Man mag über Roman Polanski denken, was man will – Filma machen kann er, wie er mit seinem jüngsten Werk „Gott des Gemetzels“ aus dem Jahr 2011 wieder einmal eindrucksvoll bewiesen hat. Als Vorlage hierzu diente ihm das erfolgreiche Bühnenstück „Le Dieu du carnage“ von Yasmina Roza.
Die Story: zwei 11-jährige Jungen geraten miteinander in Streit, wobei der eine dem anderen zwei Zähne ausschlägt. Daraufhin treffen sich die Eltern der beiden Kontrahenten zu einem klärenden Gespräch, welches anfänglich noch recht zivilisiert abläuft. Doch im Laufe der Zeit schaukelt sich die Situation hoch; die vier Protagonisten lassen ihre Masken fallen und zeigen ihre wahren Gesichter…
Diese schwarze Komödie wurde von Experten durchweg sehr positiv beurteilt und als „intelligente Unterhaltung“ bezeichnet. Die hochkarätigen Schauspieler Kate Winslet, Jodie Foster, Christoph Waltz und John C. Reilly ziehen die Zuschauer in ihren Bann und verkörpern ihre Rollen so glaubwürdig, wie man es von Akteuren ihres Kalibers erwartet. Obwohl fast die gesamte Filmlänge ausschließlich von ihnen gefüllt wird, tritt nicht einen Moment Langeweile auf. Im Gegenteil: fast wünscht man sich, die spritzigen und giftigen Pfeile ihrer Streitereien würden noch ein wenig weiterfliegen… Doch Polanski handelt auch hier wieder nach dem Motto: „man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist“ und beendet sein Werk, welches in meinen Augen eines seiner besten überhaupt ist, nach 80 Minuten. Ganz besonders Christoph Waltz spielt seine Rolle göttlich: trocken, ironisch und immer ein wenig abwesend wirkend ist er ein Darsteller, der in die Riege der ganz Großen gehört.
„Gott des Gemetzels“ erhielt 2011 bei den Filmfestspielen in Venedig den kleinen goldenen Löwen; ein Oscar dürfte gerne folgen, wenn es nach den Verantwortlichen ginge…Ich wünsche es ihnen sehr, denn dieser Film ist wirklich einer der besten Filme aller Zeiten – und das ganz ohne Special Effects…
Kommentare (1)Ansonsten waren sie nicht gerade vom Glück verfolgt: Osterbroock wurde am 11.04.1994 beim Kampf zwischen nationalen Friedenstruppen und Unterstützern des African national Congress erschossen. Marinovich überlebte zwar, wurde aber schwer verletzt. Carter kam mit den Geschehnissen und Erlebnissen des Krieges nicht klar und beging Selbstmord. Im Jahre 2010 trat Silva auf eine Landmine in Kandahar; beide Beine wurden ihm weggefetzt.
Der Regisseur Steven Silver beschäftigt sich in seinem 2011 gedrehten Film „The Bang Bang Club“ mit der Geschichte eben dieser vier Männer. Im Mittelpunkt der Story steht die Zerrissenheit der Kriegsreporter, deren Leben ständig in Gefahr ist und die sich zwischen Angst und Adrenalinkick bewegen. Um all das Schreckliche zu verdrängen, greifen sie zu Alkohol, Frauen oder Drogen – doch die Bilder verschwinden nicht aus ihrem Kopf. Depressionen bis hin zu Selbstmorden sind die Folge…
Die Kritiker bewerteten diesen Film zu 78 % positiv. Anstoß nahmen sie lediglich an der Paradoxität der Thematik der Kriegsreporter im Allgemeinen: Pulitzerpreise für Paparazzi? Sie halten es für kontraproduktiv, „Schaulust zu belohnen“ – obwohl Kriegsfotografie wohl kaum als solche zu bezeichnen ist…Vielmehr dreht es sich dabei um die Fragen, die jeden Kriegsreporter beschäftigen: wie viel Menschlichkeit ist erlaubt? Wie viel Gefühl darf ich selber zulassen, ohne daran zu zerbrechen? Und genau diese Themen beschäftigen die Zuschauer auch nach den 108 Minuten Film weiter – mich jedenfalls hat es beschäftigt, und ich halte „The Bang Bang Club“ für einen der anrührendsten und emotionalsten Filme der letzten Jahre. Übrigens ohne kitschig zu sein. Einfach ein ganz toll gemachter, bewegender realistischer Film, den ich Euch sehr empfehlen möchte.
