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18 Jan, 2012
von Elietta Becker

„Neue Besen kehren gut“ – dieser alte Spruch hat gerade in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen. In vielen Bereichen hält man nicht mehr am Altbewährten fest, sondern tauscht dieses gerne gegen Neues aus – in der Hoffnung auf Vorteile irgendwelcher Art.

Dies ist beispielsweise im Berufsleben so. Viele ältere und langjährige Mitarbeiter werden – aus Kostengründen – wegrationalisiert und durch jüngere ersetzt. Von diesen erwartet man höhere Leistung, Motivation, Durchhaltevermögen etc. Die neuen Mitarbeiter werden natürlich alles tun, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden; zum einen aus Angst um ihren Arbeitsplatz, zum anderen weil sie ja wirklich noch frisch und fit (und nicht abgestumpft) sind. In diesem Kontext könnte man also sagen, dass das Sprichwort stimmt.

Auch im sportlichen Bereich scheint es in letzter Zeit eine wahre Schwemme von neuen „Besen“ (=jungen, neuen Talenten) zu geben. Schauen wir nur auf die Fußballbundesliga: Spieler wie Poldi, Schweinsteiger und Neuer zählen mit Mitte 20 schon zu den „alten Hasen“, weil ihre neuen, talentierten Mannschaftskollegen teilweise noch im Teenie-Alter sind (Götze, Ter Stegen, Draxler). Das Durchschnittsalter der Bundesligamannschaften wird von Jahr zu Jahr geringer – vor Jahrzehnten waren so junge Spieler eine absolute Seltenheit, siehe die Fohlenelf. Aufgrund der herausragenden Leistungen, die diese Sportler bringen, haben es die älteren logischerweise schwer, ihren Stammplatz zu behaupten, zumal ganz Fußballdeutschland inklusive Jogi Löw von den „jungen Wilden“ schwärmt…

Doch auch auf dem privaten Sektor sind wir in unserer schnelllebigen Zeit ständig auf der Suche nach etwas Neuem – die Zahl der Trennungen und Scheidungen bestätigt dies. Wenn man – egal ob als Normalbürger oder als Promi – dann eine neue Beziehung eingeht, so tut man dies natürlich mit den allerbesten Absichten und Vorsätzen, es „diesmal besser zu machen“. Man gibt sich große Mühe, seine Fehler zu verbergen. Dies Verhalten führt dazu, dass die neuen Partner (zumindest anfänglich) das Gefühl haben, nun das große Los gezogen zu haben – eben berühmten „neuen Besen“ gefunden zu haben, der gut kehrt.

Vergangene Woche habe ich eine kleine Abart dieses Sprichwortes gehört, welche mich dazu veranlasst hat, diesen Artikel zu schreiben: „Neue Besen kehren gut, aber die alten kennen alle Ecken“. Ebenso wie das ursprüngliche Sprichwort ist auch dieses auf diverse Lebensbereiche anwendbar.

Ältere, erfahrene Mitarbeiter sind vielleicht ausgebrannter und können nicht mehr so motiviert sein wie neu eingestellte, dafür sind ihnen sämtliche Kniffe und Tricks bekannt – als Teamkollegen sind sie daher von unschätzbarem Wert. Erfahrungen, die man im Laufe seines Berufslebens gesammelt hat, sind unsagbar wichtig und sollten keinesfalls unterschätzt werden.

Ebenso verhält es sich auf dem sportlichen Sektor. Natürlich ist es eine Freude, die jungen Wilden voller Energie und Enthusiasmus losstürmen zu sehen. Gelegentlich kommen sie aber mit ihrer Sturm-und-Drang-Taktik nicht weiter und benötigen „alte Hasen“ wie beispielsweise Klose oder Lala, um erfolgreich zu sein. Auch hierbei zeigt es sich, dass jahre- beziehungsweise jahrzehntelange Erfahrung, verbunden mit allen erdenklichen Tricks, die ein junger Spieler noch gar nicht kennen kann, unersetzlich ist.

