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14 Okt, 2011
von Elietta Becker

Gestern beim Einkaufen habe ich zufällig ein Gespräch dreier Männer mitbekommen, die sich fürchterlich darüber aufgeregt haben, dass die griechische Fußballnationalmannschaft an der Europameisterschaft 2012 teilnehmen darf. Ihrer Meinung nach hätten die Griechen aufgrund ihrer politischen Situation von der Teilnahme an dem Wettbewerb ausgeschlossen (!) werden müssen.

Ich fürchte, mit dieser Meinung stehen die Männer nicht alleine da. In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, ob man sportliche (Groß-) Ereignisse mit politischen Geschehnissen in Verbindung bringen sollte. Natürlich ist es verständlich, dass Einwohner anderer europäischer Länder momentan nicht so gut auf die Griechen zu sprechen sind. Nicht nur, dass sie haufenweise Schulden haben; sie scheine auch nicht bereit zu sein, etwas zu deren Abbaubeitragen zu wollen, sondern halten immer weiter die Hand auf und schreien nach Hilfe. Milliarden Euros fließen munter zu ihnen hin. Dass sie sich gerade in Zeiten, in denen die meisten von uns selbst finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, nicht besonders viele Freunde mit ihrem Verhalten machen, ist verständlich. Auch Aussagen einiger griechischer Wirte, wie beispielsweise, sie würden deutschen Gästen ins essen spucken, ihnen nur noch kleine Portionen servieren und keinen Ouzo spendieren, tragen nicht gerade dazu bei, die deutsch-griechische Freundschaft zu fördern.

Aber mal ehrlich: was haben die griechischen Fußballer damit zu tun? So, wie ich die Sache sehe, arbeiten diese hart und fleißig für ihr Geld, spucken niemandem ins Gyros und tun auch sonst rein gar nichts, um allgemeinen Unmut zu erregen. Die Teilnahme an der EM wurde ihnen nicht geschenkt und sie haben sie sich auch nicht ergaunert, sondern reell erkämpft; warum soll man ihnen dies jetzt nicht gönnen?

Generell halte ich es für absolut verwerflich, Sport und Politik miteinander zu vermischen. Wie sagt man so schön: „Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“. Den Fußballern (und auch anderen Sportlern) sollte die verdiente Ehre zuteilwerden, und sie dürfen nicht unter Fehlern ihrer Politiker leiden. Obwohl ich als Fan der deutschen Fußballnationalmannschaft natürlich hoffe, dass unsere Jungs den Titel nach Hause holen, werde ich bei der EM 2012 auf jeden Fall auch den Griechen ein wenig die Daumen drücken – einfach nur, um meine Solidarität mit Papadopoulos, Sokrates und Co zu demonstrieren.

13 Okt, 2011
von Nyk Karleby

Letztens war ich in Leipzig, zum dritten Mal soweit ich mich erinnere. Ich habe sogar noch einen sonnigen Tag erwischt.

Die Klischees von Ost und West haben ja heutzutage leider immernoch Bestand, jedenfalls teilweise und ich habe auch gehört, dass die Universitäten in Leipzig, Dresden usw. ein wenig Probleme haben, Studenten zu finden, weil aus dem Westen immernoch viele Leute eine schlechte Meinung vom Osten bzw. den Städten im Osten haben. Bei Leipzig kann ich mit Sicherheit sagen, dass dies, falls existent, jedoch völlig und gänzlich unberechtigt ist (in Dresden war ich noch nicht, doch da stimmt es wahrscheinlich auch nicht).

Sicher gibt es auch in Leipzig hässliche und heruntergekommene Viertel und alles, doch wenn man an der Weißen Elster entlang geht, kommt man sich doch so ein bisschen wie in einem Klein-Venedig vor oder so. Auch der Clara-Zetkin-Park lädt zum ausgedehnten Spaziergang ein und auf den Brücken lässt es sich sehr gut verschnaufen und die Gegend genießen.

