Als Freemover im Ausland studieren

Neuer Trend mit Chancen für Studenten

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Viele Studenten absolvieren heute ein oder mehrere Fachsemester an einer ausländischen Universität. Sie wollen Erfahrungen im Ausland sammeln und Kontakte knüpfen, die sich später im Berufsleben positiv auswirken können oder haben einfach nur ein großes Interesse an interkulturellen Kontakten. Aber auch die Aussicht auf bessere Karrierechancen in Deutschland bringt immer mehr Studierende dazu, sich um einen Studienplatz an einer Gastuniversität zu bewerben.

Freemover

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Wer einen derartigen Auslandsaufenthalt plant, hat laut studentenhilfen.de grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Er kann an einem Austauschprogramm wie z. B. dem Erasmus-Programm der Universität Rotterdam teilnehmen (www.eur.nl) oder aber als Freemover zum Studieren ins Ausland gehen. Als Erasmus-Student wird man während der gesamten im Ausland verbrachten Studiendauer von einem Studienkoordinator intensiv betreut und muss nicht befürchten, dass die im Ausland erbrachten Studienleistungen später nicht anerkannt werden.

Freemover, auch Visiting Students oder Gaststudenten genannt, sind hingegen Studierende, die ihr Auslandsstudium eigenständig organisieren: Sie suchen sich eine Hochschule in einem Land ihrer Wahl aus und bewerben sich dort um einen Studienplatz. Freemover zu sein bringt allerdings nicht nur Vorteile mit sich, denn man muss im Vorfeld viele bürokratische Hürden bewältigen.



So muss man sich, wenn man den an der Gastuniversität geforderten Notendurchschnitt hat, selbst dort bewerben, sich die Kurse selbst zusammenstellen, die man dort belegen möchte und sich diese von den Dozenten der Heimatuniversität validieren lassen, sich eigenständig um eine geeignete Unterkunft im Ausland kümmern und seinen zukünftigen Auslandsaufenthalt finanziell genauestens absichern. Allerdings kann man bei der Vorbereitung auf den eigenen Auslandsaufenthalt auch kostenlos angebotene Hilfe in Anspruch nehmen.

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Wer ein oder mehrere Semester im Ausland verbringen möchte, kann sich z. B. kompetente Hilfe bei der Academic Embassy in Bonn holen, die deutschen Studenten kostenlose Beratung anbietet. Außerdem unterstützt sie die Studierenden bei der Bewerbung an ihrer Wunschhochschule. Die Academic Embassy berät insbesondere Studenten, die sich in den USA, Kanada und Südafrika immatrikulieren wollen.

Wer in einem anderen als den genannten Ländern sein Studium fortsetzen möchte, dem sei das Unternehmen College Contact in Münster empfohlen: College Contact berät im Auftrag von ca. 200 ausländischen Universitäten an einem Auslandsstudium Interessierte. Unterstützung in finanziellen und Visa-Angelegenheiten bietet beispielsweise die Organisation IIAPS an, die Rat suchende Studenten auch während ihres Auslandsaufenthalts jederzeit kontaktieren können. Wer sich als Zielland Australien oder Neuseeland ausgesucht hat, dem seien GOstralia! und GOzealand! empfohlen – Organisationen, die sogar Vollstipendien unter den registrierten Bewerbern verlosen. Finanzielle Zuschüsse und Auslandsstipendien für ein Studium in Australien und Neuseeland bietet auch STUDIUM-DOWNUNDER an.

FAQ: Freund, Studium, Ausland

Als Freemover an den Elite-Unis der Welt studieren

Studierende des Fachs Wirtschaftswissenschaften wählen oft eine der US-amerikanischen Elite-Unis wie z. B. Harvard, Berkeley oder die Columbia University aus, weil sich ein Gaststudium an einer Top-Universität beruflich positiv auswirkt. Auch eine Immatrikulation an der berühmten London School of Economics (LSE) führt nach dem Abschluss in Deutschland auf der Karriereleiter schnell nach oben. Wer seiner Karriereplanung derart auf die Sprünge helfen möchte, sollte allerdings auch den geforderten Semester-Notendurchschnitt haben. Bei der LSE (Studiengänge Law, Economics oder Government) z. B. sollten die Bewerber über einen Durchschnitt von mindestens 1,5 verfügen. Wer allerdings plant, dort nur den General Course ein Jahr lang zu besuchen und die dafür erforderlichen ca. 11000 Euro Studiengebühren bezahlen kann, wird keinem so strikten Auswahlverfahren unterworfen.

