Apples Irrweg | Echte Innovation bleiben aus und der Wachstumsdruck nimmt zu

Apple
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Apple zählt seit mehreren Jahren zu den Vorreitern der Elektronikbranche. Das milliardenschwere Unternehmen gilt zudem mit einem Wert von 183 Milliarden US-Dollar seit 2011 als die wertvollste Marke der Welt.

Apple gehörte auch zu den Unternehmen, die seit den 70er Jahren Personal Computer populär gemacht haben und diese mit einem Haufen Innovationen spickten.

So entwarf das Unternehmen den Apple I, der damals für einen Preis von 666,66 US-Dollar zu kaufen war. Dieser verkaufte sich durch den Werbeslogan “byte into an apple” auch mehrere hundert Mal. 1977 folgte dann der Apple II, der sich sogar zwei Millionen Mal verkaufen konnte. Diese beiden Computer waren zwar noch kommandozeilenbasiert, doch legten sie den Grundstein für das Unternehmen. Schon damals gab es übrigens einen Investor. Dieser kaufte für 250.000 US-Dollar Marktanteile bei Apple, was damals immerhin 28 % entsprach. Der Name war Mike Markulla und er gilt als Business Angel für den heutigen Spitzenreiter Apple. Doch wie ging es eigentlich mit Steve Jobs und Co. weiter?



Die Apple Story – Wie Steve Jobs die Welt veränderte

Die Geschichte von Apple

Nach dem Erfolg des Apple I und II entwarf Jobs damaliger Partner Jef Raskin, der 2005 verstorben ist, den ersten Macintontosh. Das geschah im Jahr 1979.

Die Technik von Xerox PARC, einem Forschungszentrum für Computertechnik, bei dem Steve Jobs den Xerox Alto sah, hatta zu der Zeit den ersten Computer mit einer GUI. Die Faszination der grafischen Benutzeroberfläche nutzte Jobs für den Macintosh.

Er erweitere die GUI mit überlappenden Fenstern, dem Drag & Drop-System, Papierkorb und den Pull-Down-Menüs. Diese wurden alle in die neue Benutzeroberfläche “Lisa” integriert, die schon an heutige PC`s erinnerte. Mit der Kombination von Macintosh und Lisa begann eine gute Ära für Apple, die jedoch nach der Firmenübernahme von Sulley und Spindler und dem Ausstieg Jobs im Jahr 1985 zu brechen begann. Am Ende der 90er Jahre konnte Apple keine Gewinne mehr einfahren, auch durch und wegen dem großen Druck von Windows und stand kurz vor einer Übernahme von Sun oder Oracle.

Der Weg aus der Krise, Erfolg und das heutige Unternehmen

Nachdem Apple 1996 also kurz vor dem Aus stand, kaufte es das Unternehmen NeXT für 400 Millionen auf. NeXT wurde nach dem Ausstieg von Steve Jobs 1985 von ihm selbst gegründet und so kam er selbst wieder ins Geschehen um seine Firma. Der damalige CEO Gil Amelio hatte keine Differenzen mit Jobs, der damals nur als Berater zur Seite stand. Apple nutzte die Benutzeroberfläche NeXTStep, um darauf das heute bekannte MAC OS aufzubauen. Auch wurden in den neuen Rechnern die PowerPC-Prozessoren verwendet, die die damalige Qualität erhöhen sollten. 1997 wurde Gil Amelio entlassen und Apple stand lange Zeit ohne CEO dar, bis Steve Jobs selbst das Ruder in die Hand nahm und so Apple wieder auf Kurs brachte.

Er strich den Großteil von Forschungen und Entwicklungen, die die Firma zurückhielten. Dazu zählten der Newton und alle Macintosh-Performa. Des Weiteren ließ er die Lizenzierung des Betriebssystems durch andere Hersteller verbieten, denn damals entwickelte die Firma schon MAC OS X, was einen Durchbruch für das Unternehmen darstellen sollte. Jobs konzentrierte das gesamte Unternehmen auf die Herstellung von zwei Produktlinien, die ausschlaggebend für den Erfolg werden sollten. Da er für Profis und Heimanwender verschiedene Rechner entwickeln wollte, kamen das iBook und der iMac für zuhause und das PowerBook und der PowerMac für Profis auf den Markt. Durch diese Produkte konnte sich Apple wieder in die schwarzen Zahlen katapultieren, doch war auch Microsoft an diesem Erfolg beteiligt, die 150 Millionen in das Unternehmen investiert haben. Dabei mussten aber Richtlinien eingehalten werden, wie zum Beispiel die ausschließliche Nutzung des Internet Explorers auf Mac-Computern. Dieser Vertrag ging fünf Jahre lang und endete erst im Jahr 2002.

