Der richtige Handyvertrag

Mit Checkliste

Der richtige Handyvertrag Der richtige Handyvertrag

Handverträge gibt es wie Sand am Meer. Wer schon einmal auf der Suche nach einem passenden Handyvertrag war, der weiß sicherlich, wie schwierig es ist, sich im Dschungel der Mobilfunktarife zurechtzufinden. Und wenn es ihn tatsächlich gibt, wie sieht dann der richtige Handyvertrag aus? Dieser Frage wollen wir im Folgenden nachgehen.

Der richtige Handyvertrag

Der richtige Handyvertrag

Der perfekte Handyvertrag hängt nicht zuletzt maßgeblich von den Ansprüchen und Vorstellungen des Kunden ab. Klar, das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen, aber auch einige andere Komponenten sollten bei der Tarifwahl nicht vernachlässigt werden. Fragen wie:
  • wie groß sollte das im Vertrag inkludierte Datenvolumen sein?
  • benötige ich eine Allnet Flat oder reichen SMS- und Minutenpakete aus?
  • für welche Zwecke benötige ich mein Smartphone?
  • habe ich bereits ein Smartphone oder soll zusammen mit dem Vertrag auch ein neues Gerät angeschafft werden?
  • Schreibe ich überhaupt noch SMS oder schreibe ich Nachrichten nur noch über die mobile Datenverbindung?

Sollten im Vorfeld der Tarifwahl bestenfalls erörtert werden, um später mit dem neuen Handyvertrag weder unter- noch überversorgt zu sein. Obwohl fast jeder Mobilfunkanbieter heute zig unterschiedliche Tarife anbietet, gerichtet an die unterschiedlichsten Zielgruppen, angefangen von Schülern, Studenten, über Angestellte bis hin zu Selbstständigen, lassen sich die Kunden der Mobilfunktarife noch immer nach dem klassischen Muster in drei unterschiedliche Nutzergruppen einteilen:

  • Wenigtelefonierer
  • Vieltelefonierer
  • Kunden, die mit ihrem Endgerät ausschließlich die mobilen Datenverbindungen nutzen.

Passende Verträge für die Nutzergruppen

Auch wenn es innerhalb der Gruppen sicherlich immer wieder Kunden gibt, die keinem Raster ganz eindeutig zuzuordnen sind, so bezeichnen wir als Wenigtelefonierer bzw. Gelegenheitsnutzer diejenigen Kunden, die im Monat unterhalb einer Grenze von 100 Minuten bzw. 100 MB Datenvolumen bleiben. Als Vieltelefonierer bzw. Intensivnutzer gilt, wer mehr als 250 Minuten im Monat telefoniert bzw. deutlich über 500 MB an Datenvolumen pro Rechnungsmonat benötigt.



Die individuelle Nutzung der mobilen Daten macht aber die Zuordnung eines passenden Vertrages nur gemessen an den Telefonminuten nicht mehr möglich. Auch das Nutzungsverhalten in Bezug auf die anderen Mobilfunkdienste sollte nicht weniger sorgsam berücksichtigt werden, um tatsächlich einen Vertrag zu finden, bei dem der Nutzer auf seine vollen Kosten kommt.

Klar, gerne verkaufen persönliche Berater hochwertige Tarife mit den exotischsten Leistungen. Aber nicht umsonst hat eine Studie ergeben, dass mindestens 50 Prozent der Gelegenheitsnutzer bzw. Wenigtelefonierer mit Ihren derzeitigen Verträgen überversorgt sind und somit jeden Monat für Leistungen bezahlen, die sie de facto gar nicht in Anspruch nehmen.

Kriterien für die passende Vertragswahl: Das Netz hat oberste Priorität

Wer einen neuen Handyvertrag abschließen will, sollte wissen, was er sucht und welche Zwecke der Handyvertrag erfüllen muss. Am Anfang der Tarifwahl steht natürlich die Frage nach dem richtigen Netz. Die besten Leistungen des Mobilfunkanbieters nützen nichts, wenn der Kunde die längste Zeit des Tages kein Empfang hat und somit unerreichbar ist.

Deswegen gilt: Immer die Netzabdeckung an den täglichen Hauptaufenthaltsorten prüfen, bevor die definitive Entscheidung für einen Netzbetreiber fällt. Es informieren die Serviceberater bzw. die jeweiligen öffentlich zugänglichen Seiten im Internet. Ein häufiger Irrglaube ist, dass Kunden mit einem D-Netz Vertrag per se nichts falsch machen können. Das stimmt so nicht: Auch wenn die E-Netze in vielen Regionen in puncto Erreichbarkeit und Empfangsqualität noch weit hinten anstehen, gibt es durchaus auch Bereiche, in denen die D-Netze ihre Dienste nicht zur Verfügung stellen können. Auf der Seite 4g.de haben wir eine tolle Möglichkeit gefunden die Verfügbarkeit nach Wohnort zu testen. Wir waren von den Ergebnissen zum Teil wirklich überrascht; wenn gleich das D1-Netz erwartungsgemäß fast immer am besten war.