Kommen wir zum privaten Bereich: wir haben jetzt also einen neuen Partner, das Kribbeln im Bauch ist auch da, beide nehmen sich extrem zusammen, es wird nicht gerülpst oder gefurzt, man fragt sich, wie es dem anderen geht… und doch gibt es tagtäglich Momente, in denen die Harmonie noch nicht so gegeben ist wie mit dem Ex, vor allem in Alltagsdingen. Der Neue weiß nicht, wie Ihr Euren Kaffee trinkt; er weiß nicht, dass Ihr keine Butter esst und keine Tomaten mögt; er fragt Euch beim Sex „magst du es so?“ und an der Tanke, welches Benzin Euer Wagen braucht… Alles Kleinigkeiten, die aber in ihrer Summe anstrengend sind. Die  Vertraulichkeit, die sich im Laufe des Zusammensein zwischen Euch und Eurem Ex entwickelt hat, kann im Anfangsstadium der Beziehung mit dem Neuen noch gar nicht vorhanden sein und muss auch erst wachsen. Doch bis es so weit ist, werdet Ihr bestimmt so manches Mal wehmütig an den alten Besen denken, der alle Ecken kannte…

17 Jan, 2012
von Elietta Becker

Wohl jedem ist die Krankheit „Burnout“ inzwischen ein Begriff. Spätestens seit Ralf Rangnick oder auch Markus Miller sich öffentlich zu ihr bekannten, wissen wohl alle, dass es sich hierbei um einen Zustand geistiger und körperlicher Erschöpfung handelt.

Weitaus weniger bekannt, aber dennoch nicht weniger unangenehm für die Betroffenen ist das sogenannte „Boreout“ (boring = lamgweilig), dass quasi als Gegenteil zum Burnout angesehen werden kann: Stress durch Langeweile. Klingt im ersten Moment ein wenig lächerlich, weil es schwer vorstellbar ist, dass man vor Langeweile in Stress gerät. Ist aber tatsächlich so. Dieser sogenannte „negative Stress“ entsteht durch Unterforderung beziehungsweise Unzufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsplatz. Die Betroffenen sind müde, lustlos, frustriert und gereizt. Neben diesen psychischen kommen auch noch physische Symptome hinzu: Schlaflosigkeit, Tinnitus, Magenschmerzen, Kopf- oder Rückenschmerzen, Muskelzucken. Viele Betroffene schämen sich auch, ihre Unzufriedenheit zuzugeben, weil sie a) Angst um ihren Arbeitsplatz haben und b) fürchten, nicht ernst genommen zu werden. Gerade heutzutage, wo jeder nur Leistung bringen möchte (und muss) ist es ja auch verständlicherweise etwas peinlich, zuzugeben, dass man nicht genug zu tun hat. Das kann ich vollkommen verstehen. Vor Jahren musste ich mal in einer Bäckereifiliale arbeiten, in der pro Schicht (sieben Stunden) maximal 25 Kunden kamen – und das an guten Tagen!!! Ein Alptraum an Langeweile für mich, aber niemand, dem ich davon erzählt habe, konnte mich verstehen. Im Gegenteil: Sprüche wie „freu dich doch, dass du nichts zu tun hast“ oder „so gut möchte ich es auch mal haben, mein Geld mit Nichtstun zu verdienen“ waren an der Tagesordnung. Für mich war die Zeit dort die reinste Hölle, auch körperlich, und von daher würde ich niemals über Menschen lachen, die ähnliches erleben. Denn belächelt werden vom Boreout Betroffene leider oft, obwohl dieses Syndrom genauso schlimm wie Burnout ist.

Im Laufe der letzten Jahre rückte diese Erscheinung immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Autoren Philippe Rothlin und Peter R. Werder veröffentlichten 2007 ihr Werk „Diagnose Boreout“, welches für zwei Wirtschaftsbuchpreise nominiert worden war. Auch Studien von Dan Malachowski, The Gallup Organisation und Kelly Services belegen, dass es sich um ein durchaus ernstzunehmendes Krankheitsbild handelt. Doch viele Kritiker tun dies mit Bemerkungen wie „es wird etwas völlig Normales als krankhafte Erscheinung präsentiert“ ab. Schade. Ihnen würde ich empfehlen, sich mal einen Monat in besagte Bäckerfiliale zu stellen. Wenn sie danach keinerlei boreoutverdächtigen Symptome haben sollten –chapeau. Falls doch, vielleicht überdenken sie dann ihre Einstellung…