Auch das Studium an US-amerikanischen Top-Universitäten zahlt sich später im Berufsleben aus. Harvard-Bewerber sollten – was ihre Leistungen angeht – zum oberen Drittel ihres Jahrgangs gehören, um z. B. für ein Wirtschaftswissenschaftsstudium an dieser Hochschule in Frage zu kommen. Wer diese Voraussetzung erfüllt und darüber hinaus die hohen Studiengebühren bezahlen kann, dem bieten sich an dieser Elite-Uni beste Möglichkeiten. Andere Hochschulen der USA haben – was studentische Leistungen betrifft – nicht so strenge Auslesekriterien. Generell gilt, dass Visiting Students in den USA einen weniger hohen Notendurchschnitt vorweisen müssen als Teilnehmer an studentischen Austauschprogrammen. Dies liegt offensichtlich daran, dass es dort mehr Studienplätze für Gaststudenten gibt als für Austauschstudenten.

Finanzielle Förderung von Visiting Students

Finanzielle Förderung

Studenten, die gerne in einem Land ihrer Wahl studieren möchten, können sich um ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) vergebenes Auslandsstipendium bewerben. Dies gilt für Studierende, die zuvor schon über das europäische Erasmus-Programm gefördert wurden und schon einen Aufenthalt an einer europäischen Universität absolviert haben, gleichermaßen wie für Studenten, die nicht als Austauschstudenten ins Ausland gehen können, da das Erasmus-Programm keinen Kooperationsvertrag mit der gewählten Hochschule hat.

DAAD-Auslandsstipendien, die von ungefähr 280 deutschen Unis (Stand: 2012) an Freemover vergeben werden, bestehen aus einem monatlich gezahlten Zuschuss und einer einmaligen Nebenkostenpauschale und können von Studierenden ab dem 3. Fachsemester bis kurz vor dem Master beantragt werden.

Wer also während seines drei- bis zwölfmonatigen Auslandsaufenthalts derart finanziell gefördert werden möchte, sollte allerdings bei seiner Bewerbung um ein solches Promos-Stipendium schon die Annahmeerklärung der Gastuniversität vorweisen können.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass nicht alle Universitäten Freemover annehmen: Dies gilt insbesondere für verschiedene britische und irische Hochschulen. Studierende, die schon die schriftliche Zusage der ausländischen Uni bekommen haben, sollten diese, das ausgefüllte Erasmus-Formular (Learning Agreement) und die Bestätigung des zuständigen Fachbereichs der Heimatuniversität beim DAAD einreichen. Nach Absolvierung des Auslandsaufenthalts muss der Freemover-Stipendiat darüber Belege einreichen, unter anderem ein Certificate of Attendance, das Transcript of Records, einen detaillierten schriftlichen Bericht über die Erfahrungen, die er mit der Auslandsuniversität gemacht hat sowie über die dort absolvierten Kurse. Wer kein Stipendium bekommt, kann sich allerdings auch über das Auslands-Bafög fördern lassen.



Studierende, die für ein Semester oder länger ins Ausland gehen möchten, sollten sich schon im Vorfeld genauestens über alle Studien-Voraussetzungen und den Ablauf des bzw. der Fachsemester im Ausland informieren, da jede Universität ihre eigenen Richtlinien hat. Außerdem sollten sie Bewerbungsfristen unbedingt einhalten und sich rechtzeitig um ein Visum bemühen, da ein Touristenvisum nur drei Monate Gültigkeit besitzt. Darüber hinaus sollte sich jeder zukünftige Auslandsstudent darüber im Klaren sein, dass er zwar positive Erfahrungen machen wird, die ihm in Zukunft sicher nützen, sein Auslandsaufenthalt aber nicht gerade kostengünstig ist und er sich notfalls auch noch zusätzliche Einkommensquellen erschließen muss.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Randolf Berold
Unten-Links: © panthermedia.net Marc Dietrich

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