[sws_yellow_box box_size=”640″]Durch die weitere Entwicklung der Benutzeroberfläche “Aqua”, die den heutigen Standard für das Design von MAC OS X bildet, wurde das Betriebssystem zudem endlich massentauglich. Der große Erfolg der Computer ließ Apple 1999 dann auch ein neues Programm mit dem Namen iMovie entwickeln. Bei diesem konnten die Camcorder, die zu dieser Zeit extrem begehrt waren, einfach an den Mac angeschlossen und die Clips bearbeitet werden. So zeigte Apple schon damals die Power ihrer Programme. iTunes und iPhoto folgten dann noch und wurden unter iLife zusammengeführt. Schon damals wurden darauf viele Künstler und Musiker aufmerksam. [/sws_yellow_box]

2001 folgte dann eine der größten Innovationen von Apple. Der iPod wurde Oktober 2001 vorgestellt. Er galt in den Folgejahren als das Must-Have überhaupt, denn der Stil und die Schnelligkeit des iPod, wurden zu einem echten Statussymbol. Er verkaufte sich anfangs allerdings etwas schleppend, weil das Gerät nur für Mac-User nützlich war. Erst nach der Umstellung von Mac auf „Allgemeinmöglich“ wurde er zum meistverkauften MP3-Player der Welt – Allerdings auch aufgrund vom iTunes Store, der es ermöglichte, Musik legal und zu günstigen Preisen kaufen.

2006 kam das MacBook Pro auf den Markt, dass nun endlich auch die veralteten PowerPC-Prozessoren gegen Intel tauschte. Damit wurden die Rechner von Apple noch leistungsfähiger und auch der Mac mini folgte nur kurze Zeit später.

Diese Modelle hatten nun Intel Core Solo oder Duo-Prozessoren und ließen sich damit auch leichter programmieren. Im Verlauf des Jahres wurden auch das MacBook und der Mac Pro veröffentlicht, die nur noch Intel-Prozessoren nutzten.

2007 wurde das Unternehmen von Apple Computers Inc. in Apple Inc. umbenannt, denn nun fokussierte sich Apple nicht mehr nur auf die Rechner, sondern etablierte im März 2007 Apple TV, eine Box, die an den Fernseher angeschlossen wird und dort Inhalte abspielt. Im Juni des gleichen Jahres wurde dann auch noch das erste iPhone vorgestellt, dass das Betriebssystem iOS verwendete und erstmals die Nutzung von Applikationen auf einem Smartphone möglich machte.

iPhone Applikationen

iPhone Applikationen

Auf der Seite linksilo.de gibt es dazu übrigens noch einen interessanten Artikel, der sich mit der Preisgestaltung der Apps & Gadgets für Apple beschäftigt.

Hier wird auch nochmals darauf eingegangen, dass solche Applikationen anscheinend ein sehr lohnendes Geschäft sein dürften.

Immerhin sind die Nutzer in der Regel bereit, angemessene Preise zu bezahlen. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn Apple das Geschäftsfeld nochmehr in den Bereich der Software ausdehnen würde.

Durch die Produkte wie dem iPhone und iPad, die immer innovativer waren als die Konkurrenz, konnte sich das Unternehmen um Steve Jobs stark im Markt etablieren. Nach dem Ausstieg von Jobs im Jahr 2011 und seinem folgenden Tod am 05. Oktober 2011 übernahm Tim Cook die Firma. Die Marke konnte sich zwar noch stark im Markt halten, doch nun gab es die Meldung, dass Samsung immer mehr Apple verdrängen wird. Ein Verlust von minus 18 % im letzten Quartal ist ein starker Rückgang des Gewinns. Woran liegt es also, dass das Unternehmen, das den Markt der Unterhaltungselektronik so lange prägte, nun auf einmal so herbe Verlust macht?