Zusätzlich zum richtigen Netz ist übrigens auch die Wahl des passenden Handys eine wichtige Entscheidung. Man sollte dabei vor allem schauen welche Smartphones bei Vertragsabschluss angeboten werden und zu welchem Preis sie dazugenommen werden können. Vergleichen kann sich hier lohnen. Wärend beispielsweise fast alle Smartphones von 1und1.de völlig kostenfrei dazugebucht werden können, gibt es noch immer viele Anbieter am Markt die hier für das gleiche Handy Aufschläge verlangen. Eventuell sollte man auch prüfen, ob man einen Tarif ganz ohne Smartphone bestellt. Unter Umständen kann es auf die Vertragslaufzeit gesehen deutlich günstiger sein, wenn man das Handy selbst kauft und den Tarif dann dazu extra bestellt. Allerdings muss man dann das Smartphone bereits im Vorfeld vollständig bezahlen.
Statistik: Anzahl der Mobilfunkanschlüsse in Deutschland nach Netzbetreiber vom 1. Quartal 2008 bis zum 3. Quartal 2014 (in Millionen) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Trend geht zur „unechten“ All Net Flat mit Inklusiv-Datenvolumen

Wie auch im Bereich der Festnetztelefonie, so geht auch im Mobilfunk der Trend zur klassischen Flatrate. Auf den ersten Blick scheint dies eine deutliche Vereinfachung in der Tariflandschaft zu sein, doch Vorsicht der Schein trügt: Allnet-Flatrate ist längst nicht Allnet-Flatrate und auch wer meint, der Unterschied läge nur in der Größe des integrierten Datenvolumens für die mobile Datenflat, der hat ebenfalls weit gefehlt.

Der Unterschied in der Größe der Datenflatrate ist tatsächlich einer der Unterschiede, die sofort in den Blick fallen. Kunden sollten zunächst ihre Surfgewohnheiten analysieren, bevor Sie sich für ein verbindliches Datenpaket entscheiden. Wenignutzer, die mobile Datenverbindungen lediglich für das Lesen von Textnachrichten, Mails und die Kommunikation über Messenger Apps nutzen, sollten auch mit einem geringen Datenvolumen auskommen. Nur wer viel Bildmaterial austauscht, oft in den sozialen Netzwerken unterwegs ist und auch mobil Videos schauen möchte, sollte auf ein größeres Datenvolumen von mindestens 500 GB oder ggf. auch größer zurückgreifen.

Ein Kriterium, das bei der Tarifwahl meist unter den Tisch fällt oder nur wenig Beachtung findet, ist die Tatsache, ob der gewünschte Allnet Flat Tarif über eine integrierte SMS-Flatrate verfügt. Vor allem Nutzer, die noch ein klassisches mobiles Telefon nutzen, sollten darauf achten, dass die SMS-Flat Bestandteil des Tarifs ist. Dass hier unterschiedliche Leistungen in den Tarifen zu erwarten sind, liegt darin begründet, dass der Begriff der Allnet-Flat nicht geschützt bzw. genau definiert ist: Ob eine SMS-Flat inkludiert ist oder nicht, bestimmt jeder Anbieter selbst, obwohl es sich bei allen Tarifen um Handyverträge mit der Bezeichnung Allnet Flat handelt.

Wer keine SMS mehr schreibt und ausschließlich über Messenger Apps, wie WhatsApp oder Facebook kommuniziert, der ist sogar gut beraten eine Allnet-Flat ohne SMS-Flatrate zu buchen. Grund: Die Tarifvarianten ohne integrierte SMS-Flat sind in vielen Fällen noch einmal um rund 5 Euro pro Monat günstiger als vergleichbare Tarife mit Flatrate für SMS Nachrichten. Bei einer Allnet-Flat ohne SMS-Flatrate spricht man sehr häufig von einer „unechten“ Allnet-Flat. Unter der Berücksichtigung, dass die klassische SMS am sterben ist, sollte sich mit der Tarifvariante durchaus einmal auseinandersetzen.

Dies ist tatsächlich der Trend der sich zunehmend durchsetzt, da die Anzahl der versendeten SMS aufgrund der vielen Alternativangebote in den letzten Jahren um über 90 Prozent eingebrochen ist! Ein weiterer Stolperstein, bei der Wahl der richtigen Allnet-Flat: Die Festnetz Flatrate ins deutsche Festnetz. Hier kann es sich bei einigen Tarifen ebenfalls wie bei der bereits erwähnten SMS-Flat verhalten, d.h., nicht immer ist diese Flatrate in den Tarifen der Anbieter integriert. Im Zweifelsfall sollte genau nachgefragt werden.

