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14 Okt, 2011
von Elietta Becker

Gestern beim Einkaufen habe ich zufällig ein Gespräch dreier Männer mitbekommen, die sich fürchterlich darüber aufgeregt haben, dass die griechische Fußballnationalmannschaft an der Europameisterschaft 2012 teilnehmen darf. Ihrer Meinung nach hätten die Griechen aufgrund ihrer politischen Situation von der Teilnahme an dem Wettbewerb ausgeschlossen (!) werden müssen.

Ich fürchte, mit dieser Meinung stehen die Männer nicht alleine da. In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, ob man sportliche (Groß-) Ereignisse mit politischen Geschehnissen in Verbindung bringen sollte. Natürlich ist es verständlich, dass Einwohner anderer europäischer Länder momentan nicht so gut auf die Griechen zu sprechen sind. Nicht nur, dass sie haufenweise Schulden haben; sie scheine auch nicht bereit zu sein, etwas zu deren Abbaubeitragen zu wollen, sondern halten immer weiter die Hand auf und schreien nach Hilfe. Milliarden Euros fließen munter zu ihnen hin. Dass sie sich gerade in Zeiten, in denen die meisten von uns selbst finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, nicht besonders viele Freunde mit ihrem Verhalten machen, ist verständlich. Auch Aussagen einiger griechischer Wirte, wie beispielsweise, sie würden deutschen Gästen ins essen spucken, ihnen nur noch kleine Portionen servieren und keinen Ouzo spendieren, tragen nicht gerade dazu bei, die deutsch-griechische Freundschaft zu fördern.

Aber mal ehrlich: was haben die griechischen Fußballer damit zu tun? So, wie ich die Sache sehe, arbeiten diese hart und fleißig für ihr Geld, spucken niemandem ins Gyros und tun auch sonst rein gar nichts, um allgemeinen Unmut zu erregen. Die Teilnahme an der EM wurde ihnen nicht geschenkt und sie haben sie sich auch nicht ergaunert, sondern reell erkämpft; warum soll man ihnen dies jetzt nicht gönnen?

Generell halte ich es für absolut verwerflich, Sport und Politik miteinander zu vermischen. Wie sagt man so schön: „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“. Den Fußballern (und auch anderen Sportlern) sollte die verdiente Ehre zuteilwerden, und sie dürfen nicht unter Fehlern ihrer Politiker leiden. Obwohl ich als Fan der deutschen Fußballnationalmannschaft natürlich hoffe, dass unsere Jungs den Titel nach Hause holen, werde ich bei der EM 2012 auf jeden Fall auch den Griechen ein wenig die Daumen drücken – einfach nur, um meine Solidarität mit Papadopoulos, Sokrates und Co zu demonstrieren.

19 Mai, 2011
von Jessica Hünger

Was muss ich lesen? Es ist im Gespräch das wir erst mit 69 in Rente gehen sollen? Experten sagen, die Deutschen werden immer älter und deswegen sollen wir bis 69 arbeiten. Noch ist die Rente mit 67 nicht durchgesetzt und es wird schon über eine weitere Erhöhung des Rentenalters gesprochen. Bald gibt es gar keine Rente mehr und wir müssen arbeiten bis wir tot umfallen.

Das sind mir schon so Experten. Wenn die Politik sich darauf einlässt, weiß ich nicht mehr wohin das führen soll. Die müssen sich doch keine Gedanken machen darüber. Die bekommen genug Geld damit sie z.B. schon mit 50 in ihre wohlverdiente Rente gehen können. Wobei, wohlverdient ist das falsche Wort. Haben Politiker ihre Rente wohlverdient? Aber das ist ein anderes Thema.