Auch die Straßen, die manchmal ein Mischmasch aus Villen oder prunkvollen Häusern und daneben völlig runtergewirtschafteten Bruchbuden sind, haben auf jeden Fall ihren Reiz und jung ist die Stadt. Überall junge Eltern mit Kindern auf kleinen Fahrrädern und in Kinderwägen. Künstlerisch ist sowieso einiges los und so kann man sich totschmeißen mit Theateraufführungen, Schaubühnen, alternativen und independenten Kinos uvm.

13 Okt, 2011
von Elietta Becker

Bestimmt ist Euch schon aufgefallen, dass unsere (Bundesliga-) Fußballvereine neben ihrem Städtenamen noch weitere Bezeichnungen innehaben. Aber was bedeuten diese eigentlich?

„SC“, „SV“ oder „FC“ sind ja leicht nachzuvollziehen: „Sportclub“, „Sportverein“ oder „Fußballclub“. Des weiteren haben wir:

  • „VfL“ = Verein für Leibesübungen
  • „VfB“ = Verein für Ballsport
  • „SpVgg“ = Spielvereinigung
  • „Borussia = lateinischer Name Preußens; soll Bekenntnis zu diesem Staat sein
  • „Alemannia“ = das Deutschtum im äußeren Westen betreffend (Beispielsweise Aachen)
  • Arminia = leider habe ich hierzu keine Erklärung gefunden; lediglich dass dies der Name von Sportvereinen und Studentenverbindungen sei sowie einen Verweis auf Arminius, den Cheruskerfürsten, der als Symbol für Stärke und Vernichtung steht
  • BVB = Ballspielverein Borussia

 

Des weiteren gibt es Jahreszahlen vor oder hinter den Städtenamen, welche das Gründungsjahr des Vereines angeben: Hannover 96, Schalke 04, Mainz 05, 1899 Hoffenheim,…

 

Darüber hinaus haben manche Vereine spezielle Beinamen, die sich ausschließlich auf den betreffenden Verein beziehen.

  • Hertha BSC Berlin: Der Vater des Vereinsgründers Fritz Lindner fuhr auf einem gleichnamigen Dampfer und gab so seinem Sohn die Inspiration für die Namensgebung.
  • Bayer 04 Leverkusen: Der Fußballverein ist eine 100%-ige Tochter der Bayer AG und trägt somit den Firmennamen.
  • Werder Bremen: Als „Werder“ bezeichnet man eine Flussinsel oder ein Land, welches von einem Fluss aufgeschwemmt wurde. Das erste Trainingsgelände des Vereins lag in Stadtwerder an der Weser.

Eigentlich ganz interessant, wenn man mal so hinter die Kulissen der Namen blickt, oder?!?

12 Okt, 2011
von Nyk Karleby

FIFA 12 ist seit Ende letzten Monats raus und ich hatte die Gelegenheit es ein wenig anzuspielen.

Und ich überlege mir wirklich zum ersten Mal seit Jahren ob ich mir wieder ein FIFA-Spiel zulegen soll. Ich verstehe langsam, warum die FIFA-Serie an PES in den Wertungen vorbei und auch etwas davon gezogen ist. Im Gegensatz zum letzten FIFA-Teil, den ich gespielt habe vor Jahren (ich weiß nicht mehr genau welcher es war) spielt sich die diesjährige Ausgabe um ein vielfaches besser und authentischer. Die Spieler sind beweglicher und vor allem nicht mehr in sperrigen Animationen gefangen, die sie erst umständlich zu Ende führen müssen bevor man sie wieder ordentlich steuern kann. Natürlich ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt. Es gibt, so finde ich, immer noch einige Baustellen. Vor allem natürlich in der Gegner-KI, wo Pro Evolution Soccer FIFA immernoch eine Nasenlänge voraus sein soll, wie ich gehört habe (den diesjährigen PES-Teil habe ich bisher noch nicht gespielt). So passierte es mir oft, dass ein Spieler meiner Gegnermannschaft sich nicht besser zu helfen wusste, weil ich ihn unter Druck gesetzt habe und bereits früh gestört habe, als weit in seine eigene Hälfte zu laufen und irgendwann aus Verzweiflung einfach den Ball ins Seitenaus zu knallen. Das habe ich ehrlich gesagt in Wirklichkeit noch nicht gesehen und schon gar nicht bei europäischen Spitzenteams. Doch alles in allem macht das Spiel einen sehr guten Eindruck mit vielen Editiermöglichkeiten auch für den Virtual Pro, natürlich einigen lizenzierten Mannschaften und Ligen (ohne macht es mir nun mal irgendwie keinen Spaß), aber auch einfach einem guten Gameplay.

