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Und mal wieder die Ballerspiele

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BallerspieleArtikel wurde am 21.01.2014 aktualisiert. Es ist jedesmal das selbe zu beobachten:  Nach dramatischen Amokläufen an Schulen wird immer wieder neu diskutiert: Schuld sind Computerspiele in denen Waffen genutzt werden.

Aktuell bin ich gerade bei heise.de auf folgenden Interessanten Beitrag gestossen:

Bundespräsident Horst Köhler hat schärfere Bestimmungen für gewaltverherrlichende Killerspiele gefordert. “Sagt uns nicht der gesunde Menschenverstand, dass ein Dauerkonsum solcher Produkte schadet? Ich finde jedenfalls: Dieser Art von ‘Marktentwicklung’ sollte Einhalt geboten werden”, sagte Köhler am Samstag in Winnenden beim Staatsakt für die 15 Opfer des Amoklaufs vom 11. März.

Bayerns Innenminister Herrmann sagte der “Welt am Sonntag” zum Thema Computer-Killerspiele: “Die freiwillige Selbstkontrolle der Spieleindustrie funktioniert nicht richtig. Ich erwarte, dass die Bundesprüfstelle wesentlich schärfer hinschaut, was auf dem Markt ist.” Bisher werde die Freigabe “sehr großzügig gehandhabt”, obwohl ständig über Killerspiele geklagt werde. Es könne auch nicht sein, dass sich ein Spielevertreiber bei einer Anzeige auf die Freigabe durch die Selbstkontrolle berufe und die Staatsanwaltschaft deswegen das Verfahren einstelle.

Ballerspiele schuld?

Wenn ich soetwas sehe könnt ich jedesmal ausflippen. Ich denke man sollte eher weniger die Schuld bei anderen suchen (hier Hersteller solcher Spiele) sondern sich einfach mal fragen, was die Eltern wohl falsch gemacht haben. Ich selbst habe diese Art von Spielen auch auf und ab gespielt, dies gibt mir aber noch lange nicht das Verlangen, Leuten um mich herum etwas anzutun.

Zudem kann man die Schuld solcher Vorfälle auch den Eltern geben oder im Freundeskreis suchen. Wie sollte ein Kind an eine Waffe kommen? Dies hat nicht wirklich etwas mit Computerspielen zu tun, sondern die Eltern hätten darauf achten sollen die Waffen entsprechend zu verschliessen. Es gibt sicherlich eine Menge an ereignissen, die für eine solche Tat verantwortlich sind, aber hört doch endlich mal auf die Schuld immer den Computerspielen zuzuschreiben.

Update 2014: Spielen macht klug!

Ergänzung von Simon Schröder:

Bereits im März 2009 wurde dieser Artikel verfasst und es zeigt sich damit sehr eindrucksvoll, wie lange schon immer wieder um die bösen Ballerspiele diskutiert wird. Wobei ich das Wort Ballerspiele übrigens auch nicht besonders mag.

In der Regel geht es bei Ballerspielen um das taktische Ausloten von Möglichkeiten und um die Entwicklung einer Strategie, damit man seinen Gegenüber bezwingen kann. Praktisch Schach auf einem anderen Level. Dazu kommt dann natürlich noch der Spaß an der Bewegung/Aktion und die Faszination im Team zu gewinnen. Power-Shooter wie Battlefield 4 haben deswegen schon Kultstatus erreicht und nicht umsonst besitzt die Szene enormen Zuwachs an Spielern. Haben wir in Deutschland also hunderttausende potenzielle Attentäter? Wohl eher kaum.

Es hat sich in der Medienwelt aber mittlerweile auch so etwas wie Vernunft verbreitet. Titelten die großen Blätter früher noch „Ballerspiele – Nur ein Verbot hilft!“ sind wir heute schon so weit, dass man den Nutzen von Games ganz allgemein nicht mehr anzweifelt, wie man hier auf gameone.de nachlesen kann.

Ok; streng genommen gab es sogar schon 2004 positive Artikel zum Thema „Shooter“, wie es Lisa in dem GameOne-Beitrag richtig geschrieben hat, doch wurden die in der Gesamtheit auch gerne ignoriert. Ich hoffe, dass Games und gerade die Ego-Shooter in Zukunft weiter an Akzeptanz hinzugewinnen und durch den Generationswandel auch die damit verbundenen Verständigungsschwierigkeiten verschwinden. Haben sich meine Eltern damals noch gefragt, warum ihr Junge zwei Stunden am Stück wild klickend vor dem Computer sitzt, nur um am Ende meistens völlig entnervt das Headset in die Ecke zu werfen (Ja ich war halt ein Noob! xD), werde ich bei meinem Jungen wissen was er so treibt. So dann – erwachsen werden ist irgendwie komisch merk ich gerade… In jedem Fall erhoffe ich mir mehr Verständnis für das Gaming! In diesem Sinne: „Skill ist, wenn Luck zur Gewohnheit wird!“ Habt eine gute Zeit.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Jesse-lee Lang

2 Kommentare zu Und mal wieder die Ballerspiele

  1. Miguel // 9. April 2009 um 10:37 //

    Hallo Klaus,

    danke für Deinen Kommentar. Bin ja mal gespannt, ob es auch eine Antwort auf diesen Brief gibt. Würde mich freuen, diese hier veröffentlcihen zu können.

  2. Brief an die Bayerische Staatsregierung:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    für Herrn Innenminister Herrmann ist es laut Pressemitteilung “wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger [Computer-]Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt.”

    ( Quelle: http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php )

    Da mir keine einzige Quelle bekannt ist, wonach dies „wissenschaftlich klar erwiesen“ ist, hätte ich hierfür gerne eine beispielhafte Quellenangabe von nur einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, welche zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt und weshalb beispielsweise die von mir genossene staatliche Zwangsausbildung zum mitleidlosen Töten (Bundeswehr) diese oben beschriebene Wirkung nicht haben soll.

    Zudem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass im Zuge von „LAN-Partys“ es keinen einzigen Fall gibt, bei dem die Polizei wegen gewaltsamer Ausschreitungen eingreifen musste – übrigens im Gegensatz zu Fußballspielen, in deren Umfeld es in der Bundesrepublik erwiesenermaßen bereits etliche Tote gab – komischerweise fordert kein Politiker, Fußball zu verbieten.

    Zudem würde mich interessieren, weshalb von den Millionen Wehrmachtveteranen, welche nun wirklich ohne Zweifel zum „mitleidlosem Töten“ erzogen wurden und dies auch Jahrelang praktizieren mussten, es nach dem Kriege nur einen einzigen Fall eines amoklaufenden Veteranen gab (am 11. Juni 1964 in Köln ). Ist Herr Herrmann der Meinung, dass Computerspiele stärker traumatisieren als der Zweite Weltkrieg?

    Ich selber habe noch im Studium diese Spiele gespielt und habe als junger mehrfacher Familienvater und Diplomingenieur heute andere Präferenzen – nach der Mitteilung von Herrn Herrmann und die angeblichen „wissenschaftlichen Nachweise“ mache ich mir jedoch Sorgen über verborgene potentielle Traumatisierungen, welche möglicherweise in mir schlummern.

    Daher nochmals die Bitte meinerseits nach wenigstens einer ernsthaften Veröffentlichung mit besagtem „eindeutigen Nachweis“

    Mit freundlichen Grüßen
    ———————–

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