Also man stelle sich z.B. einen Dachdecker mit 65 Jahren auf dem Dach vor. Er hat doch gar nicht mehr die richtige Kraft und die Kondition auf einem Dach zu arbeiten. Es ist doch viel zu gefährlich in so einem hohen Alter auf einem Dach zu arbeiten. Oder schaut man sich andere Handwerksberufe an. Es ist doch überall so. Sei es bei einem Gas und Wasserinstallateuer die Rohre und Thermen schleppen müssen und Straßenbauarbeiter und Gärtner die auf dem Boden rumkriechen. Diese Leute sind doch gezwungen früher in Rente zu gehen. Aber für was? Genau sie müssen auf einen Teil ihrer Rente verzichten. Und an was muss man in frühen Jahren denken? Richtig an eine Zusatzrente. Aber warum?

Selbst im Büro, was ja nicht körperlich anstrengend ist aber dafür muss man im Kopf noch fit sein und schnell am PC arbeiten können. Das geht doch gar nicht mehr. Ich will nicht sagen, dass alle über 60 nicht mehr körperlich und geistig fit sind aber sie sind eben keine 30 mehr. Man arbeitet sein ganzes Leben auf die Rente hin und wie viel Jahre bleiben einem dann noch wenn wir mit 69 endlich in unseren wohlverdienten Ruhestand gehen können? Vielleicht noch 10 Jahre weil wir dann vielleicht auch an einer schweren Krankheit leiden. Und was hat´s  uns gebracht solange zu arbeiten? Nichts! Ich bin der Meinung das perfekte Rentenalter ist 60 Jahre, da kann man sein Leben noch etwas genießen.

Die Leute die über solche Regelungen nachdenken, sollten sich mal ein Bild von der “richtigen” Arbeitswelt machen und dann darüber urteilen, mit wann man in Rente gehen sollte. Auf alle Fälle nicht mit 69 und auch nicht mit 67.

06 Apr, 2011
von Miguel Palacios

 Was ist in Deutschland eigentlich an den Tankstellen los? Beim Blick auf die Zapfsäule kommt einem das reine Grauen. 1,58 € für einen Liter Super-Benzin. Nach der hitzigen Diskussion über den E10-Kraftstoff wird immer weiter an der Preisschraube gedreht.

Rohstoffe werden knapp und somit steigt der Preis. Dies kann ich irgendwo noch nachvollziehen. Allerdings frage ich mich, wieso er meist nur in Deutschland steigt. Andere Länder sind, wenn man es beim Beispiel Kraftstoff belässt, wesentlich preiswerter als wir.

Die Tankstellenketten schieben die Schuld natürlich auf die Öl-Multis. Diese hätten mal wieder den Preis erhöht und dadurch ist der Sprit wieder teurer geworden. Ja, dies mag ja vielleicht sein, aber wieso wird er dann nur in Deutschland teurer? Haben die Öl-Multis nur die Preise für Deutschland angehoben?

Wer hin und wieder mal bei Shell schaut, der wird wohl scherzerprobt sein. 1,67 € für einen Liter Shell V-Power. Mein Gott, wer soll das bezahlen?

Und auch hier wieder: Angebot und Nachfrage – offensichtlich gibt es genug Leute, die dumm genug sind und diesen Sprit kaufen. Schön blöd sage ich nur.

Es ist aber trotzdem immer wieder das Gleiche. Jeder schimpft über die Benzinpreise und keiner macht etwas dagegen. Die Preise werden so hingenommen. Und wenn der Sprit morgen 2 € kostet, dann wird das eben auch so hingenommen. Erst gibt es ein großes Graulen und Meckern aus den Reihen und morgen stehen alle an der Tankstelle und tanken den teuren Fusel welcher dann noch aus einer Art Gülle besteht.

Ach ja – wo wir gerade beim Thema Gülle sind: Hat eigentlich schon einmal jemand daran gedacht, dass durch den erhöhten Anteil von Bioethanol auch die Lebensmittel wie zum Beispiel Brot teurer werden?

Nun haben wir ja bald wieder Ferien. Mal sehen, wie tief wir dann in die Tasche greifen müssen.