Vergangene Woche habe ich „Final Destination 5“ gesehen – nicht wirklich ein großer Unterschied zu den vorherigen vier Teilen, die seit dem Jahr 2000 gedreht werden. Die Todesszenen sind zwar länger als gewöhnlich, doch die Story an sich ähnelt sehr den bereits bekannten: ein Jugendlicher sieht ein großes Unglück voraus, bei dem diverse Menschen sterben. Es gelingt ihm zwar, dieses Unglück zu umgehen und somit die Leute zu retten, doch die Freude darüber währt nur kurz: der Tod geht keine Kompromisse ein und holt sich nach und nach jeden der zunächst Überlebenden.
Genau wie die ersten vier Teile erhielt „Final Destination 5“ unterschiedliche Kritiken: von „grottenschlecht“ bis hin zu „gelungen“. Ich persönlich finde, wenn man das Genre „Horrorfilm“ zugrunde legt, ist dieser Film sehr gut gemacht. Was erwarten wir denn von Horror? Blut, Gemetzel, Übernatürliches – all dies wird hier perfekt umgesetzt, und die dazugehörige Story ist weitaus weniger flach als bei so manch anderen Filmen dieses Genres (und dazu teilweise sogar etwas witzig). Was mich fasziniert, ist die Vielfalt an Todesarten, die diese Filmreihe aufzeigt. Zwar überspitzt dargestellt, aber letzten Endes handelt es sich um Unfälle, wie sie tagtäglich geschehen können. Interessant wird die Geschichte durch die Anhäufung dieser Todesfälle und deren (teilweise sehr blutige) filmische Umsetzung.
Das Einzige, was mir persönlich bei „Final Destination 5“ etwas fehlt, ist der Überraschungseffekt. Als Zuschauer weiß man inzwischen, was einen bei Filmen dieser Reihe erwartet. Von daher wäre es schön, beim nächsten Teil mal einige Veränderungen einzubauen, um auch weiterhin die Zuschauer fesseln zu können. Trotzdem ein – für einen Horrorfilm – sehr guter und empfehlenswerter Film.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, derartige Rezensionen zu schreiben. Man muss ständig auf dem sehr schmalen Grat zwischen „banaler Laberei“ und „zu viel verraten“ balancieren, und von daher vermeide ich es weitestgehend, derartige Texte zu verfassen. Als Entschuldigung kann ich aber noch hervorbringen, dass ich ja ein Laie bin, was man von dem Journalisten, über den ich Euch berichten möchte, wohl nicht behaupten kann. Vergangenen Sonntag fing also ein Radiomoderator an zu erzählen, dass er sich sehr auf den abendlichen „Tatort“ freuen würde. Angenehme Stimme, schöne Wortwahl – alles picobello. Was dann aber folge, ist für mich ein Paradebeispiel für eine grottenschlechte Filmbesprechung: während der folgenden zwei, drei Minuten fasste er sehr, sehr detailliert den Film zusammen, den Millionen Menschen acht Stunden später im Fernsehen sehen wollten. Die Hörer erfuhren sogar, dass der Kommissar im Auto übernachtete und dass der Selbstmörder, den er für den Täter hielt, in Wirklichkeit gar nicht tot war… Der Vorteil daran war, dass selbst Menschen wie ich, die keinen „Tatort“ gucken, am nächsten Tag über diesen Film mitreden konnten (es ging um Organhandel; ja, das habe ich mir gemerkt). Der Nachteil, der meines Erachtens überwiegt, war natürlich, dass bei den „Tatort“-Interessierten wohl kaum noch eine rechte Spannung aufkommen konnte, als sie um 20.15 Uhr vor ihren Fernsehern saßen… Schade.
