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28 Nov, 2011
von Elietta Becker

Erinnert Ihr Euch noch an das DFB-Pokalspiel in Dortmund gegen Dynamo Dresden? Dresdner „Fans“ entzündeten immer wieder Böller und Raketen, so dass mehrfach ein Spielabbruch drohte. Insgesamt 17 Menschen wurden dabei verletzt; der Gesamtschaden belief sich auf 150.000,- €. Da derartige Verhaltensweisen nicht das Geringste mit Sport zu tun haben, inakzeptabel sind und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden mussten, wurde dieser Fall vor dem Sportgericht des DFB verhandelt.

Vergangenen Donnerstag wurde das Urteil gesprochen: der Zweitligist Dynamo Dresden wird in der Saison 2012/13 von der Teilnahme am DFB-Pokal ausgeschlossen – eine Premiere im deutschen Profifußball. Richter H. E. Lorenz begründete unter anderem sein Urteil damit, dass „nie die Gewalt in deutschen Stadien größer war als in diesem Jahr“ und dass „ein deutliches Zeichen gegen Ausschreitungen gesetzt werden müsse“. Alternativen zu diesem Urteil, wie beispielsweise Geisterspiele (das heißt Spiele ohne Publikum vor leeren Rängen) von Dresden wurden nicht berücksichtigt. Der Sportdirektor des Zweitligisten, Steffen Menze, will Berufung gegen dieses Urteil einlegen – zu recht, wie ich finde, denn obwohl ich auch kein Freund von jeglicher Randale in Stadien bin, erscheint mir persönlich diese Strafe zu hart. Und ungerecht obendrein, denn Dortmund bekam wegen „mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen“ nur eine Geldstrafe von 8.000,- €. Das ist nicht fair, zumal die von Borussia Dortmund engagierten Sicherheitskräfte aufgrund nachlässiger Kontrollen es den Dresdner Anhängern ja erst ermöglichten, ihr Equipment ins Stadion zu schleppen. Natürlich ist es in der Praxis nicht möglich, jeden einzelnen Stadionbesucher von Kopf bis Fuß gründlich durchzuchecken. Ich bin selbst oft genug beim Fußball und weiß, wie schnell solch ein Abtasten erledigt wird. Böller oder Bengalos ins Stadion zu transportieren, stellt definitiv kein Problem dar. Aber Raketen? Eine solche zu übersehen, ist meines Erachtens schon eine sehr schlampige Kontrolle, und von daher ist die Geldstrafe für Dortmund im Vergleich zu der drakonischen Maßnahme gegen Dresden eine Farce. Dazugelernt haben die Dortmunder im Übrigen auch nichts, wie man vergangenes Wochenende beim Derby sehr gut sehen konnte, als die Schalker Fans riesige Feuerwerke entzünden konnten. Scheint also nicht so zu sein, dass dort jetzt strengere Kontrollen herrschen…

Schade für Dynamo Dresden ist es allemal. Gerade für die „kleineren“ Vereine ist eine Teilnahme am DFB-Pokal immens wichtig, nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus Prestigegründen. Wieder einmal muss ein Verein unter seinen vermeintlichen „Fans“ (die in meinen Augen keine sind, sonst würden sie ihrem Verein nicht so schaden!) leiden. Ich hoffe sehr, dass Dynamo Dresden mit seinem Einspruch erfolgreich sein wird, und dass eine andere Möglichkeit der Bestrafung gefunden wird.