Als diese lustigen Leute von „Bündnis 90 – Die Grünen“ mal sagten: Der Sprit muss 5 DM kosten, da habe ich gelacht und gesagt: „Ihr habt sie doch nicht alle – ihr könnt mich ma“ – Und wenn ich jetzt darüber nachdenke …. sehr weit sind wir davon nicht mehr entfernt. So viele Autofahrer und trotzdem so viele Menschen, die diese Partei wählen. Das verstehe wer will…

Und wieso muss eigentlich immer Deutschland als Vorzeigeobjekt zählen?

-       Wir machen den Sprit unbezahlbar, damit andere Länder diesen verpulvern können

-       Wir schalten unsere Atomkraftwerke ab, damit andere Länder um uns herum mehr Atommüll produzieren können

-       Unser Land muss sicher werden –Deswegen kein Atomkraftwerk mehr: Und wenn eines in einem Nachbarland hoch geht, sind wir ja nicht betroffen (wie naiv sind wir eigentlich?)

-       Wir bilden qualifizierte Mitarbeiter aus, damit diese dann im Ausland arbeiten können (hö?)

Herzlich Willkommen in Deutschland – Dem Land, der ungeahnten Möglichkeiten.

19 Nov, 2010
von B.Scheid

Der Bundesinnenminister hat vor möglichen Terroranschlägen gewarnt, die angeblich Ende November in Deutschland stattfinden sollen. Die Informationen darüber hat ein ausländischer Geheimdienst geliefert. Wenn es der gleiche Geheimdienst war, der über die Atomwaffen des Irak so gut unterrichtet war, dann sollten die Sorgen nicht ganz so groß sein.

Schnell wurde auch eine vermeintliche bombenähnliche Installation in einem Gepäckstück entdeckt, dass per Flugzeug von Namibia nach München reisen sollte. Dieser Alarm war aber offensichtlich falsch.

Was bezweckt die Bundesregierung eigentlich mit so einer Terrorwarnung?  Ich befürchte, da soll in Zeiten wie diesen, in denen sich starke Unzufriedenheit mit der Politik in Berlin und anderswo im Volk verbreitet, von anderen Dingen abgelenkt werden.

Gab und gibt es nicht gerade viel Protest gegen Stuttgart 21, Atommülllagerung und Atomkraft? Wird nicht gerade auch in den Medien ziemlich offen Kritik geäußert an den neuesten politischen Entscheidungen zu Hartz 4, zur Erhöhung des Rentenalters, der aktuellen Gesundheitsreform, den 1 Euro- Jobs, der Geldverschwendung der staatlichen Bürokratie und der Bundestagsabgeordneten? Das Image der Kanzlerin und ihres Kabinetts ist auf einem Tiefpunkt angelangt.

Da passt doch die Warnung vor dem gemeinsamen Feind, dem bösen Islamisten, gut ins Konzept, um den Staat in der Rolle des Beschützers zu präsentieren. Dabei kann uns niemand beschützen. Wenn tatsächlich mal jemand in Deutschland ernsthaft gleich mehrere Menschen ermorden wollte, hat das in der Regel auch geklappt. Siehe diverse Amokläufe von Schülern und anderen Personen. Und wenn jemand einen Terroranschlag plant, der auch gelingen soll, kann er das überall im ganzen Land durchführen. Er muss nicht fliegen oder Bahn fahren. Und es kann ja nicht jeder einzelne Bundesbürger einen Leibwächter an die Seite bekommen. Dieses Privileg ist nur Wenigen vorbehalten. Die sind vielleicht auch besonders gefährdet. Ich weiß es nicht.

Ich habe jedenfalls überhaupt keine Angst vor einem Terroranschlag. Wenn meine Stunde geschlagen hat, dann ist das eben so. Ich werde aber wohl am ehesten an Altersschwäche oder an Krebs oder einer Arzneimittelvergiftung sterben. Oder am Herzinfarkt, weil ich mich so über die Ungerechtigkeit in Deutschland aufrege. Ich hoffe nur, die Innenminister kommen nicht noch auf die Idee, Demos zu verbieten, weil die Gefahr für Terror bei großen Menschenansammlungen besonders groß ist.