16 Jan, 2012
von Elietta Becker

Vergangene Woche habe ich „Final Destination 5“ gesehen – nicht wirklich ein großer Unterschied zu den vorherigen vier Teilen, die seit dem Jahr 2000 gedreht werden. Die Todesszenen sind zwar länger als gewöhnlich, doch die Story an sich ähnelt sehr den bereits bekannten: ein Jugendlicher sieht ein großes Unglück voraus, bei dem diverse Menschen sterben. Es gelingt ihm zwar, dieses Unglück zu umgehen und somit die Leute zu retten, doch die Freude darüber währt nur kurz: der Tod geht keine Kompromisse ein und holt sich nach und nach jeden der zunächst Überlebenden.
Genau wie die ersten vier Teile erhielt „Final Destination 5“ unterschiedliche Kritiken: von „grottenschlecht“ bis hin zu „gelungen“. Ich persönlich finde, wenn man das Genre „Horrorfilm“ zugrunde legt, ist dieser Film sehr gut gemacht. Was erwarten wir denn von Horror? Blut, Gemetzel, Übernatürliches – all dies wird hier perfekt umgesetzt, und die dazugehörige Story ist weitaus weniger flach als bei so manch anderen Filmen dieses Genres (und dazu teilweise sogar etwas witzig). Was mich fasziniert, ist die Vielfalt an Todesarten, die diese Filmreihe aufzeigt. Zwar überspitzt dargestellt, aber letzten Endes handelt es sich um Unfälle, wie sie tagtäglich geschehen können. Interessant wird die Geschichte durch die Anhäufung dieser Todesfälle und deren (teilweise sehr blutige) filmische Umsetzung.
Das Einzige, was mir persönlich bei „Final Destination 5“ etwas fehlt, ist der Überraschungseffekt. Als Zuschauer weiß man inzwischen, was einen bei Filmen dieser Reihe erwartet. Von daher wäre es schön, beim nächsten Teil mal einige Veränderungen einzubauen, um auch weiterhin die Zuschauer fesseln zu können. Trotzdem ein – für einen Horrorfilm – sehr guter und empfehlenswerter Film.

14 Jan, 2012
von Elietta Becker

Endlich mal ein „Spot der Woche“, der für eine Versicherungsgesellschaft wirbt: der aktuelle – wenn auch ältere – TV-Spot für die Aachen Münchener.

Der Zuschauer wird eingeführt in die Gepflogenheiten der Fa. „Zock & Co. finance”, deren Angestellte allerlei Möglichkeiten gefunden haben, mit Geld zu spielen. Dabei haben sie offenkundig sehr viel Spaß. Doch eine mahnende, männliche Stimme sagt: „Mit Geld spielt man nicht. Zumindest nicht bei uns. Seit 185 Jahren handeln wir nach diesem Prinzip. Aachen Münchener.“

Mir persönlich gefällt dieser Werbespot ganz besonders gut, weil er witzig und innovativ ist. Normalerweise schwafeln Versicherungen immer in epischer Breite über ihre Vorzüge – ohne wirklich etwas zu sagen, oder sie lassen Pseudokunden berichten, wie zufrieden sie mit dem Service sind. Die Aachen Münchener hat es mit ihrem Spot geschafft, auf eine völlig neue und meiner Meinung nach sehr interessante Art auf sich aufmerksam zu machen. Wegen der Idee und der gelungenen Umsetzung: Spot der Woche.