Die Antwort ist simpel: Seit dem Ausstieg von Jobs, scheint es Apple an Innovationen zu fehlen. Die jetzigen Produkte sind hochqualitativ und wertig, doch irgendwie einfach immer das Gleiche. Bei einem Test vor Apple Stores wurde beispielsweise herausgefunden, dass viele der Käufer das iPhone 5 überhaupt nicht vom 4S unterscheiden konnten und es einfach so kaufen würden, weil es neu ist. So zieht es sich auch schon seit gut zwei Jahren. Ein wirklich neues Produkt gibt es von Apple seit 2010 nicht mehr und das wird vom Markt früher oder später abgestraft. Auch im Bereich der Tablets ziehen andere schon fast am iPad vorbei. Vom iPhone gar nicht zu sprechen.

Samsung Amazing Flexible Display [CES 2013]

Die Käufer möchten also was Neues, doch Apple taut nur die alten Systeme auf, unterzieht sie einer minimalen Schönheitsoperation und schon gibt es neues Produkt. Leider zieht das nicht ewig. Auch ist das geschlossene Betriebssystem und die Notwendigkeit, sich für jedes Apple-Produkt anmelden zu müssen, eine immer größere Kritik und ein Punkt mehr, sich keine Produkte des Unternehmens zu kaufen. Die nicht vorhandene Möglichkeit den Speicher des iPhones und iPad zu vergrößern ist auch keine ewig währende Lösung mehr, denn die Nutzer sind immer mehr an der eigenen Konfiguration interessiert. Apple muss immerhin jetzt schon Aktien zurückkaufen, um sich wieder zu festigen, doch auf große Ankündigungen wartet jeder vergebens.

Eine Kuriosität stellt allerdings die Veröffentlichung des iTV dar. Auf diesen Fernsehern von Apple wird schon seit letztem Jahr spekuliert, doch hat das kalifornische Unternehmen davon noch nichts gezeigt, nur einige Daten und Gerüchte gestreut. So ist der iTV angeblich mit einem Aluminiumgehäuse versehen, nutzt möglichst wenige Kabel (wie der iMac) und ist mit dem Retina-Display ausgestattet. Über ein OLED-Display oder eine 4K-Funktion sind bis jetzt noch keine Informationen aufgetaucht, das ganze Unternehmen hält sich wie immer bedeckt.

Nach Gerüchten zufolge soll Apple zurzeit auch an einer iWatch arbeiten, einer smarten Armbanduhr. Diese könnte im Endeffekt rentabler alles alles andere für Apple sein, doch wirkliche Infos gab es zu dieser nicht.

Vielleicht kommen sie auch noch mit einer eigenen Version der Google Glasses, doch das ist nur eine Möglichkeit, denn immer mehr Interessenten sind von solchen Augmented-Reality Brillen begeistert.

Aber wo bleibt etwas richtig Großes? Etwas das den Markt revolutioniert und nicht immer das Gleiche darstellt? Darauf warten viele Kunden und so ist es nicht verwunderlich, dass Apple langsam immer mehr Verluste macht. Minus 18 % in einem Quartal ist nicht wenig und neue Produkte sind bis Herbst nicht angekündigt. Mal sehen, ob sich das Unternehmen solange über Wasser halten kann. Neben der iWatch und dem iTV gab es auch ein Gerücht über eine mögliche Spielekonsole von Apple. Nach Valve könnte das eine gute Investition für Apple sein. Doch könnte es das sein? Die PS 3 und die neue Xbox sind auf dem Weg, könnte sich da eine eigene Spielkonsole von Apple im Markt halten?

Apple braucht etwas komplett Neues. Die jetzigen Produkte sind von der Qualität nicht zu schlagen, doch jeder kennt sie und die gesamte Elektronik-Welt ist ständig auf der Suche nach etwas Neuem. Apple sollte sich wirklich ranhalten, oder?



Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Alexander kirch
Mitte-Links: ©panthermedia.net Ingvar Björk

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