Was wohl ursprünglich dazu gedacht war, Werbung für diesen Film zu machen und nach Möglichkeit viele Zuschauer für dieses Programm zu begeistern, ging in diesem Fall meiner Meinung nach nach hinten los. Weniger ist eben manchmal mehr…
nach dem sehr erfolgreichen ersten Teil „Cars“ (2006), bei dem der US-amerikanische Regisseur John Lasseter nicht nur als Produzent, sondern auch als Regisseur tätig war, erschien im Juli 2011 der zweite Teil. Die Handlung ist eigentlich nur Nebensache – sofern man dies bei einem Film behaupten kann… Vielleicht bekam der Film deswegen auch von Experten keine besonders gute Kritik…
Naja, jedenfalls nimmt das Nascarauto Lightning McQueen an einem 3-Rennen Grandprix teil, um es seinem Erzrivalen zu zeigen, dem arroganten Formel-1-Rennwagen Francesco Bernolli. Sein bester Freund, der Abschleppwagen Hook, begleitet ihn und wird prompt mir einem Geheimagenten verwechselt – im wahrsten Sinne des Wortes wird der Ziegenbock zum Gärtner gemacht. So nimmt die Geschichte in zwei Handlungsebnen ihren Lauf: zum einen die Autorennen, zum anderen die Spionageaffäre. Beide Ebenen treffen natürlich irgendwann aufeinander…
Was „Cars 2“ zu etwas ganz Besonderen macht, ist zum einen die wunderschöne Grafik, nicht nur der Autos selbst, sondern auch der Landschaftenn und Kulissen. Jedes „car“ stellt ein echtes Auto dar, und selbst wenn man auf diesem Punkt kein Experte ist, so lassen sich die einzelnen Modelle unschwer erkennen. Darüber hinaus haben die Autos Namen, die dies verdeutlichen.
Sämtliche Protagonisten werden von Autos dargestellt; in den gesamten 107 Minuten des Films kommt kein einziger Mensch vor. Auch hierbei ist die grafische Gestaltung der Charaktere einfach perfekt gelungen. Ob die „Queen“, ihre Leibwächter oder die italienische Familia – jede der Figuren ist auf ihre Art glaubwürdig und liebevoll dargestellt worden. Dies allein schon macht „Cars 2“ zu einem der sehenswertesten Zeichentrickfilme der Gegenwart. Hinzu kommen noch wirklich komische Sprüche (meistens von Hook), die mir manchmal fast die Tränen vor Lachen in die Augen trieben. Auch die teilweise sehr humorvolle Namensgebung, wie beispielsweise „Big Bentley“ statt „Big Ben“ zeugen von einer sehr starken Fantasie der Macher dieses Films sowie großer Liebe zum Detail.
Wie gesagt: „Cars 2“ ist kein anspruchsvoller oder zum Nachdenken anregender Film, sondern einfach als lustiger Zeitvertreib anzusehen – und dafür ist er bestens geeignet!
Als ich in der vergangenen Woche erstmalig diese Meldung hörte, war ich ziemlich überrascht. Meiner Meinung nach erhielt dieser Mann schon während seiner Amtszeit ein viel zu großes Podium, um sich und seine Ehefrau – wohlgemerkt außerhalb seiner politischen Aktivitäten, welche zu beurteilen ich mir niemals anmaßen würde – zu präsentieren. Nach seinem Rücktritt im März dieses Jahres aufgrund der Plagiatsaffäre wanderte er mit seiner Familie in die USA aus und verlor dadurch stark an Präsenz in deutschen Medien. Und jetzt also ein Film. Der Regisseur und Produzent Nico Hofmann, bekannt durch Filme wie „Dschungelkind“ und „Hindenburg“, will sich an das brisante Thema wagen und sein neuestes Werk dem Leben des Exverteidigungsministers bis hin zu seinem Rücktritt widmen. Dabei soll – laut Hofmann – dieser Film als Satire verstanden und nicht als Biographie angesehen werden. Auch der Name Guttenbergs soll verändert werden, um Persönlichkeitsrechte zu respektieren. Als Wunschdarsteller hätte Hofmann gerne Jan-Josef Liefers, der seiner Meinung nach Guttenbergs „tänzelnden Schritt“ perfekt imitieren kann. Regie bei dem Film, der unter dem Arbeitstitel „Der große Bruder“ gedreht wird und bei SAT 1 im Abendprogramm gezeigt werden soll, führt Jochen Alexander Freydank.
Mich persönlich stören an diesem Film einige Dinge, obwohl ich davon überzeugt bin, dass er aufgrund seiner Thematik und des Staraufgebots ein Erfolg werden wird:
Auch, wenn ich persönlich kein Fan von ihm bin – auf „Der große Bruder“ bin ich dennoch gespannt, vor allem auf die satirische Umsetzung des doch ziemlich heiklen Themas. Schließen möchte ich mit der Frage des Journalisten Marco Janssen: „Ob Guttenberg selbst die Satire auch mit Humor nimmt?“
Der 2002 von dem polnischen Regisseur Roman Polanski gedrehte Streifen behandelt die Erlebnisse des jüdischen polnischen Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman während des Zweiten Weltkriegs. Der Zuschauer wird mitgenommen auf Szpilmans Odyssee durch das immer mehr zerstörte Warschau. Als Vorlage hierzu diente der 1999 publizierte autobiographische Roman des Pianisten „Mein wunderbares Überleben“. Leider habe ich dieses Buch bisher noch nicht gelesen, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, diese literarische Bildungslücke zu schließen. Zeitgeschichtliche Ereignisse wie der Bau des Ghettos, die Deportation der Juden, ihre Gegenwehr, das allgemeine Elend bis hin zum Kriegsende runden das authentische Gesamtbild des Filmes ab.