13 Jan, 2012
von Elietta Becker

Habt Ihr auch das Problem, dass sich bei Euch haufenweise Bücher, Pc-Spiele, CDs und DVDs stapeln, die Ihr eigentlich nicht wirklich mehr braucht beziehungsweise benutzt? Um diese irgendwie zu Geld zu machen, kann man sie natürlich entweder traditionell zum Flohmarkt schleppen oder sie in den bekannten Onlineplattformen wie Ebay anbieten. Dies ist vielleicht etwas mühsam und zeitaufwändig, kann aber durchaus zum gewünschten Erfolg führen.
Jetzt habe ich durch Zufall vor einigen Wochen eine weitere Methode entdeckt, diese Staubfänger los zu werden, und mich näher mit ihr beschäftigt: es gibt diverse Onlineshops zum An- beziehungsweise Verkaufen dieser gebrauchten Gegenstände, die den Verkauf Leuten wie mir denkbar einfach machen: „Rebuy“, Momox“ („Medimops“), „Buchankauf24.de“, „Buchankauf-online.de“, nur um einige von ihnen zu nennen. Auf deren Websites gibt man Details zu dem Artikel ein, den man verkaufen möchte; beispielsweise die ISBN-Nummer bei Büchern. Sofort erscheint dann die Summe, die das Portal bereit wäre zu zahlen, sollte sich die Ware in einwandfreiem Zustand befinden. „Einwandfrei“ heißt in diesem Fall: keine Kratzer, Beschädigungen, Stempel, Knicke, Beschriftungen, Vergilbungen… Dann schickt man seine Artikel (portofrei ab einer bestimmten Summe) an den Ankaufsdienst, wo sie erst einmal geprüft werden. Sollte diese Prüfung zufriedenstellend ausgefallen sein, ist das Geld innerhalb weniger Tage  auf dem Konto des Verkäufers, wie zahlreiche Verkäuferrezensionen bestätigen.
Klingt eigentlich sehr gut, und die Ware ist wirklich in einem perfekten Zustand (das kann ich beurteilen, da ich bereits Bücher bei einem dieser Anbieter gekauft habe). Der Nachteil ist, dass die Preise, die der Verkäufer erhält, wesentlich niedriger sind als auf den traditionellen Verkaufsplattformen. Beispielsweise habe ich probehalber ein Sachbuch zum Verkauf angeboten, welches ich vor einigen Monaten neu für 40,- € gekauft habe. Während dieses Buch bei Amazon für circa 22,- € gehandelt wird, bot mir einer der beschriebenen Onlineshops 3,80€.—
Fazit: wenn man wirklich ganz, ganz viele CDs, DVDs, Spiele und Bücher hat beziehungsweise eine große Menge davon geerbt oder geschenkt bekommen hat (die nicht beschädigt sind!), dann lohnt es sich auf jeden Fall, diese bei den Shops anzubieten. Ansonsten sollte man doch versuchen, seine Artikel auf traditionelle Weise zu verkaufen. Als Käufer hingegen kann man wirklich sehr, sehr gute Ware für wenig Geld bekommen…