07 Nov, 2010
von B.Scheid

Viele Gegner der Atomkraft demonstrieren an diesem Wochenende gegen den Castortransport von Frankreich nach Gorleben in Niedersachsen. Proteste gab es nicht nur am Ort des Endlagers, sondern auch entlang der Bahnstrecke kam es immer wieder zu Aktionen. Schon in Frankreich hatten sich drei Personen an die Gleise gekettet, um den Zug aufzuhalten. Und Demonstranten fanden sich auf vielen Streckenabschnitten ein.

Hätte unsere Bundesregierung nicht der Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke zugestimmt, wäre es möglicherweise gar nicht zu dieser Menge an Protest gekommen. Denn die meisten Menschen in Deutschland hatten sich wohl mit dem Ausstieg aus der Kernenergie bis 2020 und dem Versprechen, für sichere Endlagerung zu sorgen, abgefunden.

Im Zuge des Protestes konzentrieren sich viele Medien mal wieder auf die Demonstranten, die ihren Protest mit illegalen Mitteln zeigen. Das ist aber eine Minderheit. Die Mehrheit will durch ihre Anwesenheit ihre negative Haltung zur Atomenergie ausdrücken. Und auch bei den sogenannten Chaoten  sind bestimmt nicht viele dabei, die ihren Spaß daran haben, sich Pfefferspray in die Augen sprühen oder sich mit Wasserwerfen oder Schlagstöcken verletzen zu lassen. Aus den Aktionen wie Schottern oder sich an Gleise ketten spricht doch eine hilflose Wut auf den Staat und die Politik, die als Antwort auf Demonstrationen oft nur den Einsatz von Tausenden Polizisten mit Befugnissen zur sofortigen Ahndung von vermeintlichen Straftaten kennt.

In einem Rechtsstaat ist es eigentlich gar nicht erlaubt, Gewalt ohne die Vorlage von Notwehr ungestraft anzuwenden. Wenn ein Polizist also einen Demonstranten schlägt oder ihm Pfefferspray in die Augen sprüht, so ist das völlig ungesetzlich. Wenn ich in Deutschland eine Straftat begehe, dann kann ich dafür verhaftet, vor Gericht gestellt, verurteilt und mittels einer Geld- oder Haftstrafe bestraft werden. Die Verhaftung obliegt der Polizei, aber nicht die Bestrafung durch körperliche Gewalt.

Natürlich darf auch kein Demonstrant einen Polizisten angreifen oder Bahngleise beschädigen. Dafür kann und wird er wohl auch bestraft werden. Aber nicht von jemanden in einer schwarzen Uniform, sondern in einer schwarzen Robe.

01 Okt, 2010
von B.Scheid

Gestern Abend war ich zum vierten Mal bei einem Auftritt von Urban Priol dabei. Er war im Theater am Aegi in Hannover zu Gast. Urban Priol ist der Kabarettist, der durch seine fetzige Frisur (vorne keine Haare auf dem Kopf, dafür die hinteren in steil vom Kopf weg in alle Richtungen drapiert) besonders auffällt. Er hat auch eine regelmäßige Sendung im Fernsehen: Neues aus der Anstalt.

Nicht nur durch seinen Kopfschmuck wirkt er, als würde er sich regelmäßig an der Steckdose aufladen. Der ganze Mann hat eine Energie, die unglaublich ist. Von 20 bis 23.30 Uhr mit einer halbstündigen Pause bestritt er den Abend, ohne dass es auch nur eine Minute langweilig war. Die politischen Reizthemen des letzten Jahres wurden mal wieder gnadenlos beleuchtet. Und das war ja jede Menge Stoff. So viel, dass Herr Priol uns erzählte, er müsse im Moment nur den USB- Stick an den Fernseher stecken, wenn das Morgenmagazin liefe, und das Ganze bloß noch ausdrucken. Schon habe er sein Programm.