12 Okt, 2011
von Elietta Becker

 

Habt Ihr auch solche Memmen in Eurem Bekanntenkreis, die im wahrsten Sinne des Wortes aus einem Mückenstich einen Elefantentritt machen? Ich begegne leider häufig solchen Personen, und ich muss sagen, mir geht deren Getue ziemlich auf die Nerven.

Beispielsweise eine ehemalige Kollegin von mir: mal abgesehen davon, dass jegliches Bücken, Drehen und manchmal auch das Atmen ihrerseits von einem tiefen Stöhnen begleitet wurde, hatte ich ständig die Befürchtung, sie würde den nächsten Tag nicht mehr erleben (und das lag ganz sicher nicht an ihrem Alter!!!). schnitt sie sich leicht in den Finger, drohte ihr – eigenen Angaben zufolge – mindestens eine Blutvergiftung. Wein kleiner Nieser ließ bei ihr die Sorge aufkommen, sie würde demnächst an den Folgen einer schweren Lungenentzündung sterben. Bauchschmerzen ließen sie sofort an übelste Tumoren im Unterleib denken usw. usw. usw. Seltsamerweise fand sie auch immer wieder ein Podium für ihre Winseleien – allerdings nicht bei mir. Es ist nicht so, dass ich nicht mitfühlend bin, wenn jemand wirklich krank ist, aber solch ein permanentes Gejammer, um Mitleid und Aufmerksamkeit erheischen zu wollen, kann ich nicht ertragen. Ich muss dazu sagen, dass mir ein derartiges Verhalten von meinem Elternhaus aus völlig fremd ist. Wir jammern nicht, wir winseln nicht und schon überhaupt nicht belästigen wir unsere Mitmenschen mit irgendwelchen Zipperlein – selbst wenn sie wirklich vorhanden sein sollten. Dann erzählen wir dies dem einzigen Menschen, der sich eventuell dafür interessiert und uns helfen kann: unserem Arzt. Vor Jahren beispielsweise ist meine damals knapp 70-jährige Oma beim Obstpflücken in ihrem Schrebergarten von der Leiter gefallen – genau in einen Stachelbeerbusch hinein. Trotz diverser Prellungen, Hautabschürfungen und Kratzern kletterte sie erneut wieder in den Baum, nur um eventuellen Zuschauern zu demonstrieren, dass sie keine Memme war. Andere Menschen hätten sich in diesem Fall vor lauter Wehleidigkeit bestimmt gleich einen Krankenwagen oder Rettungshubschrauber bestellt… Meine Familienmitglieder möchten kein Mitleid;  und auf Schadenfreude auf unsere Kosten können wir gut und gerne verzichten.

Seltsamerweise kommt die übertriebene Sorge um die Gesundheit und das Erheischen wollen von Mitleid überwiegend bei Frauen vor. In meinem gesamten Bekanntenkreis habe ich einen einzigen Mann, der dieses Phänomen aufweist – und das allerdings in einem extremen Ausmaß. Vor einigen Jahren haben wir zusammen in der Gastronomie gearbeitet. Er hatte immer seine persönliche Apotheke dabei: Halsschmerztabletten, Aspirin, Pillen gegen Übelkeit und Durchfall, Tropfen gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden, diverse kleine Kapseln, deren Anwendungsgebiete wohl nur mein Kollege alleine kannte, Salben gegen Rückenschmerzen etc. Eines Abends erzählte er mir mit einem sehr wehleidigen Blick, dass er wohl eine Erkältung bekäme: schlappe Beine, duhner Kopf und leichtes Kratzen im Hals; alles in allem fühle er sich sterbenselend. Ich meinte höflich, ohne weiter nachzudenken, dass er vielleicht Fieber hätte. Was macht dieser Mann? Mit einem tödlich erschrockenen Blick rennt (!) er aus dem Lokal, springt in sein Auto und fährt nach Hause, um Fieber zu messen. Ich stand alleine im Lokal und war sprachlos. Zwar wohnte er nur wenige Kilometer von unserem Arbeitsplatz entfernt und war nach 20 Minuten wieder da, aber dennoch konnte ich keinerlei Verständnis für sein Verhalten aufbringen. Etwas Witziges hatte die Angelegenheit allerdings mit sich gebracht: von diesem Tage an wurde sein medizinisches Equipment durch ein weiteres wichtiges Utensil vervollständigt: ein Fieberthermometer!

