Fracking: Gefährlicher Energiehunger

Fracking und dessen Gefahren Fracking und dessen Gefahren
Fracking und dessen Gefahren

Fracking und dessen Gefahren

Um den Energiehunger von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern in ausreichendem Maße zu befriedigen, reichen die relativ einfach zu erschließenden Erdöl- und Gasvorkommen kaum mehr aus.

Seit einiger Zeit ist daher vom Peak Oil die Rede, dem Augenblick also, indem die Menge an förderbarem Öl ihren Höhepunkt erreicht, beziehungsweise hinter den Fördermengen bleibt.

Neue technische Errungenschaften, die im Verhältnis zu dem immer geringer werdenden Erdöl- und Gasangebot auch zunehmend wirtschaftlich interessanter zu beginnen werden, erlauben die Förderung von fossilen Energieträgern aus bisher für unmöglich gehaltenen Erdschichten. Das Wort Fracking macht die Runde. Mit Hilfe von Chemikalien und hohem Druck werden bei diesem Verfahren Erdgase und Öle aus tiefen Gesteinschichten herausgepresst und förderfähig gemacht. Diese Methode hat insbesondere in den USA zu einem wahren Öl- und Gasrausch geführt.



Animation of Hydraulic Fracturing (fracking)

Die Unabhängigkeit von Öllieferungen aus den arabischen Emiraten scheint in greifbarer Nähe. Umstritten sind allerdings die Folgen für die Umwelt.

Fracking im Detail

Die Lagerstätten von Erdgasen und Erdölen, die für das Fracking infrage kommen, befinden sich in zumeist schieferhaltigen Erdschichten in bis zu mehreren hundert Metern Tiefe.

Das Wort Fracking leitet sich übrigens aus dem englischen to frack ab, was gut beschreibt, wie die begehrten Rohstoffe zutage befördert werden: Sie werden gesprengt.

Unter hohem Druck wird dafür ein Chemikalien-, Sand- und Wassergemisch in die Tiefe gepresst. Die Technik, die hierfür zum Einsatz kommt, ist keinesfalls so neu, wie es die Aktualität des Themas vermuten lässt. Schon in den 1940er Jahren wurde gefrackt, wenngleich die Fördermengen sehr gering waren und kaum ins Gewicht fielen. Mehrere Bohrungen, die horizontal in das Gestein getrieben werden, schaffen dabei den Zugang für das eigentliche Fracking-Flüssigkeitsgemisch. Das Gestein wird durch hohen Druck auseinandergetrieben und gibt so die begehrten Rohstoffe frei.

Gas Fieber Doku über Fracking in den USA und Polen 1/6

Doch auch wenn die Flüssigkeit zurückgepumpt wird, erhitzen Bedenken hinsichtlich der verbleibenden Reststoffe sowie der Entsorgung die Gemüter. Zu recht, oder doch nicht?!

Und die Umwelt?

Die kommerzielle Anwendung von Fracking findet erst seit knapp zehn Jahren auf einem nennenswert hohen Niveau statt.

Selbst bei verantwortungsvollen und sorgfältigen Fracking-Verfahren ist eine Kontaminierung des Grundwassers jedoch nicht mit Sicherheit auszuschließen. Doch auch die Entsorgung der ausgepumpten Flüssigkeiten setzt die Verantwortlichen vor einigen Herausforderungen.

Dazu kommt, dass aufgrund der Tiefe der Bohrlöcher eine Überwachung der Langzeitwirkungen von Fracking kaum oder gar nicht möglich ist, weshalb von Langzeitbelastungen auszugehen ist, die erst in naher Zukunft ausgewertet werden können. Einige wissenschaftliche Untersuchungen legen außerdem die Vermutung nahe, dass sich die für die Gewinnung von Erdölen und Erdgasen in tiefen Gesteinsschichten erforderliche Energie negativ auf die Klimabilanz dieser Energieträger auswirkt.

Schmutziges Geschäft oder Energiewunder?: Erdöl-Fracking in den USA

Andere Wissenschaftler hingegen verweisen auf die niedrigeren Treibhausgasemissionen gegenüber herkömmlichen Kohlekraftwerken.

Fazit

Die umweltschädigende Wirkung von Fracking wird möglicherweise erst mit einiger Verspätung deutlich werden.

Bis dahin aber, so ist zu vermuten, wird der eingangs erwähnte Energiehunger von Industriestaaten – und solchen, die es noch werden wollen – dazu führen, dass mit Hilfe von Fracking bislang unerreichbares Erdöl und Erdgas gefördert wird. Ob es dann unter dem Strich tatsächlich ein Gewinn sein wird, muss allerdings noch abgewartet werden.



Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Ioannis Lelakis

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