Das befasste sich dann auch vom Thema Sarrazin bis zum ganz aktuellen Stuttgart 21 Protest und der Auseinandersetzung gestern Abend.

Jeder Politiker, der in letzter Zeit auch nur irgendwie in den Schlagzeilen der Presse erwähnt wurde, bekam sein Fett weg. Am meisten nimmt sich Priol die Kanzlerin zur Brust, wobei die Parodie auf sie immer authentischer wird. Das ist sowieso eine seiner Stärken, wie er manche Politiker nachmacht. Helmut Kohl und Gerhard Schröder schafft er mit einem Satz und einer Geste darzustellen. Als eingefleischter Urban- Fan muss ich schon lachen, wenn er sich für einen der Beiden in Positur stellt.

Und Lachen kann man wirklich fast den ganzen Abend lang. Obwohl die Themen, um die es geht, eigentlich gar nicht zum Lachen sind, wenn man es genau betrachtet. Wir als Volk, das alles verständlich lächelnd hinnimmt, was die Regierung mit uns anstellt, kommen bei dem Kabarettisten auch nicht ungeschoren davon. Und das finde ich gut. Für mich steht fest, dass ich mir in Zukunft nicht mehr alles gefallen lasse, was die Politik an Ungerechtigkeiten fabriziert. Fragt sich nur, wie ich mich wehren kann….

18 Sep, 2010
von B.Scheid

Seit gut einem Jahr gilt in Deutschland ein neues Scheidungsrecht. Während bis dahin noch der Besserverdienende dem Partner Unterhalt bezahlen musste, ist er jetzt, sofern keine kleineren Kinder zu versorgen sind, aus der Verantwortung für den Lebensunterhalt des Partners heraus.

Oberflächlich betrachtet klingt das erstmal gerecht.  Warum soll ich für jemanden aufkommen, mit dem keine Lebensgemeinschaft besteht? Meiner Meinung nach ist dieses Gesetz aber von ziemlich realitätsfernen Politikern gemacht worden.                                                Ich kenne viele Frauen, die vor 20 oder mehr Jahren geheiratet haben. Sie Alle waren in der Ehe so gut wie allein für den Haushalt zuständig. Bei allen Paaren hat der  Ehemann mehr Geld verdient als die Frau. Wenn Kinder dazukamen, war immer die Frau diejenige, die ihre Berufstätigkeit an den Nagel hing. Auch heute ist es noch so, dass der Mutter automatisch die Zuständigkeit für die Kinder zugeschrieben wird. Daran hat die Emanzipationswelle der 70er Jahre noch immer nicht grundlegend etwas geändert.

Man muss nur mal schauen, wer Kinder  vom Kindergarten abholt oder bringt oder  wer                                                              auf Flohmärkten  für Kindersachen die Stände managt. Väter sieht man nur selten die gebrauchten Sachen ihrer Kinder verkaufen. Und den Kuchen für das Schulfest backen sie wohl auch eher nicht.

Nach wie vor sind Frauen in den besser bezahlten Jobs, in den Vorständen großer Wirtschaftsunternehmen und in der Politik in der Minderheit. Es ist doch nur logisch, dass derjenige in einer Familie die Kinderbetreuung übernimmt, auf dessen Gehalt man eher verzichten kann.

Bei Ehen, die vor dem neuen Scheidungsrecht geschlossen wurden, war für beide Beteiligte klar, dass eine Unterhaltspflicht entsteht. Die Frau konnte sich abgesichert fühlen und der Mann wusste, dass er nach einer Scheidung zahlen musste, Es bestand daher gar nicht unbedingt die Notwendigkeit für beide Partner, ein eigenes Einkommen zu haben, zumal das Problem der hohen  Arbeitslosenzahl ja nicht neu ist. Und die Frauen, die einer Arbeit nachgingen, hatten sich oft noch um Haushalt und Kinder zu kümmern und waren chronisch überlastet.