Auch, wenn es diesbezüglich lustige Anekdoten gibt: alles in allem sind Menschen dieser Art nicht witzig, sondern einfach nur nervig und penetrant!

11 Okt, 2011
von Nyk Karleby

Und wieder ist es so wie die Jahre zuvor. Es gibt einen würdigen Literaturnobelpreisträger, doch niemand hat was von ihm gelesen, geschweige denn von ihm schon einmal gehört.

Und ich muss auch zugeben, dass mir der Name Tomas Tranströmer bisher total unbekannt war. Schnell nachgegoogelt: “Ja okay, ist wohl halbwegs gerechtfertigt.” Aber man fragt sich dann trotzdem, was denn mit den ganzen großen, viel bekannteren Literaten unserer Zeit ist, die mal wieder leer ausgegangen sind.

Da gibt es so viele Namen, die – auch wenn ich von Tranströmer noch nichts gelesen habe – meiner Meinung nach eher in Frage gekommen wären: Cormac McCarthy, Peter Handke, Haruki Murakami, Philip Roth, Don DeLillo, Thomas Pynchon usw.

Aber wahrscheinlich kann man es auch mal wieder so sehen, dass Politik nicht gerade eine kleine Bedeutung bei der Wahl des Preisträgers gespielt hat.

Ich werde mir mal etwas von Tranströmer zulegen und dann werde ich mal schauen, ob er in meinen Augen den Preis wirklich durch seine literarische Arbeit verdient hat oder nicht.

11 Okt, 2011
von Elietta Becker

Heute möchte ich Euch einen Schriftsteller empfehlen, der hierzulande noch nicht so sehr bekannt ist, der aber tolle Bücher schreibt: Giles Blunt.

Der kanadische Thrillerautor, Jahrgang 1952, studierte englische Literatur und lebte danach 22 Jahre lang in New York, wo er sich mit diversen Jobs seinen Lebensunterhalt verdiente; unter anderem als Sozialarbeiter, Barkeeper und Kellner. Zwar war es schon immer sein Berufswunsch gewesen, als Schriftsteller zu arbeiten, aber er war sich darüber im Klaren, dass dies – zumindest am Anfang – keine lukrative Einnahmequelle sein würde. Also jobbte er fleißig und schrieb nebenher Lyrik und Drehbücher für TV-Serien.

Im Jahre 2000 erschien sein erster Roman „Gefrorene Seelen“ über den Polizeikommissar John Cardinale, der gemeinsam mit seiner Kollegin Lise Delorme in Algoquin Bay ermittelt; einem fiktiven Ort, der starke Ähnlichkeiten mit jenem aufweist, in dem Blunt aufgewachsen ist. „Gefrorenen Seelen“ wurde noch im Erscheinungsjahr mit dem „Silver Dagger“ ausgezeichnet, sowie 2004 mit dem Artur Ellis Award. Die Romane „Blutiges Eis“, „Kalter Mond“, „Eisiges Herz“ und „Crime Machine“ (hier unter dem Titel „Eismond“ bekannt) erschienen in den folgenden Jahren.

Giles Blunt ist ein Meister im Beschreiben einer Situation: ob das kalte, raue Wetter im Winter oder die drückende Schwüle in den Sommermonaten, die die Entstehung der Kriebelmücken fördert – selten habe ich einen Schriftsteller erlebt, dem es gelingt, so detailliert seine Schauplätze zu beschreiben und den Leser quasi direkt dorthinein zu manövrieren, ohne ihn zu langweilen. Sofort ist man mittendrin im Geschehen.