27 Nov, 2011
von Elietta Becker
Spiele S U N Tore Differenz Punkte
1 Borussia Dortmund    14 9 2 3 29:9      20     29
2 Borussia Mönchengladbach    14 9 2 3 23:9      14     29
3 Bayern München    14 9 1 4 34:8      26     28
4 Werder Bremen    14 8 2 4 25:21       4     26
5 FC Schalke 04    14 8 1 5 28:20       8     25
6 Bayer Leverkusen    14 6 4 4 20:19       1     22
7 VfB Stuttgart    14 6 3 5 20:15       5     21
8 Hannover 96    14 5 5 4 18:22      -4     20
9 Hoffenheim    14 5 3 6 16:16       0     18
10 Hertha BSC    14 4 6 4 21:22      -1     18
11 1. FC Köln    13 5 1 7 20:29      -9     16
12 VfL Wolfsburg    14 5 1 8 19:28      -9     16
13 1. FSVMainz 05    13 4 3 6 19:25      -6     15
14 1. FC Nürnberg    14 4 3 7 14:24     -10     15
15 Hamburger SV    14 3 5 6 18:26      -8     14
16 1. FC Kaiserslautern    14 3 4 7 10:18      -8     13
17 SC Freiburg    14 3 3 8 19:30      -11     12
18 FC Augsburg    14 2 5 7 12:24      -12     11
26 Nov, 2011
von Elietta Becker

Heute gibt es keinen „Spot der Woche“, sondern einen „Antispot der Woche“. Dabei handelt es sich um die TV-Werbung für den Fernsehsender DMAX, die darauf aufmerksam machen möchte, dass demnächst dieser Sender nur noch digital zu empfangen sein wird.

Warum „Antispot“? Seht selbst:

Der Titel “die coolste Werbung der Welt” stammt natürlich nicht von mir…

Ich persönlich empfinde diese Parodie auf Selbsthilfegruppen weder als komisch noch in irgendeiner Form als amüsant, sondern als absoluten Fehltritt. Es gibt eine große Anzahl von Menschen, die ihre Probleme, Ängste, Süchte etc. mithilfe solcher Gruppen bewältigen beziehungsweise in den Griff bekommen. Von daher ist es nicht richtig, sich auf ihre Kosten lustig zu machen.

DMAX ist ein absolut kultiger TV-Sender mit einem richtig guten Programm und normalerweise genialer Werbung (denkt nur mal an den Slogan: „Die tollsten Menschen der Welt: Männer“). Solche – in meinen Augen menschenverachtende – Werbespots hat dieser Sender eigentlich ganz und gar nicht nötig. Schade.

25 Nov, 2011
von Elietta Becker
1. FC Köln - Mönchengladbach 0:3
Hertha BSC - Bayer Leverkusen 3:3
1899 Hoffenheim - SC Freiburg 1:1
FC Augsburg - VfL Wolfsburg 2:0
Dortmund - FC Schalke 04 2:0
1.FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern 1:0
Hannover 96 - Hamburger SV 1:1
Werder Bremen - VfB Stuttgart 2:0
Mainz 05 - Bayern München 3:2
25 Nov, 2011
von Elietta Becker

Vergangenen Samstag hat der DFB-Schiedsrichter Babak Rafati in einem Kölner Hotel versucht, sich das Leben zu nehmen. An für sich ist die Tatsache, dass jemand nicht mehr leben möchte, schon traurig genug. Noch trauriger finde ich jedoch, wie in den Medien mit dem Selbstmordversuch umgegangen wird. Von ärztlicher Seite aus gab es noch nicht einmal Entwarnung, dass Rafati stabil ist, da hagelte es bereits überall Berichte über mögliche Gründe für seine tat.

Persönliche Motive? Berufliche? Besteht ein Zusammenhang zu der Schwarzgeldaffäre? Bla-bla-bla. Ich finde dieses Verhalten seitens der Medien ausgesprochen respektlos gegenüber diesem Menschen, der offensichtlich so sehr in Not ist, das er dem Ganzen ein Ende setzen wollte – aus welchen Gründen auch immer. Natürlich sollen Journalisten die Bevölkerung aufklären, aber dazu gehören meines Erachtens Fakten und nicht sinnlose Spekulationen und ein herumstochern in Herrn Rafatis (Privat-) Leben. Auch die Interviews, die sein Vater (angeblich) gab („mein Sohn bat mich um Verzeihung“) gehören nicht in die Öffentlichkeit. Sollte diese Entschuldigung wirklich ausgesprochen worden sein, so wäre dies eine familiäre Sache und bestimmt nicht für Tausende Schaulustige und Neugierige bestimmt.

