Haushaltsschädlinge erfolgreich bekämpfen

Schädlingsbefall | © PantherMedia / robertohunger

Einmal nicht richtig aufgepasst, das Müsliglas nicht richtig zugeschraubt, die Mehlpackung nicht sorgfältig verschlossen oder ein Lebensmittel zu lange offen stehen lassen und schon sind sie da: Haushaltsschädlinge. Sie sind hartnäckig, lästig und sorgen in vielen Fällen dafür, dass wir unsere gesamten Lebensmittelvorräte entsorgen müssen. Habt ihr mit Ameisen, Motten, Käfern & Co. zu kämpfen? Dann seid ihr hier genau richtig. Wir stellen euch nämlich im Folgenden die am häufigsten vorkommenden Haushaltsschädlinge vor und zeigen euch, wie man sie erkennt und erfolgreich bekämpft.

Ameisen und Obstfliegen

Fruchtfliegen | © PantherMedia / Mirage3

Mit Ameisen und Obstfliegen hatte wohl jeder schon einmal zu tun. Sie sind im Grunde harmlos, können sich aber rasant vermehren und sollten daher so schnell wie möglich beseitigt werden. Ameisen und Obstfliegen werden von offenen Lebensmitteln angelockt. Ist die Obstschale einmal befallen, liegt das meist an einer einzelnen überreifen oder bereits fauligen Frucht. Diese sollte schnellstmöglich draußen entsorgt werden. Die unversehrten Früchte könnt ihr einmal gründlich abwaschen und dann ganz unbedenklich verzehren. Den kleinen Fliegen fällt es schwer, die Schale einer frischen Frucht zu durchdringen. Sie legen ihre Eier deshalb lieber in und auf fauligem Obst ab.

Ameisen finden ihren Weg in die Wohnung von draußen über offene Fenster, Ritzen und Spalten. Wenn die Ursache für den Fruchtfliegen- oder Ameisenbefall entfernt worden ist, gilt es nur noch die verbliebenen Tiere loszuwerden. Für Ameisen eignen sich spezielle Ameisenfallen, die es in jeder Drogerie und jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Obstfliegen werden entweder mit einer Klebefalle oder mit einer eigens hergestellten Mixtur aus Apfelessig und Spülmittel gefangen. Der Geruch des Essigs lockt die Fliegen an, während das Spülmittel dafür sorgt, dass die Fliegen in der Flüssigkeit untergehen.

Lebensmittelmotten

Lebensmittelmotten | © PantherMedia / vchalup2

Lebensmittelmotten sind hartnäckige Schädlinge. Sie werden angelockt von Mehl, Getreide, Nüssen, Hülsenfrüchten und Trockenobst. Meist gelangen sie über diese Lebensmittel in den Haushalt. Es kann aber auch sein, dass sie einfach durchs offene Fenster herein geflattert kommen. Habt ihr eine Motte in eurer Küche entdeckt, solltet ihr so schnell wie möglich handeln, denn eine Lebensmittelmotte kommt selten allein. Um einen Befall sicher bestimmen zu können, werden sogenannte Pheromonfallen eingesetzt. Mit einem Sexuallockstoff werden die männlichen Motten angelockt, die an der Falle kleben bleiben und die Weibchen so nicht mehr befruchten können. Als nächsten Schritt sollten alle zugänglichen Lebensmittel untersucht werden. Sobald Motten oder Larven zu sehen sind, muss das Produkt entsorgt werden. Die Larven sehen aus wie kleine weiße Mehlwürmer und ziehen dünne weiße Fäden, ähnlich einem Spinnennetz. Alle nicht befallenen Lebensmittel sollten luftdicht in Glas- oder Hartplastikcontainern verschlossen werden.

Achtung: Durch dünne Tüten wie etwa Gefrierbeutel können sich die Maden hindurchfressen. Sind alle Lebensmittel entsorgt oder sicher verstaut, solltet ihr der Küche einer Grundreinigung unterziehen. Zunächst wird alles abgesaugt und der Staubsaugerbeutel danach sofort entsorgt. Anschließend könnt ihr alle Oberflächen mit einem Essigreiniger bearbeiten. Die meisten Motten, Larven und Eier sollten nun entfernt worden sein. Die vollständige Bekämpfung der Schädlinge gestaltet sich bei Lebensmittelmotten oft als schwierig, da die wirklich effektiven Gifte in der Küche nichts zu suchen haben. Eine nachhaltige, effektive und schonende Möglichkeit, die ungeliebten Hausgäste wieder loszuwerden, ist der Einsatz von Schlupfwespen. Dazu später mehr.

Brotkäfer


Ein ebenso lästiger wie hartnäckiger Schädling ist der Brotkäfer. Er zeichnet sich durch seine rötlich-braune Färbung und den pelzigen Panzer aus. Er wird nur ca. 2-3 mm groß. Der Brotkäfer wird durch offene Lebensmittel angelockt. Besonders gerne frisst er Getreidehaltiges und Schokolade. Er kann fliegen und somit durch geöffnete Fenster ungehindert hereinschwirren. Einmal angekommen wird man den Brotkäfer nur schwer wieder los. Aufgrund seiner Ähnlichkeit zu anderen Käfern, wie beispielsweise dem Tabakkäfer, solltet ihr mit einer Pheromonfalle zunächst herausfinden, ob es sich tatsächlich um Brotkäfer handelt. Wenn ja, gilt für die Entfernung die selbe Vorgehensweise wie bei den Lebensmittelmotten.

Wie bei den Motten ist der Einsatz von Schlupfwespen auch bei einem Brotkäferbefall nützlich. Die Schlupfwespen, oder auch Lagererzwespen gehören zu den sogenannten Nützlingen. Die kleinen Tiere sind nur etwa 0,4 mm groß und mit dem bloßen Auge auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Die Schlupfwespen töten die Larven des Schädlings ab und sterben, sobald die Schädlinge beseitigt sind, selber ab. Diese kleinen, nützlichen Helfer könnt ihr ganz einfach im Internet bestellen, sie überleben den Transport über die Post ohne Probleme.

Fazit

Haushaltsschädlinge sind nervig und in den meisten Fällen nur schwer wieder loszuwerden. Das wichtigste im Kampf gegen Käfer, Fliegen & Co. ist es, einen Befall so früh wie möglich zu erkennen. Nachdem die Art des Schädlings und die Ursache für den Befall lokalisiert wurden, kann es mit der Bekämpfung losgehen. In den eigenen vier Wänden wollen wir so gut es geht auf den Einsatz von Chemikalien verzichten. Mutter Natur hat daher ein paar Tricks auf Lager. Dank des Einsatzes der Schlupfwespen ist die Wohnung schon bald wieder frei von Schädlingen.