12 Jan, 2012
von Elietta Becker

Was wäre, wenn man sich nach seinem Tod einfrieren lassen könnte, Jahrzehnte oder länger in diesem Zustand bleiben würde und sich irgendwann, wenn die Wissenschaft so weit ist, wieder auftauen lässt und weiterlebt? Mit dieser Möglichkeit beschäftigen sich Menschen wahrscheinlich schon ewig; intensiv jedenfalls seit mehr als 50 Jahren: die sogenannten Kryoisten. Abgeleitet von dem Wort „Kryonik“; einer Wissenschaft, die versucht, Menschen für die Zukunft zu erhalten.
Einzelne Organe oder komplette Organismen werden konserviert, um sie irgendwann in der Zukunft wiederzubeleben. Klingt zwar etwas utopisch, ist aber prinzipiell möglich, denn Leben kann Temperaturen bis zu -196 ° C überdauern. Schon vor Jahren hat man deshalb versucht, Organismen zu gefrieren. Das Problem dabei war, dass durch die Ausdehnung des Wassers beim gefrieren die Zellen irreparabel zerstört worden sind, so dass nichts mehr zum Wiederbeleben übrig geblieben ist… Mit dem 2001 entwickelten Verfahren „Vitrifikation“ (eisfreies Gefrieren) soll dieses Problem behoben werden. Ein großer Teil des körpereigenen Wassers wird durch die Lösung „Supercool“ ersetzt.
Interessierte Kryonisten wird es wohl immer geben, und für all diejenigen plant der US-amerikanische Architekt Stephen Valentine eine Kryonik-Center. In diesem sollen circa 50.000 tiefgefrorene Körper von Verstorbenen (auch von haustieren) in einer Art Wabe ruhen dürfen und Jahrzehnte oder Jahrhunderte auf den Fortschritt in der Forschung warten, um dann reanimiert zu werden. Bislang mussten sie dies in Lagerhallen in Autobahnnähe tun, was aber nicht nur recht menschenunwürdig ist, sondern auch nicht besonders sicher. In der Sicherheit liegt auch die Schwierigkeit für Herrn Valentine, einen geeigneten Ort für sein Projekt zu finden. Dieser muss nicht nur sicher vor Witterungseinflüssen, Klima und Jahreszeiten sein, sondern auch vor möglichen Kriegen, Feuer, Angriffen (UFOs?) – schließlich zahlen die „Mieter“ dieses „Wohnhauses“, wie er es nennt, 140.000 $ für eine Einlagerung (ein Kopf kostet übrigens nur 60.000 $). Dafür kann man schon Ruhe bis in alle Ewigkeit erwarten…
Ich persönlich finde diese ganze Kryonik absolut überflüssig. Zwar kann ich verstehen, dass die Menschen gerne länger (oder nochmal) leben möchten, aber wenn es vorbei ist, ist es nun einmal vorbei. Vor allem: wenn man verstorben ist, gab es ja irgendeinen Grund dafür (Krankheit, Unfall, Altersschwäche). Jetzt liegt man – sagen wir 50 Jahre – tiefgefroren irgendwo herum, wird reanimiert, und das für den Tod verantwortliche Leiden ist weg? Oder man lässt sich nur seinen Kopf einfreiren, um Ideen für die Nachwelt zu hinterlassen. Abgesehen davon, dass man um 60.000 $ ärmer ist (die man natürlich bereits zu Lebzeiten bezahlen muss), glaube ich kaum, dass es irgendeinen weiteren Effekt geben wird. Ein toter Kopf wird niemals wieder denken können, auch in 100 Jahren nicht. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass hierbei wieder einmal Geschäfte mit dem Wunsch nach dem ewigem Leben gemacht werden – und das geht gar nicht!!!

11 Jan, 2012
von Elietta Becker

Könnt Ihr Euch gut Witze merken? Und falls ja, besitzt Ihr die Gabe, diese auch super weitererzählen zu können? Ich finde, Witze zu erzählen ist eine Kunst für sich, die leider kaum einer richtig beherrscht. Seltsamerweise sind meistens diejenigen, die sich auf diesem Gebiet nicht besonders hervor tun, auch diejenigen, die einen am häufigsten mit ihren Bemühungen traktieren.
Ganz, ganz wenige Menschen schaffen es, Witze so zu erzählen, dass man wirklich am Boden liegt vor Lachen. Die anderen – nun ja… Prinzipiell lassen sie sich in 4 Kategorien einteilen:
Der Schwafler. Der Schwafler schafft es, aus einem Vierzeiler erzählerisch einen ganzen Roman zu machen. In epischer Breite erklärt er jedes Detail, was zur Folge hat, dass am Ende niemand mehr weiß, worum es eigentlich geht.
Der Pointen-Verräter. Dieser Spezi erzählt gleich am Anfang – sei es versehentlich oder mit voller Absicht – die Pointe. Natürlich interessiert sich dann niemand mehr für den eigentlichen Witz, und falls der Pointen-Verräter dennoch einige Lacher ernten sollte, dann nur über ihn und nicht über das Erzählte.
Der Alberne. Der Alberne findet schon beim bloßen Gedanken an seinen Witz diesen so komisch, dass er vor Lachen kaum reden kann. Zwischen Prusten und Lachsalven stammelt er einige Worte hervor. Der Zuhörer versteht zwar nur Bahnhof, lacht aber trotzdem mit, weil der Alberne einfach dazu verführt…
Der Vergessliche. Dieser Erzähltyp nähert sich Euch mit dem festen Vorsatz, einen Witz zu erzählen. Leider kann er sich nie einen kompletten merken, bestenfalls Sequenzen davon. Die Folge: peinliche Pausen und sein verzweifelter Versuch, die bruchstückhaften Erinnerungsstückchen in seinem Kopf in einen logischen Kontext zu bringen.
Natürlich gibt es auch Kombinationen aus allen vier Kategorien, was das erzählen und demnach auch das Anhören der Witze nicht unbedingt besser macht. Zu dieser Gruppe gehöre ich leider auch. Oft genug höre oder lese ich einen richtig guten Witz und nehme mir fest vor, ihn im Kopf zu behalten – meistens vergeblich. Nach kurzer Zeit erinnere ich mich zwar noch daran, dass ich ihn mir merken wollte, aber die Pointe fällt mir nicht mehr ein. Falls dies aus irgendwelchen Gründen doch der Fall sein sollte, kann ich mit dem Erzählen des Witzes niemanden fesseln oder gar amüsieren. Deswegen lasse ich es lieber sein – was viele unserer Zeitgenossen auch besser tun sollten…