Obwohl viele Szenen – vor allem bei dem Gedanken, dass es sich nicht um eine Fiktion, sondern um die Realität handelt – schockierend und traurig zugleich sind, drückt Polanski nicht auf die Tränendrüse. Vielmehr versucht er, die Geschehnisse in Warschau während des Krieges authentisch und glaubwürdig darzustellen, was ihm perfekt gelingt.
Sehr berührend ist auch der offensichtliche äußere Verfall Szpilmans. Zu Beginn des Filmes ein gepflegter Herr, verwahrlost er zwangsläufig immer mehr. Die Angst, der Hunger und die Ungewissheit über sein Schicksal zehren an ihm, was Adrien Brody absolut glaubwürdig verkörpert. Seine von Natur aus melancholisch dreinblickenden Augen unterstreichen diesen Eindruck noch.
Einen weiteren Aspekt dieses Filmes finde ich ungemein interessant: Polanski zeigt, dass es nicht nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse gibt. Nicht alle deutschen Soldaten waren Sadisten, sondern besaßen auch menschliche Züge; nicht alle Juden waren wehrlose Opfer.
Trotz seiner Länge von 143 Minuten ist dieser Film keinen Moment langweilig – und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Der Film von Regisseur Michael Hoffman aus dem Jahr 2009 beschäftigt sich mit dem russischen Schriftsteller Leo Tolstoi, der sich für ein einfaches, unmaterialistisches Leben einsetzte und mit seinen Schriften regelrechte Jünger um sich scharrte. Doch in seinen letzten Jahren eskaliert der Konflikt zwischen dem Leben und der Liebe zu seiner Frau – gespielt von Helen Mirren – und seiner Arbeit und den Menschen, die daran glauben. Einer dieser “Jünger” ist James McAvoys Figur, der sein Sekretär wird, sich allerdings im Leben auf dem Lande nach Tolstois Idealen in eine Mitjüngerin namens Mascha verliebt.
Der Film hat durchaus so seine Längen und manchmal war zwischendurch doch relativ langweilig, vor allem wirklich in der Handlung rund um McAvoys Figur. Ich fand die Handlung um Tolstoi selbst und dem Zwiespalt zwischen der Liebe zu seiner (zugegeben sehr hysterischen) Frau und seiner “Gemeinde” und seinen Idealen viel interessanter und hier ist der Film auch viel stärker und reißt um einiges mehr mit.
Die Schauspieler spielen allesamt sehr gut. Besonders stechen jedoch natürlich Christopher Plummer als Tolstoi, Mirren als seine Ehefrau, aber auch Paul Giamatti als Tolstois engster Vertrauter und Intrigant gegen Tolstois Ehefrau hervor.
Die Geschichte selbst ist recht simpel: die vierjährige Amanda verschwindet spurlos aus der Wohnung ihrer alkohol- und kokainabhängigen Mutter. Neben einem Polizistenteam unter der Leitung von Polizeichef Doyle (Morgan Freeman) begibt sich auch das Privatdetektivpaar Patrick Kenzie (Casey Affleck) und Angela Gennaro (Michelle Monaghan) auf die Suche nach dem Kind.
Interessant wird „Gone Baby Gone“ erst durch die Vielzahl zwischenmenschlicher Probleme und menschlicher Schwächen. Jeder der Protagonisten verbirgt etwas, das der Zuschauer erst im Verlauf des Films erfährt. Ständig neue Wendungen und die überraschende Aufklärung von Amandas Verschwinden machen ihn absolut sehenswert. Ich habe mich in den 114 Minuten nicht einen Moment gelangweilt. Insbesondere der Schluss des Films ist bedrückend und macht nachdenklich.
Die Charaktere kommen sehr glaubwürdig rüber; ebenfalls die Darstellung des Milieus, in dem sie sich bewegen. Die seelischen und sozialen Abgründe der Protagonisten werden schonungslos offen gezeigt, ohne dabei überspitzt oder unrealistisch zu wirken.