Wenn es jetzt heißt, die Geschiedenen müssten sich Arbeit suchen und für sich selbst sorgen, dann ist das leichter gesagt als getan. Eine gut bezahlte Stelle zu bekommen ist für eine Frau über 40, die seit mindestens 15 Jahren nicht mehr berufstätig war, fast unmöglich. Vielleicht bekommt man einen Minijob oder eine schlecht bezahlte Tätigkeit, bei der das Geld gerade so zum Leben reicht. Dafür hat man 20 Jahre oder mehr einem Ehemann den Rücken frei gehalten? Ich finde das überhaupt nicht in Ordnung.  Auch deshalb nicht, weil viele dieser Frauen bei Hartz 4 landen werden. Und dann zahlen mal wieder wir Alle für die Fehlentscheidungen der Gesetzgeber.

23 Mrz, 2010
von Miguel Palacios

Es ist eigentlich jedes Jahr das gleiche – Sobald Ferien anstehen steigen auf seltsame Weise die Benzinpreise. Der Grund ist dabei immer der gleiche. Zumindest offiziell heisst es immer, dass der Preis für Rohöl dafür verantwortlich ist. Tatsächlich kann man aber eigentlich nie einen besonders auffälligen Anstieg des Rohölpreises zu dem Zeitpunkt feststellen.

Den Bock hat der Bundespräsident Horst Köhler abgeschossen. Er sagte zuletzt, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn Benzin in Deutschland etwas teuter ist als in anderen Ländern. Hiermit würde man die Menschen in Deutschland dazu bewegen, etwas für die Umwelt zu tun.

Meiner Meinung nach ist diese Aussage absolut lächerlich. In einem Land, wo viele Menschen auf das Auto angewiesen sind und wo viele Arbeitsplätze von der Autoindustrie abhängen sollte man eher darauf achten, dass die Benzinpreise so gestaltet sind, dass die Menschen auch weiterhin Mobil bleiben. Ausserdem kann sich wohl niemand darüber beschweren, dass durch die Spritpreise zu wenig Geld in die Kassen gespült wird.

Nachdem ich diese Worte von Herrn Köhler gehört habe, habe ich mich gefragt, wieso ein Bundespräsident eine solche Aussage treffen kann.

Ich kann nur hoffen, dass die Politik endlich mal aufwacht und merkt, dass hohe Benzinpreise auch Arbeitsplätze kosten. Wenn die Leute nicht mehr mobil sind, dann werden sie kaum einen Job annehmen, der mit öffentlichen  Verkehrsmitteln schwer zu erreichen ist. Ausserdem leben die Werkstätten und die Autohersteller von denen, die gerne Auto fahren oder es eben für berufliche Zwecke brauchen.

Ich habe schon fast die Hoffnung aufgegeben, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

25 Feb, 2010
von Miguel Palacios

Nachdem die Bischhöfin Margot Käßmann mit Alkohol am Steuer erwischt wurde, bezahlt sie nun den Preis dafür. Die Bischhöfin erklärte, daß sie von allen gehobenen Ämtern zurück treten wird. Obwohl sie dabei ziemlich gelassen wirkte, merkte man ihr ziemlich deutlich an, daß es ihr trotzdem nicht leicht fällt.

Nachdem sie am 20. Februar mit Alkohol am Steuer erwischt wurde, hat man sich in der Öffentlichkeit über sie das Maul zerrissen. Radios starteten gleich eine Telefonaktion, wo empörte Bürger ihre Meinung sagen konnten. Tagelang hat man nichts anderes gehört und ich bin bald verrückt geworden. Wenn der Nachbar von der anderen Straßenseite oder jemand anderes mit Alkohol am Steuer erwisacht wird, dann kräht da kein Hahn nach. Kaum ist es jemand, der in der Öffentlichkeit bekannt ist, so wird da gleich mehrere Tage ein Drama draus gemacht.

Nachdem ich das nun die letzten Tage wieder verfolgt habe, habe ich mich ernsthaft (mal wieder) gefragt, wo wir hier eigentlich sind. Es riefen Leute bei den Radios an die meinten, daß dies ein absoluter Skandal wäre. Eine Person die eigentlich ein Vorbild sein soll, fällt so unangenehm auf. Das ginge ja gar nicht.