10 Jan, 2012
von Elietta Becker

Heutzutage, wo es die meisten von uns oft sehr, sehr eilig haben, ist es leider häufig so, dass uns ältere beziehungsweise alte Menschen oft im wahrsten Sinne des Wortes im Wege stehen. Dies kann auf Fußwegen oder im Supermarkt sein, wenn sie aus irgendwelchen – für uns unerklärlichen – Gründen einfach stehenbleiben oder herumstehen; an der Kasse, wenn sie langsam und ausgesprochen umständlich ihr Wechselgeld heraussuchen und gegebenenfalls auch noch zählen, und…und…und…

Leider geht es mir oft so, dass ich dann sehr ungeduldig werde und häufig vergesse, dass es sich bei diesen Personen um Menschen handelt, die alle ein langes Leben mit Höhen und Tiefen und bestimmt diversen Schicksalen bereits hinter sich haben. Vergangene Woche habe ich solch ein Ehepaar kennengelernt, deren Verhalten so viel Respekt abverlangt, dass ich über sie berichten möchte. Die Dame (eine wirkliche Dame: klein, gepflegt gekleidet und frisiert, ohne aufgetakelt zu sein, gut riechend) ist 80 Jahre alt, ihr Mann ein Jahr älter. Er ebenfalls sehr gepflegt, infolge seines Alters ein klein wenig gehbehindert, weshalb er einen Spazierstock bei sich hatte. Im August feierten die beiden ihre Diamantene Hochzeit (60 Jahre!!!); für die kommende Woche planen sie einen Kurztrip nach London, weil die dort lebende Schwester Geburtstag hat (O-Ton Dame: „Da fahren wir doch lieber jetzt hin, wo wir noch feiern können, als irgendwann zur Beerdigung!“).

Von Jammerei wegen irgendwelcher Beschwerden (die ja in dem Alter vollkommen normal wären) keine Spur. Im Gegenteil: fast schon bedauernd, dass es einige gesundheitliche Beeinträchtigungen gibt, meinte der Herr: „Leider können wie nur fünf Tage in London bleiben, weil uns die Ärzte fest im Griff haben.“ Einfach so als Feststellung…

Wenn man die Begriffe „lebenslustig“ und „lebensbejahend“ personifizieren sollte, müsste man diese beiden älteren Herrschaften hierfür nehmen. Voller Optimismus erzählten sie mir von ihrem nächsten großen Ziel: der Eisernen Hochzeit (65 Jahre). Bei ihren Erzählungen handelte es sich übrigens nicht um Wichtigtuerei oder hohles Gerede, sondern man merkte sofort, dass sie sich auf die nächsten gemeinsamen Jahre freuten. Besonders erwähnenswert sind die Augen der Dame: blau, leuchtend und so erwartungsfroh blickend wie bei einem ganz jungen Mädchen…