Dass Morgan Freeman zu den besten Schauspielern der heutigen Zeit zählt, ist unbestritten. Doch auch Casey Affleck beweist einmal mehr, dass er den Titel „Bruder von Ben“ verdientermaßen ablegen kann. Längst ist er selbst zu einem ernst zu nehmenden Darsteller geworden, der die Rolle des coolen, aber dennoch ernsthaften Detektivs perfekt verkörpert.
Trotz einiger Gewaltszenen und Schießereien ist „Gone Baby Gone“ ein eher ruhiger Film, der mehr durch seine Tiefgründigkeit fasziniert als durch extreme Gewalt.
Mehr kann und will ich Euch leider nicht verraten. Schaut Euch den Film an! Ich würde mich freuen, zu hören, wie er Euch gefällt.
Der Film hat im Grunde zwei verschiedene Stränge. Der erste ist der “ganz normale”, chronologische Plot, der das Leben des Mickey Peterson, respektive Charles Bronson, erzählt. Er wächst in der unteren Mittelschicht im Großbritannien der 50er und 60er Jahre auf in Luton auf. Der gewalttätige Michael Gordon Peterson begeht irgendwann einen Postraub und bekommt sieben Jahre Haft. Im Gegensatz zu dem Otto-Normal-Häftling gefällt es ihm jedoch im Knast und so verlängert er seine Haftstrafen immer weiter durch Gewalttätigkeiten und Geiselnahmen, das ganze unterbrochen von Aufenthalten in Sanatorien, in denen es ihm nicht so gut gefällt wie im normalen Gefängnis. Er schafft es, dort hinaus zu kommen, weil er mit etlichen Aktionen, bei denen er die Anstaltsdächer beschädigt, dem Staat schlicht und ergreifend zu viel Geld kostet und er kurzerhand für “Geheilt” erklärt wird.Es folgt eine Phase auf freiem Fuß, in der er sich als Kämpfer bei illegalen Straßenkämpfen einen Namen macht, um genau zu sein, den Namen “Charles Bronson”, der ihm von seinem Manager oder Promoter gegeben wird, weil sich dies einfach besser anhöre als Mickey Peterson. Diese Phase dauert jedoch nicht all zu lange und er landet wieder im Gefängnis. Charles Bronson sitzt bis zum heutigen Tage ein.
Der zweite “Strang”, wenn man ihn denn so bezeichnen möchte, ist Charles Bronson, wie er in Smoking und Schminke auf einer Bühne vor Publikum steht und sein Leben – auf oft humorige Art – kommentiert.
So, damit wäre die grobe Inhaltsangabe aus dem Weg.
Es gibt nicht viele Sachen, die mir an dem Film nicht gefallen haben. Eines, was meiner Meinung nach ein wenig abfällt, ist die Dramaturgie. Klar, es ist ein – teilweise avantgardistisch angelegter – autobiographischer Film, der verständlicherweise nicht ein Leben in seiner Gesamtheit abzubilden vermag, doch – vor allem durch die Kommentare, die teilweise aus dem Off kommen – verflacht die Dramaturgie an einigen Stellen. Kurz gesagt: Er hat manchmal so seine Längen.
Doch es ist nicht so, als würde ich die Bühnen-Szenen, in denen Bronson sein Leben und Handeln rechtfertigt und kommentiert, nicht mögen. Nein, denn – und hier kommen wir zum größten Pluspunkt und zum eigentlichen Träger des Films – gerade hier brilliert Tom Hardy als Charles Bronson ungemein. Hardy ist noch jung und hat sicher noch eine respektable Karriere vor sich und normalerweise bin ich vorsichtig mit solchen Titeln, doch “Rolle des Lebens” trifft es für mich schon ganz gut. Tom Hardy spielt Charles Bronson wirklich dermaßen genial, er trägt den Zuschauer auch über die paar Längen, die der Film hat und rückwirkend betrachtet, finde ich es mehr als schade und eine Schande, dass Hardy nach Erscheinen des Films nicht einmal nominiert war für den Hauptrollen-Oskar. Unnötig, zu erwähnen, dass ich finde, dass er ihn auch hätte gewinnen sollen.
Zu dieser überaus sehenswerten One-Man-Performance kommt ein großartiger Soundtrack aus 80er Synthie-Songs gemischt mit klassischer Musik, eine gute Regie, Kamera, Schnitt und teilweise in ihrer Poetik großartige Bilder.