Doch der Kommissar hat nicht nur kniffelige Fälle zu lösen, sondern auch private Probleme zu bewältigen: seine Frau ist manisch-depressiv und dementsprechend eine tickende Zeitbombe, seine Tochter hat den Kontakt zu ihm nach einer herben Enttäuschung abgebrochen und er  erhält Drohungen. Die Verknüpfung von Berufs- und Privatleben machen die Romane über Cardinale und Delorme zu einem wirklich interessanten Leseerlebnis und ich hoffe sehr, dass Giles Blunt hier bei uns bald ebenso viel Aufmerksamkeit erhält wie seine Kollegen Dean Kootz oder Stefan Fitzek. Wenn Ihr auf gute, spannende Thriller steht – lest Giles Blunt!!!

10 Okt, 2011
von Elietta Becker

In der vergangenen Woche war ich ausnahmsweise mal an einer anderen Tankstelle als üblich, weil diese zufällig auf meinem Weg lag. Kaum hielt ich an der Zapfsäule an und war noch nicht einmal zur Hälfte aus meinem Wagen ausgestiegen, da sprang schon ein junger Tankwart auf mich zu und schmetterte mir ein fröhliches „was darf es sein? Volltanken?“ entgegen.

Dabei lächelte er so eifrig und arbeitswillig, dass ich gar nicht anders konnte, als zustimmend zu nicken. Normalerweise nehme ich nie die Dienste eines Tankwarts in Anspruch, da ich sowohl tank- als auch scheibenputz- und reifenaufpumptechnisch weder zu alt, noch zu faul oder zu blöd bin, diese Tätigkeiten selbst zu verrichten (und mir somit auch das Trinkgeld für diese Dienste erspare, welches zu geben eine Selbstverständlichkeit für mich ist). Nun war dieser Junge hier so charmant, und ich ließ ihn meinen japanischen Flitzer „füttern“, was er schnell und mit einem strahlenden Lächeln erledigte. Ich muss gestehen, ich war begeistert und dachte insgeheim schon darüber nach, die Tankstelle zu meiner neuen Favoritin zu machen. Doch diesen Plan verwarf ich ganz schnell wieder, als ich an die Kasse kam: die Kassiererin machte sich nicht die Mühe, meinen Gruß zu erwidern, fragte aber gleich, ob ich im Besitz einer tankstelleneigenen Punktekarte wäre. Als ich dies verneinte, war ihre nächste Frage, ob ich ADAC-Mitglied sei. Auch dies verneinte ich, nun schon ein wenig ungeduldiger, und hoffte, ich könnte endlich mein Benzin bezahlen. Doch weit gefehlt. Die Kassiererin fragte mich allen Ernstes, ob ich denn wisse, dass man jetzt bei ihnen auch Bargeld abheben könnte. Am Rande eines Amoklaufes presste ich mit Mühe und Not hervor, dass ich es weder wisse noch mich dafür interessieren würde, sondern einfach nur bezahlen möchte. Dies hatte zur Folge, dass die Kassiererin beleidigt war. Mit einem empörten Blick und einem Kopfschütteln tippte sie etwas in Ihre Kasse ein, und hätte meiner Meinung gut daran getan, zu schweigen. Doch sie hatte tatsächlich noch eine Frage in petto: „Möchten Sie ein Milka Tender oder Nussini? Kosten heute nur -,70€.“ Mit meiner Selbstbeherrschung war es endgültig vorbei. Sehr unhöflich schrie ich sie an und erklärte ihr, wohin sie sich ihre Nussinis stecken könnte – ich bin nicht stolz auf diesen Ausraster, aber was zu viel ist, ist zu viel.

Fest steht, dass ich – trotz des netten Tankwarts – diese Tankstelle nie wieder betreten werde, in der man derart belästigt wird. Vermutlich kann das Kassenpersonal noch nicht einmal was dafür und handelt nur auf Anweisung (ähnlich wie Schuhverkäufer, die beim Schuhkauf generell Pflegeprodukte empfehlen müssen). Trotzdem sollte man als Kassierer ein wenig Gespür und Fingerspitzengefühl dafür besitzen, inwieweit man einen Kunden mit seinen aufdringlichen Fragen nerven kann oder nicht. Was sicherlich als Service am Kunden gedacht war, ging in diesem Fall komplett nach hinten los – schade.