Auch Theo Zwanziger spielt sich meiner Meinung nach zu sehr auf. Was er sagt, hat zwar alles Hand und Fuß, aber er sagt zu viel, redet zu lieb und ist zu präsent. Auf mich wirkt es so, als nutze er die Verzweiflungstat seines Schiris durch betont liebevolles Benehmen dazu, sein eigenes recht angekratztes Image ein wenig aufpolieren zu wollen – und so etwas geht gar nicht.

Ich denke, man sollte Babak Rafati und seine Familie komplett in Ruhe lassen – vor allem ihn selbst erst einmal wieder zu sich finden lassen. Wenn er so weit ist, kann er immer noch entscheiden, was beziehungsweise wie viel er über seine Tat berichten möchte. Und wenn er schweigen wird, ist dies auch in Ordnung. Viel wichtiger als die „öffentliche Person“ Rafati, die wir alle schon einmal gesehen haben, ist der Mensch Babak, und der braucht ganz bestimmt seine Ruhe und keine wilden Spekulationen. In diesem Sinne: alles Gute für Sie, Herr Rafati! :)

24 Nov, 2011
von Elietta Becker

Habt Ihr alle Eure Einkäufe für diese Woche bereits erledigt? Ist Euer Kühlschrank voll, Euer Tank auch und noch genug Brot im Haus? Falls nicht, solltet Ihr heute noch schnell das Nötigste besorgen, denn morgen ist der „Buy-nothing-day“ (auf Deutsch: Kauf-Nix-Tag), und falls Ihr diesen zelebrieren möchtet, solltet Ihr Läden jeglicher Art meiden.

“Gibt es nicht“, denkt Ihr? Gibt es wohl! Seit 1992 wird in den USA der jeweils letzte Freitag im November (dieses Jahr der 25.11.), der Tag nach Thanksgiving, als konsumkritischer Aktionstag genutzt. Erfunden hatte diesen Aktionstag eine US-amerikanische Werbeagentur, die unter anderem auch für Greenpeace tätig ist. 24 Stunden lang sollte auf jede Art des Konsums verzichtet, das heißt nicht einmal eine Kleinigkeit gekauft werden. Darüber hinaus sollte man sich Gedanken über sein eigenes Konsumverhalten machen.

Was 1992 in den USA begann, wird inzwischen in 80 Ländern der Welt praktiziert – allerdings mit mäßigem Erfolg. Richtig bekannt ist der Buy-nothing-day nicht, und selbst in seinem Ursprungsland zählt der letzte Freitag im November immer noch zu den fünf umsatzstärksten Tagen des Jahres. Auch die Tatsache, dass die Aktivisten den Tag des Konsumverzichts auch als Protest gegen umweltschädliche und unmenschliche Herstellungsbedingungen ansehen, macht ihn nicht wirklich populärer.

Ich persönlich finde derartige Aktionstage ausgesprochen unsinnig und überflüssig. Mal abgesehen davon, dass ich mir von niemandem befehlen lassen würde, wann ich einzukaufen habe und wann nicht: wenn jetzt wirklich (fast) jeder an diesem Tag auf Konsum verzichten würde, was würde dies für die globale Wirtschaft bedeuten? Und wie viele Frischprodukte würden im wahrsten Sinne des Wortes „für die Tonne“ produziert werden, wenn niemand einkaufen ginge? Einer Dose Erbsen wäre es wohl egal, ob sie einen Tag länger im Supermarkt steht oder nicht; auch eine Packung Nudeln würde dies wohl überleben. Aber was ist mit Backwaren und Frischfleisch? Die finanziellen Schäden für die entsprechenden Unternehmen wären enorm, und das muss doch nun wirklich nicht sein. Warum soll man denn irgendwelche Firmen, die vielleicht auch so schon ums Überleben kämpfen, bewusst schädigen?