Der individuell passende Tarif für Wenignutzer: Reicht nicht auch ein Minutenpaket?

Die Frage, ob nicht auch ein Minutenpaket für die persönlichen Zwecke ausreicht, sollten sich vor allem Wenignutzer stellen. Der Griff zur Allnet-Flatrate ist oft verführerisch. Dabei ist es nur ein kleiner Teil der Nutzer, der die Allnet Flat tatsächlich in vollem Umfang ausnutzt. Wer ein integriertes Minutenpaket (und ggf. SMS-Paket) wählt, ist oft schon ausreichend versorgt und kann im direkten Vergleich zu den günstigsten Allnet Flatrates noch immer einen nicht unerheblichen Betrag einsparen. Ein weiterer möglicher Vorteil liegt in der Möglichkeit, dass sich bei vielen Anbietern von Minutenpaketen die Höhe der integrierten Datenflatrate individuell wählen lässt: Ein großer Vorteil für Individualisten.

Kritischer Punkt: Mindestvertragslaufzeit

Die Mindestvertragslaufzeit ist bei der Vertrags- und Tarifwahl ein kritischer Punkt. Wer auf der Suche nach einem passenden Handytarif ist, sollte sich sicher sein, ob er einen Handyvertrag mit oder ohne neues Smartphone abschließen möchte. In ersterem Fall wirkt sich das neue Smartphone als Bestandteil des neuen Mobilfunkvertrages natürlich wesentlich auf die Höhe der monatlichen Beiträge aus. Auch eine Mindestvertragslaufzeit von in der Regel 24 Monate ist bei Verträgen mit Neugeräten Usus, zu dem es keine wirkliche Alternative gibt.

Die Grundidee bei Verträgen mit Neugeräten besteht darin, dass die neusten Smartphones in Kombination mit einem Neuvertrag zu einem effektiv deutlich günstigerem Preis erworben werden können, als wenn Gerätekauf und Vertragsabschluss separat voneinander geschehen würden. Doch auch hier lohnt es sich, den Taschenrechner zur Hand zu nehmen. Die Mobilfunkbetreiber sprechen zwar sehr gerne von „subventionierten Neugeräten“, letztendlich können Neugeräte aber auch in diesen Vertragsvarianten effektiv über der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers liegen.

So ist das neue Smartphone dann schlimmstenfalls sogar teurer, als wenn das Gerät in einer Einmalzahlung angeschafft und der Mobilfunkvertrag separat abgeschlossen werden würde. Kunden sollten die exakte Zuzahlungsrate für das neue Gerät erfragen, diese auf die Dauer der Mindestvertragslaufzeit ausrechnen und mit der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers in Bezug setzen. Nur wenn hier eine deutliche Ersparnis offensichtlich wird, lohnt sich der neue Handyvertrag mit Smartphone tatsächlich.

Auch ein Blick auf die Mobilfunkdiscounter lohnt sich

Mobilfunkdiscounter, wie congstar, maxxim, blau.de oder simyo nutzen selbstverständlich auch die Netze der großen Mobilfunkbetreiber. Durch Personaleinsparung in der Kundenbetreuung und im Service vor Ort können die Discounter diverse Leistungen häufig zu günstigeren Konditionen anbieten. Auch was die Mindestvertragslaufzeit angeht, bieten die Discounter deutlich attraktivere und flexiblere Tarifvarianten an als die großen Netzbetreiber. Wer hier vergleicht, hat die Möglichkeit, Top-Leistungen zu günstigeren Preisen zu erhalten. Bei einem Vergleich im Internet sollten die Kunden stets auf die Unabhängigkeit der Vergleichsportale achten. Auch Discounter sollten bei den Vergleichen ausdrücklich mit einbezogen werden. Nur dann ist ein realistisches und umfassendes Bild über die besten Tarife möglich.



Checkliste: Diese Fragen sollten Sie sich vor der Vertragswahl stellen

  • Benötigen Sie ein neues Smartphone?
  • Wenn ja: Ist Ihr Smartphone durch den Neuvertrag tatsächlich subventioniert?
  • Welches Netz ist das für Ihre Ansprüche individuell beste Netz (Empfangsqualität / Preis-Leistungs-Verhältnis)?
  • Schreiben Sie noch SMS oder nutzen Sie vornehmlich die Kommunikationsmöglichkeiten über die mobile Datenverbindung?
  • Lohnt sich für Sie eine klassische Allnet-Flat oder sind Sie mit günstigeren Minutenpaketen bereits ausreichend versorgt?
  • Falls es eine Allnet-Flat sein soll: Sind ggf. erwünschte Leistungen wie die SMS-Flat oder die Flat ins deutsche Festnetz integriert?
  • Gibt es ähnliche / vergleichbare Leistungen zu besseren Konditionen bei einem Mobilfunkdiscounter?

Bildquelle
Artikelbild: © panthermedia.net / Jürgen Fälchle

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