10 Okt, 2011
von Nyk Karleby

Die Gruppenphase der EM-Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine ist nun fast vorbei und neben den bereits qualifizierten Mannschaften mit denen zu rechnen war, könnte es auch einige dicke Überraschungen geben.

Deutschland hat die Türkei letzten Freitag souverän mit 3:1 besiegt und damit bisher die maximale Ausbeute aus den Qualifikationsspielen erreichen können. 27 Punkte aus bisher 9 Spielen, mehr geht einfach nicht und deswegen ist Deutschland auch eines der Länder, die sich bereits für die EM qualifizieren konnten. Neben den Gastgeberländern Ukraine und Polen sind dies bisher die Mitfavoriten Niederlande, Spanien und Italien.

Doch es könnte auch zu einigen Überraschungen kommen. Die größte für mich persönlich ist Armenien, die sich wahrscheinlich um den zweiten Gruppenplatz der Gruppe B hinter Russland mit den Iren streiten und die erste EM-Qualifikation schaffen könnten. Dies würde für mich schon an eine Sensation grenzen: Armenien bei der Europameisterschaft! Die Slowakei dagegen kann nur noch Gruppendritter werden, was dem WM-Teilnehmer von Südafrika aber auch nichts bringen würde.

In Gruppe C ist gleich die nächste Überraschungsmannschaft mit Estland, die noch den zweiten Platz vor den Serben belegen, jedoch bereits alle Spiele absolviert haben und somit nun hoffen müssen, dass Serbien sein letztes Spiel verliert.

Dann wäre da noch Montenego in der Gruppe G, die hinter England auf Platz 2 sind und bereits sicher in der Relegation sind und sich Chancen auf die EM ausrechnen können, sollten sie diese gewinnen. Das Montenegro in der Relegation ist, heißt allerdings auch, dass die Schweizer mit Trainer Ottmar Hitzfeld überraschend nicht qualifiziert sind. Die letzte Überraschung für mich ist das schlechte Abschneiden der Isländer in der Gruppe H. Ich hatte wirklich ein bisschen damit gerechnet, dass die Isländer die Überraschungsmannschaft der Gruppe werden könnten und die etablierteren Portugal, Dänemark und Norwegen ein wenig ärgern können, aber scheinbar ist die Truppe mit einigen jungen und vielversprechenden Talenten noch nicht soweit.

08 Okt, 2011
von Elietta Becker

Gerade im Bereich der Molkereiprodukte sind Werbespots häufig langweilig und animieren mich persönlich ganz und gar nicht zum Kauf. Paradebeispiel hierfür ist ein früherer Spot für den Frischkäse Almette, bei dem eine Frau mit extrem hoher, schriller Stimme immer „es ist Frische im Töpfchen bei Almette, bei Almette…“ nach der Melodie von „Ein Loch ist im Eimer“ sang. Dieses Gekreische machte mich richtiggehend aggressiv, und bis heute habe ich niemals einen Käse dieser Marke gekauft.

Ganz anders der aktuelle Spot für Babybel-Käse, der extrem witzig und deshalb immer wieder sehenswert ist:

Ist der nicht klasse? Das Gesicht des Chefs, als er den winzigen Käse erblickt, der auf einem großen Servierwagen herein gefahren und von der Kerze fast erdrückt wird, ist ja schon göttlich; ebenso sein Bemühen, ihn mit dem riesigen Messer zu zerteilen. Dem Darsteller gelingt die Umsetzung von „gute Miene zum bösen Spiel machen“ perfekt – einfach genial! Aber nichts toppt seinen Gesichtsausdruck, als ihm mitgeteilt wird: „Wir sind Zwölf.“ Ich könnte mir diese Szene immer und immer wieder anschauenJ.

Der abschließend eingeblendete Satz „Erwachsen ist man oft genug“ passt wie die Faust aufs Auge zu diesem modernen, perfekt inszenierten Werbespot. Deswegen ist er verdientermaßen: Spot der Woche!

 

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