Nachdenken über Konsumverhalten kann man – sollte man es wollen – an jedem x-beliebigen Tag; sogar während des Einkaufens… Also ich weiß, dass ich ganz bestimmt nicht an diesem Aktionstag teilnehmen werde. Mal sehen, wie viele Anhänger sich finden werden, um den Kauf-Nix-Tag zu begehen…

23 Nov, 2011
von Elietta Becker

Bestimmt ist den Rauchern unter Euch schon aufgefallen, dass in letzter Zeit die Zigaretten häufig spontan ausgehen? Man legt sie kurz im Aschenbecher ab, kümmert sich ein Weilchen nicht um sie, und sobald man wieder an ihr ziehen möchte, streikt sie. In diesem Fall bedeutet das, sie ging unbemerkt aus und wir können ziehen, so viel wir wollen – es tut sich nichts.

In verschiedenen Foren haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder Raucher über dieses unkooperative Verhalten ihrer Zigaretten beklagt und es auf mangelnde Qualität geschoben. Seit vergangener Woche wissen wir: das ist nicht der Fall! Am 17.11.2011 trat eine neue EU-Verordnung in Kraft, nach der die Zigaretten ein „vermindertes Zündpotential“ besitzen müssen. Im Klartext heißt das, dass sie ausgehen, wenn einige Zeit nicht an ihnen gezogen wurde. Da der logistische Aufwand extrem groß war, die „neuen“ Zigaretten auf den Markt zu bringen, sind diese schon eher im Umlauf gewesen; seit dem Sommer beispielsweise in Deutschland.

Ziel dieser EU-Verordnung ist der erhöhte Brandschutz. In den 27 EU-Ländern, in der sie Gültigkeit hat, gibt es circa 500 Brandtote jährlich. Diese Anzahl soll minimiert werden, was mithilfe der Zigaretten durchaus möglich ist, wie das Beispiel USA belegt. Seit der Einführung dort im Jahre 2010 sank die Zahl der Brände, die durch Zigaretten entstanden sind, um die Hälfte.

Das Prinzip ist simpel: an zwei Stellen des Zigarettenpapiers werden  Bänder angebracht, die mit Kartoffelstärke beschichtet sind. Diese unterbindet die Sauerstoffzufuhr an der Zigarette. Erreicht nun die Glut das Band, fehlt an dieser Stelle der Sauerstoff. Die Folge: wenn man nicht an ihr zieht, geht die Zigarette aus. Laut Hersteller besitzen diese Zigaretten weder einen anderen Geschmack noch eine andere Gesundheitsbelastung; Kartoffelstärke ist wohl unschädlich für den Menschen…

Es ist interessant zu sehen, womit sich EU-Politiker so alles beschäftigen. Mal ehrlich: natürlich ist es schade um jeden Menschen, der stirbt, aber ich persönlich finde nicht, dass 500 Brandtote in 27 Ländern eine derart erschreckende Anzahl sind, dass sie sogleich eine neue EU-Verordnung rechtfertigen würden. Vor allem wird immer nur über Wohnungsbrände gesprochen. Was ist mit den Waldbränden, von denen es jährlich circa 45.000 in Europa gibt? Können die auch in irgendeiner Art und Weise durch die „neuen“ Zigaretten minimiert oder verhindert werden oder gelten die angesprochenen Vorteile ausschließlich für Wohnungsbrände? Und was ist mit Zigarren? Warum bekommen die keine Bänder aus Kartoffelstärke implantiert? Haben die Politiker in Brüssel denn keine wirklich wichtigen Probleme zu lösen? (Sorry, ich vergaß, dass sie ja bereits die Normgröße für Gurken festgelegt haben…) Fragen über Fragen… Während ich hier sitze, raucht  mir der Kopf bei so vielen Gedanken über die ganzen Unklarheiten – und das ist auch der einzige. Meine Zigarette, die ich kurz mal in den Aschenbecher gelegt habe, macht schon wieder eine kleine Siesta… Daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen…

22 Nov, 2011
von Elietta Becker

Wieder einmal sorgten in der vergangenen Woche die Benzinpreise für heiße Diskussionen. Ob an Tankstellen selbst, im Kollegenkreis oder beim nachbarschaftlichen Plausch – überall wurde gemotzt und gemeckert, was das Zeug hält. Selbst mein bevorzugter Radiosender, der normalerweise gegen nichts und niemanden hetzt, widmete mehrere Minuten Sendezeit dem Problem, dass ein Liter Superbenzin (nicht Super plus!) in Hannover 1,61 € gekostet hat. Um es kurz zu machen: das ständige Gewinsel über die Spritpreise geht mir ungeheuer auf die Nerven.