Ich will nicht abstreiten, daß Käßmann irgendwie bestimmt ein Vorbild sein soll. Aber sollen wir nicht alle ein Vorbild sein, daß wir mit Alkohol im Blut nicht am Straßenverkehr teilnehmen? Auch eine Frau die in der Öffentlichkeit bekannt ist kocht nur mit Wasser und hat ein Leben wie alle anderen. Daher kommt es auch mal vor, daß man unterwegs ist und etwas alkoholisches trinkt. Und mal Hand aufs Herz: Wer hat nicht schonmal ein schlückchen zuviel gehabt, bevor man sich ans Steuer gesetzt hat?

Wir wissen alle, daß man dies nicht machen soll und das es sehr gefährlich ist. Trotzdem würde ich behaupten, daß die meisten unter uns diese Erfahrung bereits einmal gemacht haben. Frau Käßmann hatte halt leider das Pech, daß sie erwischt wurde.

Nachdem ich einmal eine Auseinandersetzung mit der Polizei hatte, wurde mir von der Polizei  gesagt, daß man in Deutschland alles machen kann. Man darf sich nur nicht erwischen lassen.

Ein sehr weiser Spruch und das auch noch von unserer Polizei. ;)

04 Nov, 2009
von Miguel Palacios

Eine schwarze Liste für Computerspiele – Wenn es nach Brüssel geht, dann sollen verschiedene Spiele auf die schwarze Liste für Computerspiele. Denn man ist der Meinung, dass diese Spiele einfach zu gefährlich sind und das Menschen die solche Spiele spielen eher zu Gewalt neigen. Über Sinn oder Unsinn kann man nun streiten, denn Fakt ist, dass es Killerspiele schon immer gegeben hat. Es ist fraglich ob diese wirklich daran beteiligt sind, dass Schüler in Schulen ihre Mitschüler und Lehrer erschießen.

Es ist klar, dass es in der Vergangenheit vermehrt vorgekommen ist, dass Schüler ihre Mitschüler abgeschlachtet haben. Aber es darf ernsthaft bezweifelt werden, ob Computerspiele daran beteiligt sind. Dies sind alles lediglich Vermutungen und ist bislang nicht bewiesen.

Ich habe auch jede Menge Killerspiele gespielt und würde trotzdem nicht auf die Idee kommen, durch die Gegend zu laufen um jemanden zu töten. Ein Computerspiel dient für mich in erster Linie der Unterhaltung. Zudem sollte jeder wohl für sich selbst entscheiden, ob ihm diese Art von “Unterhaltung” gefällt oder nicht.

Natürlich sollte man es Kindern schon verbieten Spiele zu spielen, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind. Ganz abgesehen davon macht man sich als Elternteil wohl strafbar, wenn man sein Kind ein Spiel spielen lässt, welches erst ab 18 gespielt werden soll. Ich denke die Eltern sind in erster Linie selbst dafür verantwortlich. Spiele die auf einer schwarzen Liste stehen können, wenn auch etwas schwieriger, trotzdem besorgt werden. Diese schwarze Liste für Killerspiele dient also in erster Linie nur der Orientierung, welche Spiele als “gefährlich” eingestuft werden.

Bevor man nun anfängt den Kindern alles zu verbieten sollte man vielleicht einmal darüber nachdenken ob es nicht mehr Sinn macht, dass man sich mit den Kindern einfach beschäftigt und diese nicht einfach vor den Fernseher mit einem Gamepad setzt. Wenn ein Kind nichts anderes macht als Computer zu spielen, dann kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Entwicklung des Kindes beeinträchtigt wird. Aber dafür sind die Eltern selbst verantwortlich. So könnte man zum Beispiel feste Zeiten festlegen, dass das Kind nur eine gewisse Anzahl an Stunden in der Woche spielen darf.

 

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