sah: in der Lücke zwischen dem Spiegelglas und der Außenspiegelwand kletterte freundlich grinsend die Spinne umher und schleppte ein verpupptes kleines Insekt in besagtes Gehäuse. Etwas überrascht war ich schon, dass sie so viele Tage und so viele gefahrene Kilometer offenbar unbeschadet überstanden hat. Auch eine Hochdruckreinigung meinerseits schien ihr nichts ausgemacht zu haben.

Aber wie soll es weitergehen? Prinzipiell stören mich Spinnenweben an meinem Fahrzeug nicht, doch ich habe die Befürchtung, dass die kleine Spinne im Winter erfrieren wird, zumal mein Wagen – zumindest tagsüber – draußen steht. Allerdings weiß ich auch nicht, was ich tun könnte, um ihr zu helfen. Bei aller Tierliebe – ich kann ja wohl schlecht meinen Außenspiegel auseinander- oder gar abbauen, die Spinne schnappen und in einem wohltemperierten Raum platzieren, damit sie überlebt, oder? Oder meinen Außenspiegel in eine warme Decke einwickeln… Ich hoffe nur, dass sie bis zum richtigen Wintereinbruch ein anderes Quartier finden wird – ansonsten sehr ich schwarz, dass sie das nächste Frühjahr noch erleben wird…



Manche Insekten suchen sich ungewöhnliche Plätze für die Überwinterung
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Es ist nicht mehr zu übersehen, dass wir uns der kalten Jahreszeit nähern. Jedes Lebewesen, das halbwegs seine Sinne beisammen hat, sucht sich ein warmes Plätzchen, um die Kälte so unbeschadet wir möglich zu überstehen. Vögel machen sich auf den Weg in den Süden (beispielsweise die Wildgänse, die in perfekter Formation am Himmel zu sehen sind), Insekten suchen Schlupflöcher in der Erde, in Keller- und Wohnräumen oder unter Baumrinden. Selbst die Zecken nutzen letztmalig meine Katzen als Transportmittel und lassen sich von ihnen ins warme Haus bringen. Alles nachvollziehbar und gut durchdacht, schließlich will ja niemand der Kälte zum Opfer fallen.

Doch die Wahl dieses Plätzchens sollte gut überlegt sein, nicht so wie bei einer wunderschön aussehenden, rötlichbraunen Spinne. Diese Spinne nämlich hat sich einen ganz besonders einzigartigen Unterschlupf gesucht: im Außenspiegel meines Autos. Bereits vor einigen Wochen fiel mir morgens auf, dass von besagtem Spiegel bis hin zu der Seitenscheibe ein großes Spinnennetz gespannt war. Ich entfernte es, doch als ich Feierabend hatte, war es wieder da.

Also entfernte ich es erneut mit dem Ergebnis, dass es sich am nächsten Morgen in alter Frische wieder an derselben Stelle befand. Dieses Procedere wiederholte sich mehrere Tage, bis ich an einem sonnigen Nachmittag erstmals meinen ungebetenen Gast sah: in der Lücke zwischen dem Spiegelglas und der Außenspiegelwand kletterte freundlich grinsend die Spinne umher und schleppte ein verpupptes kleines Insekt in besagtes Gehäuse. Etwas überrascht war ich schon, dass sie so viele Tage und so viele gefahrene Kilometer offenbar unbeschadet überstanden hat. Auch eine Hochdruckreinigung meinerseits schien ihr nichts ausgemacht zu haben.



Aber wie soll es weitergehen? Prinzipiell stören mich Spinnenweben an meinem Fahrzeug nicht, doch ich habe die Befürchtung, dass die kleine Spinne im Winter erfrieren wird, zumal mein Wagen – zumindest tagsüber – draußen steht. Allerdings weiß ich auch nicht, was ich tun könnte, um ihr zu helfen. Bei aller Tierliebe – ich kann ja wohl schlecht meinen Außenspiegel auseinander- oder gar abbauen, die Spinne schnappen und in einem wohltemperierten Raum platzieren, damit sie überlebt, oder? Oder meinen Außenspiegel in eine warme Decke einwickeln… Ich hoffe nur, dass sie bis zum richtigen Wintereinbruch ein anderes Quartier finden wird – ansonsten sehr ich schwarz, dass sie das nächste Frühjahr noch erleben wird…

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