Natürlich ist es nicht schön, wenn eine Kleinstwagentankfüllung mehr als 50,- € kostet, aber dafür bietet uns diese Menge Benzin auch 500 Kilometer oder mehr puren Luxus. Wir fahren los, wann immer wir möchten, brauchen nicht auf Fahrpläne, Abfahrts- und Ankunftszeiten zu achten. Wir können Radio oder  CDs hören, rauchen, Temperatur ganz nach Wunsch regeln sowie ungestört und ohne Zuhörer telefonieren (Achtung: bitte mit Fernsprecheinrichtung, sonst gibt es Ärger und Punkte in Flensburg). Wir fahren – ohne umzusteigen – durch, müssen nicht in eisigen Bahnhöfen, Bushaltestellen oder U-Bahn-Stationen auf passende Verbindungen oder Anschlusszüge lauern. Erfahrungsgemäß sind diese Haltestellen auch in den seltensten Fällen direkt vor der eigenen Haustür oder in unmittelbarer Nachbarschaft, so dass sie auch erst einmal erreicht werden müssen. In unserem Auto sitzen wir bequem und gemütlich in unserem ureigenen Sitz, werden nicht geschubst oder angerempelt, vollgelabert oder zugemieft. Was will man mehr? Der einzige Vorteil, den man als Reisender in öffentlichen Verkehrsmitteln gegenüber einem Pkw hat, ist die Tatsache, dass man Zeitung lesen kann – vorausgesetzt, man erwischt einen Sitzplatz mit genügend Bewegungsfreiheit zum Umblättern… Ansonsten sehe ich persönlich keinerlei Anreize, den Wagen stehen zu lassen. Fahrkarten für Busse, Bahnen etc. sind richtig teuer, also kann man auch nicht von Ersparnissen irgendwelcher Art sprechen.

Aber wenn man es sehr mag, eingepfercht wie eine Ölsardine inmitten eines Rudels Menschen in einer Bahn zu stehen, sollte man sich natürlich diesen Genuss nicht entgehen lassen…Wenn man aber die Vorteile des Autofahrens zu schätzen weiß, sollte man endlich mit der Meckerei über die Benzinpreise aufhören und sich glücklich schätzen, einen fahrbaren Untersatz zu besitzen. Wie gesagt: Alternativen wären die öffentlichen Verkehrsmittel…

21 Nov, 2011
von Elietta Becker

Das Drama um die Massentötung von Straßenhunden in der Ukraine hat (vorerst) ein Ende gefunden: ab sofort dürfen Medienberichten zufolge die Tiere nicht mehr ermordet werden; stattdessen sollen Tierheime gebaut beziehungsweise eingerichtet werden.

Schöne Aussichten – allerdings kommt dieser Plan der ukrainischen Regierung für die meisten der ehemals circa 200.000 streunenden Hunde zu spät. Auf grausamste Art und Weise wurden sie aufgeschlitzt, betäubt, in fahrbaren Krematorien verbrannt und sogar lebendig in Massengräbern begraben – so lauten übereinstimmende Medienberichte verschiedenster Nationen. Fakt ist, dass auf ukrainischen Straßen kaum noch streunende Hunde zu sehen sind, und dass die Tiere alle spontan eines natürlichen Todes gestorben sein könnten, ist mehr als unwahrscheinlich.

Grund für die Massentötung ist die im kommenden Jahr stattfindende Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Ausländischen Besuchern sollte ein schönes, sauberes Straßen- beziehungsweise Stadtbild geboten werden, in welches streunende Hunde nach Meinung der Verantwortlichen nicht gepasst hätten. Diese Einstellung hat leider schon Tradition. Bereits 2004, im Vorfeld der Olympischen Spiele, hat Athen ebensolche Tötungsaktionen durchgeführt; 2008 (Olympia) Peking auch.