Leider musste ich arbeiten, und da Lebensgeschichten von meinen Mitmenschen zu erfahren bedauerlicherweise nicht in meiner Dienstanweisung steht, hatte ich nicht allzu lange Zeit für diese Unterhaltung. Rückblickend kann ich aber nur eines sagen: Respekt. Ich ziehe meinen Hut vor diesen optimistischen, lebensfrohen Herrschaften und ich hoffe von Herzen, dass sie ihr Ziel gemeinsam erreichen werden. Es ist schade, dass wir uns meistens so wenig Zeit für unsere (älteren) Mitmenschen nehmen. Ich bin mir sicher, fast jeder von ihnen könnte uns ebenso auf irgendeine Weise beeindrucken – man müsste ihnen nur die Chance dazu geben…

09 Jan, 2012
von Elietta Becker

Rund 24 Millionen Menschen sind weltweit an Alzheimer erkrankt; alleine in Deutschland beläuft sich die Zahl auf 1,2 Millionen. Schätzungen zufolge wird sich in 50 Jahren die Zahl der Erkrankten verdoppelt haben – keine schöne Prognose also. Genauso unschön ist die Tatsache, dass trotz intensiver Forschungen noch keine Möglichkeit gefunden worden ist, diese Krankheit zu heilen. Für Patienten, bei denen die Diagnose „Alzheimer“ gestellt wurde, bedeutet dies unweigerlich früher oder später das totale Vergessen. Eine Horrorvorstellung, gerade wenn man es selbst im Bekannten- oder Familienkreis mit einem Erkrankten zu tun gehabt hat. 

Das Jahr 2012 verspricht neue Hoffnung im Kampf gegen Alzheimer: Forschungen in Göttingen, Frankreich und den Niederlanden haben einen Impfstoff erfunden, der die Krankheit zwar nicht heilen, aber ihren Verlauf stoppen kann. Das Prinzip ist – selbst für Laien – denkbar einfach: Eiweißablagerungen im Gehirn, sogenannte „Plaques“, sind für die Alzheimerkrankheit verantwortlich. Diese Plaques zu zerstören, ist äußerst schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Deswegen muss verhindert werden, dass sie sich weiter bilden. Genau diese Aufgabe erfüllt die Impfung; bei Mäusen bereits sehr erfolgreich, wie umfangreiche Versuche im Jahr 2010 belegen. Zwei Jahre später sollten diese Wirkstoffe auch bei Menschen eingesetzt werden. Sofern zwischenzeitlich bei den geimpften Mäusen nicht irgendwelche Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten oder Ähnliches aufgetreten sein sollten, müsste dieses Jahr der Impfstoff für den Bereich der Humanmedizin freigegeben werden.

Ich hoffe sehr, dass dann auch mehr Menschen zum Arzt gehen und sich auf Alzheimer untersuchen lassen werden, denn leider kenne ich genug Fälle, in denen sie  genau dies nicht tun. Zu groß ist die Angst vor der niederschmetternden Diagnose, ohne Aussicht auf Heilung, Verzögern oder Stoppen dieser Krankheit (kann man ja auch irgendwie verstehen). Wenn jetzt aber die berechtigte Hoffnung besteht, ein Mittel gefunden zu haben, um Alzheimer in Schach zu halten, werden sicher viele die Angst vor einer solchen Diagnose verlieren. Hoffen wir, dass die Impfung wirklich auf den Markt kommt und die erwünschte Hilfe bringt. Und wer weiß: vielleicht gelingt es den Forschern ja irgendwann doch, ein Mittel zu finden, das die Plaques zerstört…

07 Jan, 2012
von Elietta Becker

Der heutige „Spot der Woche“ ist zwar schon etwas älter, aber dennoch sehr sehenswert: die TV-Werbung für die DentaStix von Pedrigree.

In einer Sequenz aus witzigen Bildern wird dem Zuschauer zunächst suggeriert, es gäbe „dritte Zähne“ nun auch für Hunde. Eigentlich relativ glaubwürdig… Doch dieser Irrtum wird schnell aufgeklärt, und dem interessierten Tierliebhaber wird eine Möglichkeit gezeigt, Zahnerkrankungen bei Hunden vorzubeugen: man füttert besagte DentaStix. Also braucht man keinen Zahnersatz für seinen Vierbeiner zu besorgen, sondern nur diese Leckerli…

Ein wirklich witzig gestalteter Werbespot, nicht nur für Hundeliebhaber. Deswegen: Spot der Woche.

 

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