Ich persönlich kann zwar keinen Grund erkennen, warum Tiere, die schon ewig so leben, einer sportlichen Großveranstaltung im Weg sein sollen, aber offenbar sehen die Veranstalter dies anders. Wie dem auch sei: die Massenermordung der Straßenhunde in der Ukraine hat für weltweite Empörung und Proteste gesorgt, nicht nur von Seiten diverser Tierschutzorganisationen. Auf sozialen Netzwerken wie Facebook wurde sogar zum Boykott der EM aufgerufen.

Offensichtlich wurde der Druck der Öffentlichkeit zu groß auf die ukrainische Regierung – mit sofortiger Wirkung dürfen seit vergangenem Donnerstag keine Hunde mehr ermordet werden. Wohl um ein Zeichen zu setzen, wurde auch gleich ein 19-Jähriger verhaftet weil er ganz besonders grausam die Hunde aufgeschlitzt hatte…

Die Entscheidung, die Tötungen zu stoppen, löst in mir widersprüchliche Gefühle aus. Natürlich freue ich mich, dass wohl die letzten übrig gebliebenen Streunet überleben dürfen; klar. Allerdings finde ich, dass dieses Tötungsverbot viel zu spät ausgesprochen worden ist. Jetzt, wo kaum noch Hunde übrig und die Straßen mehr oder weniger „sauber“ sind, stellen sich die ukrainischen Politiker demonstrativ als Tierschützer und –beschützer hin, richten Tierheime ein und bestrafen Hundemörder. Alle Welt kann sehen, wie (tier-) lieb sie sind… Aber warum haben sie genau dieses Verhalten nicht an den Tag gelegt, als vor einigen Wochen das Massenmorden begann? Warum mussten erst so viele Hunde einen grausamen und sinnlosen Tod sterben, bis die Herren Politiker tätig wurden? Es kursiert ja sogar das Gerücht, dass der Bürgermeister von Kiew für jeden toten Hund ein Kopfgeld von 25,- € gezahlt hat…

Auf mich wirkt diese plötzliche Tierliebe der Politiker wie eine Farce. Ich würde es sehr begrüßen, wenn besagte Politiker, die bis dato so diskret ihre Augen vor der Massentötung von Straßenhunden verschlossen haben, obwohl diese seit Wochen bekannt ist, ebenfalls bestraft werden würden… Darüber hinaus dürfte kein Tourist zur EM in die Ukraine reisen und dort Geld ausgeben – nur zu den Spielen nach Polen. Denn dass dort ebenso mit streunenden Tieren verfahren wird, ist nicht bekannt…

 

20 Nov, 2011
von Elietta Becker
Spiele S U N Tore Differenz Punkte
1 Bayern München     13 9 1 3 32:5      27    28
2 Borussia Dortmund     13 8 2 3 27:9      18    26
3 Borussia Mönchengladbach     13 8 2 3 20:9      11    26
4 FC Schalke 04     13 8 1 4 28:18      10    25
5 Werder Bremen     13 7 2 4 23:21       2    23
6 VfB Stuttgart     13 6 3 4 20:13       7    21
7 Bayer Leverkusen     13 6 3 4 17:16       1    21
8 Hannover 96     13 5 4 4 17:21      -4    19
9 Hoffenheim     13 5 2 6 15:15       0    17
10 Hertha BSC     13 4 5 4 18:19      -1    17
11 1. FC Köln     12 5 1 6 20:26      -6    16
12 VfL Wolfsburg     13 5 1 7 19:26      -7    16
13 1. FC Kaiserslautern     13 3 4 6 10:17      -7    13
14 Hamburger SV     13 3 4 6 17:25      -8    13
15 Mainz 05     12 3 3 6 16:23      -7    12
16 1. FC Nürnberg     13 3 3 7 13:24      -11    12
17 SC Freiburg     13 3 2 8 18:29      -11    11
18 FC Augsburg     13 1 5 7 10:24      -14     8

 

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